Alle Beiträge zu Roboterjournalismus

Nachrichten vom Algorithmus

Hello, I'm a Robot. (adapted) (Image by Jeff Keyzer [CC BY-SA 2.0] via Flickr)
Maschinen ersetzen menschliche Arbeitskräfte nicht nur am Produktionsband, sondern dringen immer weiter in andere Arbeitsfelder vor. Auch vor dem Journalismus machen die mechanischen Arbeitskräfte keinen Halt. Aber wie werden Maschinen den Journalismus verändern? Zuallererst die guten Nachrichten: Nein, Roboter werden uns nicht die Jobs klauen. Auch nicht den Journalisten. Aber: [...]
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5 Lesetipps für den 10. März

In unseren Lesetipps geht es heute um Datenschutz bei Gesichtserkennung, das Ende von Gigaom, Roboterjournalismus, den Umgang mit Shitstorms und die Apple Watch. Ergänzungen erwünscht.

  • DATENSCHUTZ Datenschutzbeauftragter: Software ermöglicht Identifizierung ohne Gesichtserkennung: Fujitsu hat jetzt eine Software entwickelt, welche Bewegungsprofile von Personen erstellt, aber dabei nicht die Gesichter dieser identifiziert. Selbst bei niedrig aufgelöstem Bildmaterial können Profile von Personen erstellt werden, wobei trotzdem die Privatsphäre dieser geschützt wird. Nur anhand von Körper- und Kopfformen und der Farbe der Kleidung werden Personen identifiziert. Das soll bei der Standortfindung und der Gestaltung von Geschäften helfen oder bei der Planung von Events und der Organisation des Nahverkehrs helfen.

  • GIGAOM The Verge: Pioneering tech blog Gigaom shuts down after running out of money: Der einflussreiche Technikblog Gigaom hat nach fast 10 Jahren seinen Dienst eingestellt. Das Unternehmen war nicht mehr in der Lage seine Schulden zu bezahlen. Montag noch war die Website gefüllt mit aktuellen Beiträgen, bis dann abends die Nachricht an die Leser rausging: „all operations have ceased“, also dass alle Tätigkeiten beendet wurden. Die Mitarbeiter teilten ihre Reaktionen dazu auf Twitter mit. Der Gigaom-Gründer Om Malik verließ das Unternehmen bereits vor einem Jahr.

  • ROBOTERJOURNALISMUS NYTimes.com: If an Algorithm Wrote This, How Would You Even Know?: Roboter sind mittlerweile so gut geworden, dass wir selbst nicht mehr unterscheiden können, was von Menschenhand kommt und was nicht. So kann es auch im Journalismus passieren: kommt dieser Artikel jetzt aus menschlicher Feder oder hat ein Roboter ihn verfasst? Die dafür benötigten Algorithmen und „natural language generator“, also der Generator für natürlich klingende Sprache, existieren bereits seit einer Weile, und sie werden besser und besser. Mittlerweile sprechen unsere Handys menschlich mit uns, unsere Autos parken für uns ein, wie wir es tun würden. Was bedeutet es dann noch, menschlich zu sein?

  • SHITSTORM HAMBURGER WAHLBEOBACHTER: Keine Angst vor Social Media: Wie man als Behörde mit einem „Shitstorm“ umgeht: Kann man sich auf einen Shitstorm vorbereiten? Ja kann man, so Autorin Christiane Germann. Sie ist Media-Managerin in Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Im Artikel berichtet sie von einem Vorfall auf der Facebook-Seite des Bundesamts. Es ging um einen geteilten Artikel über eine 4-köpfige Familie, die aufgrund ihrer dunklen Hautfarbe keine Wohnung fand. Darunter wurde ein rassistischer Kommentar gepostet, welcher offensichtlich von einem Mitarbeiter aus dem Hause stammt. Wie daraufhin mit dem Mitarbeiter und dem folgenden Shitstorm, als die User merkten wo dieser arbeitete, umgegangen wurde, berichtet Germann hier.

