All posts under Literatur

Insta-Urlaub oder Analogferien: Was verpassen wir, wenn wir unsere Erinnerungen inszenieren?

Frau Samsung Alpha (Image by Firmbee [CC0 Publoic Domain], via Pixabay
Auf einer Konferenz vor wenigen Wochen prophezeite Nicola Mendelsohn, die Geschäftsführerin von Facebook, dass die sozialen Netzwerke in fünf Jahren „vollständig aus Videos“ bestehen würden. “Wir sehen von Jahr zu Jahr eine Abnahme des Textanteils“, sagte sie. „Wenn ich wetten müsste, würde ich sagen: Video, Video, Video.“ Unterdessen berichtete ein Artikel [...]
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5 Lesetipps für den 24. November

In unseren Lesetipps geht es heute ums Urheberrecht, Flipagram, wie Snapchat funktioniert, Science Fiction bei Microsoft und die Antiwerbung der Telekom. Ergänzungen erwünscht.

  • URHEBERRECHT Tom Hillenbrands Blog: Armer Autor, Du hast echt keine Freunde: In seinem Blog kommentiert der Schriftsteller Tom Hillenbrand das aktuelle Urteil des Europäischen Gerichtshof zur Urheberpauschale und erklärt die Thematik und Entwicklung an sich. Es geht darum, ob die Verlage etwas von der eingesammelten Urheberpauschale wie bisher abbekommen oder nicht, vor allem da das EuGH diese Praxis als rechtswidrig ansieht. Fazit der ganzen Geschichte ist eigentlich die Erkenntnis, die man bei jeder Debatte um das Urheberrecht bekommt: Es geht nie um Rechte, sondern stets um Geld.

  • FLIPAGRAM Forbes: Flipagram Could Be Bigger Than Instagram: Mit Flipagram können aus Bildern, Videos und Musik kurze Mashups erstellt und in den sozialen Netzwerken geteilt werden. Die App hatte nach einem Jahr bereits 30 Millionen Nutzer, eine Benchmark für die Facebook drei Jahre gebraucht hat, Snapchat immerhin zwei Jahre. Kathleen Chaykowski geht für Forbes der Frage nach, ob es sich bei Flipagram um das nächste Instagram handelt und gibt einen interessanten Einblick in die Entwicklung durch den Gründer Farhad Mohit.

  • SNAPCHAT Medienspinnerei: Was ist Snapchat? Wie geht das? Wozu brauche ich das?: Snapchat ist ein Messenger, mit dem man zeitlich nur begrenzt angezeigte Bilder und Videos veröffentlichen kann. Soweit so gut, was Snapchat ist, kann man leicht erklären, aber wie es funktioniert und wie man es nutzen kann, fällt mir persönlich schon schwerer zu erklären, denn bisher hat es für mich nur in der direkten Kommunikation mit meiner Freundin Sinn ergeben. Etwas mehr Klarheit bringt dieser Artikel von Falk Sieghard Gruner, der gleich auch ein paar Beispiele für gelungene Kommunikation mithilfe von Snapchat anzeigt.

  • MICROSOFT The Next Web: 9 sci-fi authors went to Microsoft’s research labs and wrote a book: Microsoft hat neun Science-Fiction-Autoren – Elizabeth Beat, David Brin, Nancy Kress, Greg Bear, Ann Leckie, Seanan McGuire, Jack McDevitt und Robert J. Sawyer – in sein Forschungslabor eingeladen und ihnen die vermeintliche Zukunft gezeigt. Herausgekommen ist ein Buch mit Science-Fiction-Literatur über eine mögliche Version der Zukunft, in dem es vor allem um das Verhältnis zwischen Mensch und Technologie geht. Amanda Connolly zeigt sich in ihrem Artikel auf The Next Web beeindruckt.

  • DEUTSCHE TELEKOM Horizont: Warum die Antiwerbung in Wahrheit ein Geniestreich ist: Marco Saal kommentiert die aktuellen Werbespots der Telekom, die sich mit dem Thema „Digital Detox“ auseinandersetzen und, für einen Telekommunikationsanbieter sicher ungewöhnlich, es beinahe propagieren, im Familienkreis auch einmal die vielen Geräte wegzupacken, die uns sonst so wichtig geworden sind. Doch von Antiwerbung kann keine Rede sein, wie Saal erklärt, sondern von einem aus Markensicht gelungenen Geniestreich, auch wenn der Vertrieb der Telekom vielleicht ganz leichte Bauchschmerzen bekommt.

