Daniel Peter5 Lesetipps für den 17. Februar

In unseren Lesetipps geht es heute um die Carbanak Hacker-Gruppe, Youtube, Abmahnungen, @meta_bene und den BR und seine Probleme mit dem Lizenzrecht. Ergänzungen erwünscht.

  • CARBANAK SPIEGEL ONLINE: So gelang den Cybergangstern der Milliarden-Coup: Die Beute: eine Milliarde Dollar. Der Ort des Verbrechens: 100 Geldinstitute in 30 Ländern. Fluchtfahrzeug: das Internet. Am Wochenende berichtete die IT-Sicherheitsfirma Kaspersky, dass eine internationale, kriminelle Hacker-Gruppe weltweit durch Online-Einbrüche und Hacks einen immensen Betrag erbeutet hat. Bisher ist bekannt, dass die Täter die Computer von Bankangestellten mit Schadsoftware infiziert hatten und anschließend die Kontrolle übernommen haben. Doch wie läuft so ein digitaler Bankraub ab? Spiegel Online rekonstruiert das Vorgehen der Carbanak Cybergang.

  • YOUTUBE Süddeutsche.de: Bändiger des Bösen: Pro Minute werden 300 neue Videos auf der Videoplattform Youtube hochgeladen. Darunter befinden sich nicht nur die berühmten Katzen-Videos, sondern auch Hass-Botschaften, Gewaltdarstellungen und pornografisches Material. In einem ständigen Wettlauf gegen die Zeit müssen Videos dieser Art entfernt werden, bevor sie von zu vielen Nutzern gesehen werden. Die Inhalte werden nicht durch einen Algorithmus kontrolliert, da dieser den Zusammenhang der gezeigten Bilder nicht erkennen kann. Stattdessen muss jedes einzelne Video von menschlichen Angestellten gesichtet werden.

  • URHEBERRECHT iRights info: Ein Deckel mit Löchern: Mehrere tausend Euro für ein illegal verbreitetes Musik-Album? Solche Fälle sollte das „Gesetz gegen unseriöse Geschäftspraktiken“, das im Oktober 2013 in Kraft trat, verhindern. Seitdem hat sich zwar die von Verbraucherschützern kritisierte „Abmahnindustrie“ gewandelt, jedoch ist die Anzahl der Abmahnung nicht wirklich gesunken. Die Gesetzesänderung scheint seinen Zweck verfehlt zu haben, dabei gibt es auch Wege jenseits von Gesetzen und Gerichten, die man beschreiten könnte, um die illegale Verbreitung von urheberrechtlich geschütztem Material zu reduzieren.

  • TWITTER taz.de: Aphorisierende Antilopen: Striche auf weißem Grund. Tiere aus schwarzer Tusche. @meta_bene ist bestimmt kein typischer Twitter-Nutzer. Er retweetet nicht, er kommentiert nicht, er antwortet nicht. Er schickt nur täglich eine Zeichnung in die Welt. Sie sind unglaublich minimalistisch und auf ihre eigene Art philosophisch. Die Räumlichkeit des Bildes wird nur durch die Position der Tiere zueinander bestimmt. Die Tiere unterhalten sich über existentielle Fragen oder denken darüber nach – auf ihre einzigartige nüchterne Weise. Ein Artikel der taz über einen besonderen Twitterer.

  • LIZENZRECHT Golem.de: Der schludrige Umgang mit freier Software: Mitte Januar hat der Bayerische Rundfunk mit Linius ein Programm veröffentlicht, das vom BR für die Erstellung von multimedialen Inhalten für das Internet verwendet wird. Als freie Software soll es nicht-kommerziellen Akteuren die publizistische Arbeit erleichtern. Da das Programm jedoch auf der Blogsoftware WordPress basiert, und dieses unter der General Public License steht, kann es eigentlich auch für kommerzielle Zwecke benutzt werden. Das ist aber nicht das einzige lizenz- und urheberrechtliche Problem beim Vorgehen des BR.