  • APPLE WATCH DIE WELT: Akkulaufzeit: Die Apple Watch geht nach 18 Stunden aus: Apple hat seine neue Smartwatch vorgestellt. Aber braucht man diesen Luxus wirklich? Luxus und Design sind die Punkte, die das Unternehmen sich besonders zu Herzen genommen hat: Mit der Uhr profiliert sich Apple endgültig zum Lifestyle-Unternehmen. Auch der Preis ist nicht ohne: Die günstigste Variante der Uhr liegt bei 400€, die teuerste Uhr kostet bis zu 18.000€. Abhängig ist der Preis je nach Modell, Größe und Armband, von letzterem gibt es eine Vielzahl. Damit ist es das persönlichste Gerät, was je entwickelt wurde, so Apple-Chef Tim Cook. Auch wurde ein neues Macbook vorgestellt, genauso wie eine neue Version des iOS-Betriebssystem.

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5 Lesetipps für den 18. Februar

In unseren Lesetipps geht es um 3D-Technologien und Virtual Marketing, das neue Android M, Roboterjournalismus, die Kommentarfunktion von sueddeutsche.de und die neue Plattform für Auslandsjournalismus von und über Frauen. Ergänzungen erwünscht.

  • 3D-TECHNOLOGIE B2C: The Future Is Now: Virtual Reality and Digital Marketing: 3D-Technologie wird die Gelegneheit sein für das neue Marketing. Denn durch neue Technologien gibt es ganz neue Möglichkeiten, den Kunden sein Produkt wirklich und lebensnah erleben zu lassen: Genau deshalb fangen Firmen an „Virtual Reality“ in ihr Marketing mit einfließen zu lassen. Denn es gibt noch viele ungenutzte Möglichkeiten und Chancen in diesem Sektor. Letztlich hat Virtual Reality große Chancen langfristig viele Formen des digitalen Marketings zu ersetzen. Der Autor Ronn Torossian ist sich sicher, dass es trotzdem viele technologische Herausforderungen geben wird, die jetzt noch keiner vorhersehen kann.

  • ANDROID GWB: Android M: Google-Manager erwähnt erstmals die neue Android-Version: Die Gerüchteküche brodelt ja schon seit einiger Zeit immer wieder auf. Wann kommt die neue Android-Version? Wie wird sie aussehen? Was wird sie können? Und wie wird sie wohl heißen? Absehbar ist ja bereits, das sie kommen wird. Jetzt ist auch klar, dass die nächste Andriod-Version wieder ein Major-Release wird, daher wohl Android 6.0 sein wird. Aber wird Google wieder einen Vertrag mit einem Süßwarenhersteller eingehen, wie es bei „KitKat“ der Fall war? Sicher ist, dass jetzt von „Android M“ gesprochen wurde.

  • ROBOTERJOURNALISMUS European Journalism Observatory: Can Robots Do Public Interest Journalism?: Können Roboter Journalismus betreiben, können sie twittern und posten? Diese Frage beantwortet Nicholas Diakopoulos und stellt fest, das mehr als 8 Prozent der Twitter-Accounts in irgendeiner Art automatisiert befüllt werden. Es gibt auch diverse Beispiele für Bots, welche funktionieren und damit auch erfolgreich sind. Welche Vorteile hat Roboterjournalismus? Wann kommt er zum Einsatz? Und gibt es Unterschiede zu menschlich erstellten Posts / Tweets?

  • LESERBETEILIGUNG Politik Digital: Süddeutsche.de: Kein Platz für Trolle und Verschwörungstheoretiker: Stefan Plöchinger antwortet auf die Fragen zum neuen Konzept mit Leserfeedback umzugehen. Statt der klassischen allgemeinen Kommentarfunktion gibt es auf süddeutsche.de jetzt einzeln moderierte Diskussionen, in denen die einzelnen Themen besprochen werden können. Dabei muss auch jeder User sich mit Namen anmelden, auch wenn er später in der Diskussion unter einem Pseudonym mitreden kann. Wie ist das angenommen worden und was für Reaktionen gab es? Ist das nicht eine Maulkorb für die Leser? Und wie läuft die Moderation der Kommentare weiterhin auf Facebook?

  • AUSLANDSJOURNALISMUS taz.de: Crowdfunding: Keine Angst vorm Scheitern: Die zukünftige Finanzierung des Journalismus hat Pauline Tillmann als ständige Frage auf ihren Reisen durch die Welt begleitet. Deswegen möchte sie jetzt eine Plattform für Auslandsjournalismus von Frauen aufbauen. Auf diesem sollen Geschichten über Frauen aus alle Welt veröffentlicht werden. Um dieses Projekt auf die Beine zu stellen sammelt Tillmann mit sechs weiteren Mitstreiterinnen jetzt Geld via Crowdfounding. Denn „Just do it“ ist das Motto, welches sie auf ihren Reisen gelernt hat.