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Storytelling für die Snapchat-Generation

Logo der Literatur-App Hooked
Das Startup Telepathic aus San Francisco entwickelt die App Hooked – und will damit Literatur für Jugendliche auf dem Smartphone attraktiv machen. // von Laura Selz Die iOS-App Hooked ist eine Bibliothek an Kurzgeschichten, die exklusiv für das Smartphone geschrieben wurden. „5-minute-readings“ – aber nicht zum scrollen, sondern zum klicken. [...]
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Wie eine Suchmaschine: Kuration braucht Kontext

Lupe (image by shotput [CC0] via pixabay)
Beim durchfluten meiner Bibliothek und meines digitalen Archivs stoße immer wieder auf sehr schöne Lektürefrüchte und bin immer wieder überrascht, was ich schon so alles gelesen habe. Interessant sind immer wieder die Lektüretechniken, die mir über den Weg laufen. So fragt der Künstler Bazon Brock seinen Freund und Philosophen Peter [...]
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Merve-Verlag und die Lust an der Respektlosigkeit

Outdoor Bücher (image by Robert Agthe [CC BY 2.0] via flickr)
Erst marxistisch, dann daneben. Der Publizist Peter Gente hielt sich nicht an die Regeln – und schuf so ein erfrischend gut gelauntes Lebenswerk. Vor rund 45 Jahren wurde in Berlin der Merve-Verlag gegründet – und galt nach anfänglichen marxistischen Ausflügen als publizistische Zentrale von Postmoderne und Dekonstruktion. So bilanzierte der entkollektivierte [...]
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Crowdfunding für Bücher: Wenn der Leser zum Verleger wird

pentian
Die Self-Publishing- und Crowdfunding-Plattform Pentian bezahlt nicht nur Autoren, sondern belohnt Unterstützer erfolgreicher Buchprojekte mit einem Teil der Tantiemen. Dieses System soll das Verlagswesen revolutionieren. // von Christina zur Nedden Pentian kombiniert zwei große Trends: Self-Publishing und Crowdfunding. Autoren können ihre Bücher selbst veröffentlichen und in direkten Austausch mit ihren [...]
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Durchgedreht mit… Wladimir Kaminer

In der vierten Folge von „Durchgedreht mit…“ spricht die Netzpiloten-Autorin Gina Schad mit dem Schriftsteller Wladimir Kaminer über seine Erfahrungen mit sozialen Netzwerken, sein neues Buch über das Erwachsenwerden seiner Kinder und die Berichterstattung über Russland in deutschen Medien:

Auf Startnext.de ist die Crowdfunding-Kampagne von „Durchgedreht mit…“ gestartet. Die nächsten 25 Tage kann unsere Autorin Gina Schad und damit Vielfalt im Journalismus unterstützt werden!

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E-Books im Denknebel des Literaturbetriebs

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Das E-Book wird bislang als schlechteres Buch angesehen – und trotzdem teurer verkauft. Und die neuen Schreibweisen der Netzzeit warten nicht auf den alten Literaturbetrieb. // von Gunnar Sohn. E-Books sind in Deutschland noch nicht der absolute Renner. Und wenn ich mir die Preispolitik für digitale Bücher hierzulande anschaue, wundert [...]
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Literatur: Der amerikanische Agent

Gegner im Geschäft, Gleichgesinnte im Geist: Paul Bowles’ Förderung marokkanischer Literatur im Spiegel Tahar Ben Jellouns’ „arabischen Frühlings“

