Fiktiver Flashback ins 11. Jahrhundert

Robert Jeremy Cole ist dazu berufen, Arzt zu werden. Der Protagonist in Noah Gordons „Der Medicus“ muss dazu die beschwerliche und abenteuerliche Reise quer durch den europäischen Kontinent bis in den Orient auf sich nehmen. Der Erzählung nach studiert er arabische Heilkunst in Isfahan – eine Stadt im heutigen Iran –, um nach einem bewegten Leben in seiner alten Heimat England als Mediziner zu arbeiten. In der vor-aufklärerischen Zeit des Romanhelden sind die wenigen verfügbaren und handgeschriebenen Medizinbücher Mangelware und das darin dokumentierte Wissen in den Händen und Köpfen der wenigen auf dem Erdball verteilten Lehrmeister. Wissensarbeit bestand für Bob Cole also darin, sich physisch tausende Kilometer von A nach B zu bewegen, dabei Schreib-, Sprach- und kulturelle Barrieren zu überwinden, um sich letzten Endes das zu seiner Zeit verfügbare medizinische Wissen anzueignen. Mobilität, egal ob per pedes, per Schiff oder mit der Pferdekutsche, wird dem Wissbegierigen abverlangt, die Mobilität der Information ist an Raum, Zeit und Personen gebunden. [MEHR]