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5 Lesetipps für den 30. Januar

In unseren Lesetipps geht es heute um Facebook und Überwachung, die Debatte ums Urheberrecht, eine Paywall, Roboterjournalismus und YouTube. Ergänzungen erwünscht.

  • FACEBOOK Süddeutsche.de: Das wirkliche Problem sind Geheimdienste: Heute treten auf Facebook neue allgemeine Geschäftsbedingungen in Kraft. Das soziale Netzwerk will noch mehr über seine Mitglieder wissen und diese Daten noch intensiver nutzen. Die Aufregung ist im Laden von Bundesdatenschützerin Andrea Voß riesig, doch wird in der Debatte ein wichtiger Fakt vergessen, den Dirk von Gehlen auf Süddeutsche.de sehr gut auf den Punkt bringt: „Es ist an der Zeit, jene Überwachungs-AGB abzulehnen, die politisch verbreitet werden, statt so zu tun, als könne man das Problem über Facebook lösen.“

  • URHEBERRECHT Netzpolitik.org: Die Böhmermann-Debatte zum Urheberrecht: Leonhard Dobusch fasst auf Netzpolitik.org die doch noch sehr interessant gewordene Debatte um die Urheberrechtsverletzung durch Jan Böhmermann zusammen. Berufsprovokateur Böhmermann nutzt den Vorfall um die berechtigte Abmahnung für Aufmerksamkeit erhaschenden Krawall, andere Leute setzen sich mit der eigentlichen Frage um das Urheberrecht auseinander und wie dieses modernisiert werden muss.

  • PAYWALL Rhein-Zeitung.de: Schluss mit gratis – Eine Zeitenwende: Keine Ahnung, wie lang dieser Artikel noch zu lesen ist, denn der Kommentar von Marcus Schwarze auf Rhein-Zeitung.de wird bald hinter einer Paywall verschwinden. Kunden statt Reichweite lautet das neue Motto, weshalb bald jeder Artikel kostenpflichtig sein wird. Marcus Schwarze, Redakteur und Leiter Digitales bei der Rhein Zeitung erklärt diesen ultimativen Schritt.

  • ROBOTERJOURNALISMUS The Verge: AP’s ‚robot journalists‘ are writing their own stories now: Roboterjournalismus funktioniert nur unter bestimmten Voraussetzungen. Lars Sobiraj hat das auf Netzpiloten.de geschrieben. Die New Yorker Nachrichten- und Presseagentur Associated Press (AP) setzt ebreits auf Roboterjournalismus, ohne dass das den Journalismus gefährdet. Wie das geht und wie die bestimmten Voraussetzungen bei AP aussehen, erklärt Ross Miller auf theverge.com.

  • YOUTUBE BR Puls: Womit Youtube-Stars ihr Geld verdienen: Die hiesige YouTube-Community ist schwer einzuschätzen. Noch handelt es sich um alles andere als ein großes Geschäft, allerdings bereits mit sehr wenigen Ausnahmen, doch wie viel Geld wirklich schon im Umlauf ist, weiß niemand genau. Philipp Steuer hat für Google gearbeitet und kennt sich mit YouTube aus. Im Interview mit Anna Bühler legt er die Karten auf den Tisch – mit einem bestimmten Ziel.

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5 Lesetipps für den 17. Dezember

In unseren Lesetipps geht es heute um Google News in Spanien, das Urheberrecht, CETA, Netzneutralität in den USA und Daten verabeitender Journalismus. Ergänzungen erwünscht.

  • GOOGLE NEWS Gigaom: External traffic to Spanish news sites plummets after Google move: Klar wie Kloßbrühe war die Folge des Endes von Google News in Spanien (über die Lars Sobiraj gestern auf Netzpiloten.de berichtete), dass der externe Traffic auf die Seiten der Verlagsprodukte einbrechen würde. Innerhalb weniger Stunden bereits um 10 bis 15 Prozent, wie Chartbeat auf Grundlage von 50 Websites ermittelte. Dafür stieg aber der Anteil des internen Traffic an, der durch Verlinkungen zwischen spanischen Medien entsteht. Es wird spannend zu beobachten sein, ob die Medien sich weiterhin gegenseitig die Leser zu schieben oder weniger auf die direkte Konkurrenz verlinken.