Tahar Ben Jelloun scheint im deutschen Literaturkosmos derzeit gefragt wie nie zuvor: Erst wurde der in Paris lebende renommierte marokkanischen Schriftsteller („Papa, was ist ein Fremder?“) und Journalist mit dem Erich-Maria-Remarque Friedenspreis der Stadt Osnabrück ausgezeichnet. Dann berief ihn das gerade abgeschlossene 11. internationale Literaturfestival Berlin als Ehrengast. Ben Jellouns’ jüngstes Buch „L’étincelle“1 gilt als wichtigste aktuelle Bestandsaufnahme zu den revolutionären Ereignissen in der arabischen, insbesondere maghrebinischen Welt, zumindest, was die hohen Verkaufszahlen betrifft. Unter Journalisten und Rezensenten wird „L’etincelle“ dagegen zwiespältig bewertet: Zwar werden Ben Jellouns zeitnahe Beobachtungen gewürdigt, auch seine quer durch den Orient reflektierten Prognosen geschätzt, doch gerade bei Ben Jellouns historischer Analyse entzündete sich auch Kritik: Weiterlesen »

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Paul Bowles Hommage zum 100. Geburtstag

Mit bohrendem Blick

Bett, Schreibmaschine, Rauch.


Jahreswechsel. Die letzte Woche des Aufbau – Literaturkalenders 2010 ist dem amerikanischen Schriftsteller Paul Bowles gewidmet: Das Kalenderblatt zeigt ihn in seiner Wohnung in Tanger. Das Foto wurde im Herbst 2003 aufgenommen, als ich ihn das erste Mal traf, ihn zum Auftakt einer Saharareise in Tanger kennenlernte. Paul Bowles war damals 82 Jahre alt, bereits hinter dem Herbst seines Lebens.

So wie auf diesem Bild habe ich ihn, haben viele Paul Bowles in seinen letzten Jahren in Erinnerung behalten: Meist im Morgenrock und auf seinem Bette sitzend. Prasselndes Kaminfeuer. Tee. Zigarettenspitze. Lauter Notizen, Tonbänder und allerlei Musikgegenstände aus dem Maghreb umher gruppiert. Nur noch selten ging er aus dem Haus, um seine geliebten Spaziergänge in Tanger zu unternehmen, die er früher täglich im Gassen-Gewirr des Souk, des Zocco ausführte. Doch bei aller sichtbarer Gebrechlichkeit behielt Paul Bowles bis zum Schluß seinen messerscharfen Verstand und den beobachtenden, ja medizinisch-sezierenden Blick, der seinem Wesen und auch seinen Romanen in Stil und Sprache inne wohnte.

Mit dieser Hommage möchte ich an den Mann erinnern, der mir vor über 17 Jahren in Tanger den Blick ins Innere öffnete… Weiterlesen »

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Preferred Blog: in|ad|ae|qu|at

Nicht alle Blogs sind Journale, in denen die Persönlichkeit der Autorin, des Autors im Mittelpunkt steht. Es gibt auch solche, die verstehen sich als Plattform, wo sich die Werke anderer und ihre Schöpfer bestmöglich entfalten sollen. in|ad|ae|qu|at ist ein Beispiel dafür. Nicht die Selbstverwirklichung, sondern die Ermöglichung steht hier im Zentrum.

Vielleicht deshalb gestaltet sich der Zugang zu in|ad|ae|qu|at zunächst etwas sperrig: Man sucht – als Blogger fast schon gewohnheitsmässig – nach dem vermeintlich kantigen Blog-Ich, nach der Persönlichkeit, die hinter dem Weblog steckt – und findet stattdessen Texte, Bilder und Töne unterschiedlichster Herkunft, ein Sammelsurium zunächst, dessen Ordnung erst auf den zweiten Blick ersichtlich wird – ebenso wie der dahinterliegende Gestaltungswille… Weiterlesen »

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Ich bin Paul Bowles. Und Sie?

1993 reist ein Literaturstudent auf den Spuren des amerikanischen Schriftstellers durch Marokko. Plötzlich steht er seinem Idol gegenüber.

Als ich im Herbst vor 17 Jahren mit dem Auto nach Spanien aufbrach, wollte ich zunächst vor allem eines: Fahren, unterwegs sein. Ich war ein junger Literaturstudent und meine Helden hießen Jack Kerouac, William S. Burroughs, Tennessee Williams und Paul Bowles; ihre Geschichten waren die junger, unabhängiger Männer, die sich reisend selbst verwirklichten. Auch sie waren irgendwann durch Europa, dann durch Nordafrika gefahren. Ich wollte sehen, was sie gesehen hatten.