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Lars Sobiraj2015 gibt es 1 Milliarde Creative Commons-Werke

2001 wurde die gemeinnützige Organisation Creative Commons begründet. 13 Jahre später werden täglich rund 27 Millionen neue CC-Plaketten im Internet vergeben – nächstes Jahr wird die Milliardenmarke geknackt. // von Lars Sobiraj

Big Buck Bunny, Creative Commons, CC, Big Buck Bunny characters posing for Creative Commons

Nächstes Jahr wird eine magische Grenze geknackt. Dann gibt es im Internet eine Milliarde Werke, die mithilfe einer Creative Commons-Lizenz (CC) veröffentlicht wurden. Momentan sind im Web geschätzte 882 Millionen CC-lizenzierte Werke verfügbar. Google gibt an, dass es weltweit momentan 9 Millionen Webseiten gibt, die eine aktuelle oder ältere Lizenz implementiert haben. Die Idee, Wissen mit möglichst geringen Hürden allgemein zugänglich zu machen, hat sich offensichtlich bewährt. Oder etwa nicht? Wir schauen uns das einmal genauer an.

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Steve Martin5 Lesetipps für den 9. Juli

In unseren Lesetipps geht es heute um den aktuellen Umsatz von Youtube, die Lizenzen bei Ego-Shootern, den Spannungsaufbau von Beiträgen in der Informationswelt, 99 Tage ohne Facebook und die unkontrollierte Entfernung von Inhalten bei Soundcloud. Ergänzungen erwünscht.

  • YOUTUBE: “Nur” 3,5 Mrd Dollar: YouTubes Umsatz weitaus kleiner als erwartet: Youtube wirft doch nicht so viel Geld ab wie erwartet: die Erlöse der Google-Tochter sind weitaus geringer als bisher gedacht. Das berichtete das Premiumportal The Information. Marktforscher eMarketer errechnete Ende vergangenen Jahres, dass Youtube noch 2013 5,6 Milliarden Dollar Umsatz macht – was sich nun als falsch herausstellt. Google übernahm das Videoportal im Jahre 2006 für 1,65 Milliarden Dollar.
  • GAMES: Jetzt: Echtes Geld für falsche Waffen: Was bei bekannten Fußball-Sportsimulationen schon längst kein Geheimnis mehr ist, ist bei Egoshootern noch nicht so wirklich ganz klar – Lizenzgebühren bei der Verwendung und Nutzung derer Produkte im Spiel. Unterstützt der Gamer beim Kauf solcher Spiele nun auch die Waffenindustrie?
  • JOURNALISMUS: Berliner Gazette: “30 Dinge, warum…”: Fast Food der Informationswelt: Subjekt-Prädikat-Superlativ – Das neue „Fast Food“ der Informationswelt trägt dazu bei, dass Links geklickt, geliked und geteilt werden. Spannung aufbauen ist das A und O und je mehr Reize geschaffen werden, desto mehr Traffic generieren die Seitenbetreiber. Eine Dokumentation über Sensation und Spannung.
  • FACEBOOK: Readwrite: Quitting Facebook For 99 Days: An Experiment In Digital Happiness: „Sind wir nicht alle viel glücklicher ohne Facebook?“ In einem Experiment sollten die Probanden 99 Tage ohne die Nutzung von Facebook auskommen. Das Ziel: Eine Dokumentation über das Leben jeder Einzelner, wie sich ihr Leben ohne das soziale Netzwerk anfühlt und verändert hat – Ein Mammutprojekt.
  • MUSIC: Futurezone: Universal Music löscht bei SoundCloud ohne Kontrolle: Ohne Einschränkungen kann Universal Music sämtliche Tracks vom Musik-Dienst Soundcloud entfernen. Ganz gleich ob Inhalte lediglich dem Urheberrecht unterliegen oder dem Rechteverwerter die Inhalte einfach nicht gefallen. Doch ist das wirklich so einfach?

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Katharina BrunnerGetty Images: Werben statt abmahnen

Die größte Fotoagentur der Welt macht seine Bilder kostenlos – zumindest für nicht-kommerzielle Nutzung. Schafft es Getty Images mit dem Strategiewechsel sich auf die Welt der digitalen Güter einzustellen? // von Katharina Brunner

Getty Images (Bild: Andrew [CC BY-SA 2.0], via Flickr)

Es ist die Tech-Meldung des Tages: Die Bildgentur Getty Images bietet nicht-kommerziellen Nutzern an, Millionen Fotos kostenlos auf eigene Webseiten einzubinden. Für Getty Images ist das eine radikale Kursänderung: Bisher war die Agentur eher dafür bekannt, mit Abmahnungen seine Urheberrechtsansprüche durchzusetzen. Doch der Kampf gegen die wildkopierende Masse kann offenbar nicht gewonnen werden. Doch aus altruistischen Motiven handelt Getty deshalb aber noch lange nicht.