  • URHEBERRECHT I taz: Freihandelsabkommen mit Kanada könnte Urheberrecht zementieren: Nach ACTA hat vor allem das Akronym TTIP eine breite Bekanntheit erlangt, allerings gibt es noch andere vier Buchstaben, die den Freihandel in seiner geplanten Form zu einer Bedrohung für unsere Gesellschaft machen könnten. Wie zum Beispiel CETA, dass geplante Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Kanada. Ähnlich wie schon bei den anderen Vorhaben spielt auch das Urheberrecht eine entscheidende Rolle in dem Vertragswerk. Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen gab deshalb bei dem Völkerrechtsexperten Henning Lahmann von der Unternehmensberatung iRights.lab ein Gutachten in Auftrag, indem Lahmann zu dem Schluss kommt, dass CETA die notwendige Modernisierung des Urheberrechts vereiteln könnte und den Status Quo zementiert.

  • URHEBERRECHT II Julia Reda’s Blog: Mein Bericht zum EU-Urheberrecht: Auf ihrem Blog stellt die Europaabgordnete Julia Reda, die vom EU-Parlament zur Berichterstatterin für die kommende Urheberrechtsreform ernannt wurde, den Fahrplan für die Evaluation vor. Und das übrigens in nicht weniger als sieben verschiedenen Sprachen. Mit ihrem Bericht will die Abgeordnete der Grüne/EFA-Fraktion dazu beitragen, dass mit der Urheberrechtsreform den Zugang zu Wissen und Kultur für alle Menschen verbessert und die nationalen Grenzen in der EU überwunden werden.

  • NETNEUTRALITÄT Ars Technica: “Shadowy” anti-net neutrality group submitted 56.5% of comments to FCC: Erinnern Sie sich, wie die US-Kommunikationsbehörde FCC im Sommer dazu aufforderte, dass man ihr seine Meinung zur Netzneutralität mitteilte? Der britische Comiker machte die Aufforderung und das Thema Netzneutralität einer breiten Masse bekannt, als er darüber in seiner Sendung sprach und seine Zuschauer aufforderte, sich bei der FCC für Netzneutralität auszusprechen. Ähnlichen Einfluss versuchte auch Koch Industries zu nehmen, zweitgrößte nicht börsennotierte Gesellschaft in den USA und die libertär-konservative Tea-Party-Bewegung unterstützende Firma der Koch-Brüder, indem sie eine verdeckte Mail-Kampagne initierten, die für mehr als 56 Prozent der eingegangenen Kommentare verantwortlich war. Natürlich ist Koch Industries gegen die Netzneutralität. Davor unterstützen die übrigens die globale Erwärmung bzw. deren Ursachen leugnende Kampagnen.

  • DATA TO TEXT Golem: Maschinen können keine Krimis schreiben: Im April diesen Jares hat Lars Sobiraj auf Netzpiloten.de über Roboterjournalismus geschrieben und sich dafür auch mit Saim Alkan unterhalten, einen der treibenden Kräfte in Deutschland. Auf Golem findet sich jetzt ein Interview von Christoph Schön mit Alkan, indem er erklärt, wie die automatische Generierung von Texten funktioniert, wohin sich die Technologie entwickeln könnte und warum „Data to Text“ die bessere Bezeichnung als Roboterjournalismus ist.

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5 Lesetipps für den 15. Juli

In unseren Lesetipps geht es um Journalismus in der Zukunft und von woanders für hier, Facebook, den Routerzwang und ein Medienprojekt über den ersten Weltkrieg. Ergänzungen erwünscht.