In den Kinos lief gerade Bertoluccis Verfilmung von Bowles‘ „Himmel über der Wüste“ und genau da wollte ich hin, in die Wüste, nach Marokko. Im Kofferraum hatte ich Zelt und Schlafsack, Spaten und große Wasserflaschen… Weiterlesen »

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Sieben deutschsprachige Literaturplattformen

Sind literarische Online-Foren nicht eine moderne Art der Kaffeehäuser, wie sie Ende des 19. Jahrhunderts und bis zu Beginn des Zweiten Weltkrieges von vielen Schriftstellern – und ein paar wenigen Schriftstellerinnen – besucht wurden? Dort trug man sich die neuesten Texte vor und tauschte sich darüber aus. Oder man debattierte über Politik und Gesellschaft – und tratschte bestimmt auch. Doch der Vergleich hinkt auf mindestens einem Fusse: In den heutigen literarischen Foren des Internets fehlt die persönliche, physische Begegnung, es fehlt der Austausch in Echtzeit, auch Gespräch genannt, und es fehlt die unverwechselbare Atmosphäre der damaligen Kaffeehäuser – und der allgegenwärtige Kaffeeduft…

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Preferred Blog: litblogs.net

Literarische Blogs gibt es nicht wie Sand am Meer, zumindest nicht wirklich gute. Zugegeben: was ein guter oder weniger guter literarischer Blog ist, bleibt wohl eher der persönlichen Einschätzung überlassen. Das ist nicht wesentlich anders als mit Literatur in gedruckter Form: zwar gibt es sehr wohl objektive Qualitätskriterien, doch das Subjektive bleibt für den Genussleser ein entscheidender Faktor. Denn wenn mir ein Buch nicht gefällt, kann mich in den meisten Fällen auch ein noch so belesener Literaturpapst nicht wirklich vom Gegenteil überzeugen.

Umso schöner, dass ich Litblogs.net entdeckt habe. Denn hier sind ein paar richtig gute literarische Blogs versammelt. Und es ist ein Einfaches, mit ihnen in Kontakt zu kommen – und zu bleiben. Litblogs.net ist eine Art Monitor für zurzeit rund zwanzig literarische Blogs. Titel, Herkunft und Alter aller neuen Beiträge werden auf der Hauptseite aufgelistet, wie man sich das von Blogs gewohnt ist: der aktuellste Eintrag zuoberst. Durch einen einfachen Klick kann man den Eintrag ansehen, ohne die Seite verlassen zu müssen, alternativ dazu aber auch, indem man den entsprechenden Blog in einem neuen Fenster öffnet. Selbstverständlich sind die Blogs auf einfache Art zugänglich, auch ohne dass gerade ein aktueller Beitrag aufgelistet ist. Ferner sind Kurzporträts der Blogbetreiber hinterlegt…

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Linkes Auge hinkt

Ja liebe Liebende. Sowas gibt es noch in deutschen Landen. Trommelwirbel… Linkes Auge hinkt…Tusch!

Eine echte Literatur-Perle. Obwohl der Autor mir dieses Wort wahrscheinlich mit Widerhaken bestückt ins rechte Ohr treiben würde. Ein Blog, das keines sein will. Umso besser.

(Danke an den Glumm für den Tipp. Achja, wer den nicht kennt, der ist bei mir Blog der Jahre 2004-2008 und Grimmepreisträger des Jahrzehnts statt all der Lobos und Sixtusse, die da waren, sind und sein werden.)

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Topliste Literatur im Netz

Literatur-Weblogs und Websites mit literarischen Bezug  haben sich innerhalb der Netzkultur einen festen Platz erobert. Die Autorenkultur könnte hybrider nicht sein: traditionelle Schriftsteller treffen so im virtuellen Bereich auf experimentelle Schreibprojekte und Autorennetzwerke. Im nun Folgenden sollen zehn auserlesene Linktipps zum Thema in aller Kürze vorgestellt werden. Weiterlesen »

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