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Björn RohlesDeutsche Creative Commons in neuer Version

Logo der Creative CommonsGestern wurden die deutschen Creative Commons auf die Version 3.0 aktualisiert. Mit der neuen Version wird aktuellen Entwicklungen in der Gesetzgebung Rechnung getragen. In der Pressemitteilung werden die Änderungen ausführlich vorgestellt, hier eine kurze Version ohne juristische Gewähr:
  • Verzicht auf Sui-Generis-Datenbankrechte, damit die Lizenzbestimmungen nicht durch Datenbankaufnahme umgangen werden können,
  • Aufnahme der Möglichkeit, die Nutzung im Voraus für noch nicht bekannte Nutzungsformen zu ermöglichen,
  • Behandlung von gesetzlichen Vergütungsansprüchen und Zwangslizensierungen,
  • größere Freiheiten in der Variante „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen“ (abgekürzt BY-SA),
  • Ausweitung der Lizenzen auf Inhalte, die nicht alle Voraussetzungen eines “Werkes” im Sinne des deutschen Urheberrechtsgesetzes erfüllen,
  • Anpassungen von Sprache und Begrifflichkeiten.
Was sind die Creative Commons? Die Creative Commons sind verschiedene Lizenzmodelle, die es Kreativen ermöglichen sollen, frei über die Verwendung ihrer Werke zu bestimmen. Die Modelle sind Kombinationen der folgenden Merkmale:
  • Namensnennung: der Urheber des Werks muss genannt werden
  • Keine Bearbeitung: das Werk darf nicht bearbeitet werden
  • Nicht kommerziell: das Werk darf nicht in einem kommerziellen Rahmen genutzt werden
  • Weitergabe unter gleichen Bedingungen: alle Bearbeitungen müssen unter der gleichen Lizenz wiederveröffentlicht werden wie das ursprüngliche Werk
Damit bilden die Creative Commons eine hervorragende Möglichkeit, eigene Werke zu veröffentlichen. Der Kreative kann frei über die Verwendung bestimmen; der Interessierte kann entscheiden, ob er das Werk unter den gewählten Bedingungen verwenden darf oder mit dem Kreativen Rücksprache halten muss.

Volker Agüeras GängNDR erlaubt freies Herunterladen ausgewählter Inhalte

Im Rahmen eines Pilotprojekts stellt der NDR seit heute ausgewählte Beiträge des Medien-Magazins Zapp und der Satire-Sendung Extra 3 unter einer Creative-Commons-Lizenz ins Netz. Somit darf jeder diese Sendungen kopieren und weiterverbreiten, solange es dabei nicht um Profit geht. „Die Inhalte, die wir im Netz zur Verfügung stellen, haben unsere Zuschauer über die Rundfunkgebühr bereits bezahlt. Weil wir über das Internet speziell junge Zielgruppen erreichen, ist der Einsatz von Creative-Commons-Lizenzen für uns besonders interessant. Auf diese Weise tragen wir veränderten Nutzungsgewohnheiten Rechnung“, so NDR Intendant Prof. Jobst Plog. [Mehr]

Peter BihrFreie Inhalte sind sexy

Freie Inhalte sind sexy. Das gilt zumindest, wenn man Michelle Thorne von Creative Commons glaubt, obwohl sie dafür andere Worte wählt: Inhalte im Netz frei zu Verfügung zu stellen hat für alle Beteiligten Vorteile, wie Michelle uns im Interview auf dem Barcamp Berlin dargelegt hat. Uns hat sie jedenfalls überzeugt. Deshalb stellen wir ab sofort alle Inhalte der Blogpiloten unter eine Creative Commons Lizenz (Für Experten: by-nc-sa 2.0). [Mehr]