  • JOURNALISMUS I Rhein-Zeitung: Die WM der Selfies war nur der Anfang: Für den Redakteur Marcus Schwarze von der Rhein-Zeitung zeigte die Weltmeisterschaft im Herrenfußball bereits erste Ansätze eines automatischen Journalismus, der seiner Meinung nach in ein oder zwei Jahren schon Alltag in den Redaktionen sein könnte. Dann werden wohl Maschinen einen Teil der Berichterstattung übernehmen.
  • FACEBOOK iRights.info: Was uns Facebooks Experimente lehren: Facebook experimentiert mit unseren Gefühlen, wie aus einer jüngst veröffentlichten Studie hervorgeht. Damit steht Facebook laut Danah Boyd nicht allein. Auf iRights.info schreibt sie, dass Medien und IT-Unternehmen das jeden Tag ebenfalls machen. Es führt aber vor Augen, dass wir weder Einblick noch Kontrolle über die Algorithmen der Unternehmen haben, die unsere Daten nutzen.
  • ROUTERZWANG Heise.de: Stellungnahmen zur Anhörung spiegeln massiven Widerspruch: Die Bundesnetzagentur hat die Stellungnahmen zum Thema Zwangsrouter lieblos veröffentlicht, wie Dusan Zivadinovic auf Heise.de berichtet. Nun hat ein anonymer Bearbeiter die Pro- und Kontra-Argumente aus den über 300 Eingaben extrahiert. Das ganze Ausmaß des Widerspruchs von Zwangsroutern wird so klar.
  • JOURNALISMUS II Nieman Journalism Lab:: How some news orgs use time zones to their advantage to operate 24/7: Über das Finale des an der Ostküste der USA ausgetragenen Stanley Cups haben die Eishockey-begeisterten Finnen von einem Reporter aus Australien erfahren, denn um am Morgen im eigenen Land immer die neuesten Nachrichten schon aufbereitet anbieten zu können, setzen immer mehr Medienunternehmen auf im Ausland stationierte Reporter. Joseph Lichterman stellt im Blog des Nieman Journalism Lab diese Praxis vor.
  • ERSTER WELTKRIEG MDR: Medienprojekt zeigt wie Weltkrieg das Leben veränderte: Mit dem Medienprojekt „Heimatfront 1914-1918 – Als hier alles anders wurde …“ versucht sich der MDR Sachsen-.Anhalt und die Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt in einem interessanten Projekt, um den Kriegsalltag im heutigen Sachsen-Anhalt und den darauffolgenden Aufbruch in ein neues Zeitalter erlebbar zu machen. Interessant ist, neben der historischen und politischen Ebene des Bildungsprojektes, dass sich ein Öffentlich-Rechtlicher Sender als Akteur versucht.

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Warum es ein „WhatsApp des Journalismus“ nicht geben kann

Journalistische Startups haben ein Problem: Journalismus ist schwer skalierbar. Bei dem Wort Skalierbarkeit bekommen Startup-Gründer und Investoren gleichermaßen große Augen. Es ist der Grund dafür, warum Whats App mit nur 60 Mitarbeitern einen Kommunikationskanal für 500 Millionen Nutzern entwickeln konnte. Nur wenige Personen reichen aus, um ein Produkt zu entwickeln und es auch bei großem Wachstum zu erhalten. Das stellt journalistische Startups und Verlage gleichermaßen vor ein Problem: Journalismus ist nur eingeschränkt skalierbar.

Skalierbarkeit bedeutet, eine Einheit Input erzeugt einen überproportionalen Output. Für Steve Blank, einer der Begründer der populären Lean-Startup-Methode ist das ein wesentliches Charakteristikum eines Startups. Er definiert sie als „eine temporäre Organisation, die nach einem wiederholbaren und skalierbaren Geschäftsmodell sucht“.

Journalismus passt nicht in dieses Schema, denn Inhalte zu erstellen ist arbeitsintensiv: interviewen, recherchieren, schreiben, schneiden, redigieren und die vielen weiteren Aufgaben sind kaum automatisierbar. Den Output bei gleichbleibender Qualität zu erhöhen ist nur möglich, wenn der Einsatz an Humankapital erhöht wird. Skalierbar ist im Online-Journalismus nur die Technologie. In Anbetracht enger Budgets ist es bei journalistischen Neugründungen deshalb umso wichtiger, das vorhandene technologische Potenzial optimal zu nutzen.

Content-Management-System als Geheimwaffe

Eine Webseite eines Online-Magazins sollte zwei Aufgaben optimal erfüllen: Die Organisation der Beiträge im Backend und die möglichst flexible Ausgabe im Frontend. Einem Content-Management-System kommt dabei eine entscheidende Bedeutung zu, findet der ehemalige Reuters-Blogger Felix Salmon: „Es ist fast unmöglich, die Wichtigkeit des Content-Management-System zu überschätzen, wenn es darum geht, wer die Online-Publishing-Kriege gewinnt.“

Die Nase vorn zu haben scheint bei dieser Auseinandersetzung im Moment Vox Media, das Unternehmen hinter Magazinen wie The Verge oder Vox.com von Ezra Klein. Die Geheimwaffe von Vox Media ist ihr Content-Management-System names Chorus. Das CMS kann nicht nur die Inhalte verwalten, sondern hat auch die Kommunikation mit Usern, Statistiken oder die Anzeigenorganisation integriert. Chorus ist der Grund, warum Klein zu Vox Media gegangen ist: „Sie hatten die Technologie, die wir erfinden wollten“, sagte Klein der New York Times. Klein spricht im Plural, weil nicht nur er die Washington Post verlassen hat, sondern mit ihm acht weitere Post-Mitarbeiter, u.a. Yuri Victor, der sich als Entwickler bei einem Nachrichtenmedium einen Namen gemacht hat.

Inhalte wiederverwertbar machen

Strukturierte Daten sind ein zweiter Weg, um die Inhalte wiederverwertbar zu machen – und damit skalierbar, weil sie mit einmaligen Aufwand öfter verwendet werden können. Ein Beispiel: Anstatt über einen Unfall nur in einer herkömmlichen Meldung zu berichten, kann man den Ort, das Datum und die Zahl der Verletzten separat als Metadaten des Artikels speichern. Diese Informationen können dann leicht auf einer Karte oder in einer Statistik dargestellt werden.

Weiter geht Lauren Rabaino, Produktmanagerin bei – Überraschung – Vox Media. „Kill the article“, schreibt sie über ein Konzept, das sie mit zwei ihrer Ex-Kollegen von der Seattle Times bei einem Hackathon entwickelte: Ein einzelner Artikel soll so in den Kontext vorher erschienener Inhalte gesetzt werden. Im Hinblick auf die Monetarisierung heißt das: Ein Text kann mehr als nur einmal Einnahmen geniereren. Der Spruch „Nichts ist älter als die Zeitung von gestern“ aus der Print-Ära verliert damit an Bedeutung.

Roboterjournalismus als Inbegriff der Skalierungsmaxime

Im Sinne der Skalierungsmaxime ist allerdings nur eine Art des Journalismus: Sogenannter Roboterjournalismus, bei dem Algorithmen oder Sensoren die Arbeit von Journalisten ganz oder zum Teil übernehmen. Humankapital ist im Herstellungsprozess nicht notwendig, damit geht eine hohe Skalierbarkeit einher. Im April kündigte zum Beispiel die Agentur Aexea aus Stuttgart an, Sportnachrichten in acht Sprachen automatisch generieren lassen zu wollen. Doch Sportergebnisse sind sicherlich nicht das Ende der Fahnenstange. „Das wäre so, als wenn das Roboter-Auto nur auf einer schnurgeraden Straße ohne andere Verkehrsteilnehmer fahren würde“, schreibt der Datenjournalist Lorenz Matzat bei Netzpolitik.org.

Wachstum ist für jedes Startup ein wichtiger Schritt hin zu einem funktionierendem Geschäftsmodell. Im Journalismus ist das allerdings nicht durch direkte Skalierbarkeit zu erreichen: zu arbeitsintensiv ist (qualitativ hochwertiger) Inhalt. Trotzdem – oder gerade deshalb – bedeutet Innovation im digitalen Journalismus, die technologischen Gegebenheiten möglichst gut auszunutzen. Dafür braucht es in den Redaktionen nicht nur Journalisten, sondern auch Coder. Dennoch bleibt die Technologie stets nur Hilfsmittel, nicht das Produkt selbst – im Gegensatz zu Startups, die auf rein technologische Lösungen ausgerichtet sind.


 


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Roboterjournalismus als Totengräber?

Spätestens seit Bekanntwerden des neuen Startups von Ex-dapd-Chef Cord Dreyer ist das Thema Roboterjournalismus in aller Munde. Die Netzpiloten fragten Saim Alkan: Werden die Programme den Journalismus zerstören oder ihn unterstützen? // von Lars Sobiraj Anfang April gab die Stuttgarter Agentur Aexea bekannt, dass sie mithilfe ihrer Software „AX“ ein [...]
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