Alle Beiträge zu Kolumne

Homo Digitalis: Digitale Unternehmer sind schöpferisch und kreativ

Tastatur (adapted) (Image by JeongGuHyeok [CC0 Public Domain] via pixabay)
Die Digitalisierung fordert alle Unternehmen und auch die akademischen Disziplinen heraus. Eine Antwort will jetzt die BWL im Strategischen Management liefern. Das dokumentieren jedenfalls die Autoren Thomas Hutzschenreuter, Torsten Wulf und Dodo zu Knyphausen-Aufseß in einem Gastbeitrag für die FAZ. Keiner wisse genau, wie neue Branchenstrukturen aussehen, welche Plattformen und [...]
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Check-up Ireland: Niamh Bushnell – die Zarin dankt ab

GRAND CANAL DOCK AREA OF DUBLIN [JUNE 2016]-117259 (adapted) (Image by William Murphy [CC BY-SA 2.0] via flickr)
Als ich die Dubliner Startup-Beauftragte Niamh Bushnell Ende 2015 zum ersten Mal besuchte, war „The Commish“ von einer irischen Zeitung gerade als Zarin bezeichnet worden. Da die Zarin gerade abgedankt hat, ist nun ein guter Zeitpunkt für ein „Netzpiloten revisited“. Wenn es um Tech-Themen geht, ist Dublin nicht nur Hauptstadt, [...]
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Wie man Dummschwätzer im Management enlarvt

Coffee Calls a Meeting (adapted) (Image by Keoni Cabral [CC BY 2.0] via Flickr)
Viele Konzernmanager denken nur an die gut geölte Effizienz der Belegschaft und die Bonus-Zahlungen ihrer Fünfjahres-Verträge. Ist es nicht an der Zeit, ihr leeres Geschwätz zu entlarven? Wenn junge Menschen ihre Karriere planen, dominieren klassische Erwartungen. Rund 40 Prozent wollen in den öffentlichen Dienst, 15 Prozent streben einen Job in [...]
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Digitale Agenda gesucht

Digital DNA, City of Palo Alto, Art in Public Places, 9.01.05, California, USA (adapted) (Image by Wonderlane [CC BY 2.0] via Flickr)
Von Abfall bis Zahnbürste, alles wird digital. Wie aber bringen wir Gabriel und Co. dazu, das auch zu verstehen? Netzökonomie-Campus-Initiative ist ein höchst pragmatischer Vorschlag in die Diskussion geworfen worden, wie man internet-aversive Unternehmer, Verbandsfunktionäre und sonstige relevante Entscheider in Teutonien ins Netzzeitalter katapultieren könnte. Man ummantelt schlichtweg die analogen [...]
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Digital und Mittelstand – Symbiose gewünscht

Network (adapted) by Claus Rebler (CC BY-SA 2.0) via Flickr
Warum wir digital scheitern – Mittelstand und Netzszene im Zustand des gegenseitigen Nichtverstehens! Ein Umdenken ist längst überfällig. Mehr denn je braucht Deutschland für den neuartigen, disruptiven Wandel von Ökonomie und Gesellschaft den Dialog zwischen Mittelstand und Netzszene. Ein „Weiter so“ ist ebenso wenig eine Option wie eine Dialogunfähigkeit zwischen [...]
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Wenn nur noch Zynismus hilft

Close up person using smartphone (adapted) (Image by Japanexperterna.se [CC BY-SA 2.0] via Flickr)
Kommunikation in Unternehmen besteht oft nur noch aus positiven Phrasen. Wenn Mitarbeiter dann zynisch werden, ist es meistens schon zu spät. Bernhard Steimel prangert in einem lesenswerten Beitrag die Hybris der Social-Media-Priester an: Sie würden Wasser predigen und Wein saufen. Sie selbst seien im Ego-Shooter-Modus unterwegs und pflegten die Kunst [...]
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Abgesang auf die Macho-Chefs

Im Management von heute dreht sich alles um Effizienz. Wenn Unternehmensziele so utopisch sind wie sowjetische Fünfjahres-Pläne, müssen das oft die Angestellten ausbaden. // von Gunnar Sohn Als Schule der Intrigen mit Macho-Kultur bezeichnet der Ex-Telekom-Vorstand Thomas Sattelberger im Spiegel-Interview die düstere Realität auf Chefetagen. Er muss es wissen. Deutsche [...]
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Vertrauen versus Kontrolle

17 (adapted) (Image by K D [CC BY 2.0] via Flickr)
Wie Excel-Manager die digitale Gegenwart verschlafen. Vertrauenskultur scheint in der Wirtschaft nicht hoch im Kurs zu stehen, besonders dann, wenn die eigene Zukunft nicht mehr aus den Erfolgen der Vergangenheit abgeleitet werden kann. Wolf Lotter leitet das in seiner „Brandeins“-Kolumne aus der „Führungskräftebefragung 2014“ des Reinhard-Mohn-Instituts der Universität Witten /Herdecke ab. [...]
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Gunnar Sohn: Kolumne als eBook

High Altitude Kindle 4 (adapted) (Image by Dan Vogel [CC BY-SA 2.0] via Flickr)
Es ist höchste Zeit: Liebwerteste Gichtlinge kommt als eBook. „Gute Leute, erlauchte Zecher und ihr, liebwerteste Gichtlinge, saht ihr jemals Diogenes, den zynischen Philosophen?“ – so begann der Renaissance-Denker François Rabelais seine Rede und mit dieser schelmischen Sichtweise auf das Leben startete ich am 21. Januar 2011 meine wöchentliche Kolumne für [...]
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Das Problem der Netzpolitik ist die Netzpolitik

In seiner Kolumne beschäftigt sich Nico Lumma mit dem Medienwandel und Kompetenzen die damit einhergehen. Nicht nur im Beruf, sondern auch in der Schule und Familie. Diesmal geht es um Netzpolitik. // von Nico Lumma

Netzpolitik (Bild: redcctshirt [CC BY 2.0], via Flickr)

Netzpolitik ist ein Thema, das einfach nicht bei den Bürgerinnen und Bürgern ankommen will. Allein schon der sperrige Begriff steht im Weg, wenn es darum geht, das Thema anderen Leuten näher zu bringen. Die netzpolitische Avantgarde schafft es nicht ansatzweise, die Relevanz des Themas zu transportieren und Leute dafür zu begeistern.

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„Vom Suchen und Tindern der Liebe“ Miriam Pielhaus neuste Kolumne

Cloudcuckoohome – Geschichten aus der digitalen Wolke! Hier resümiert die Netzpiloten Kolumnistin Miriam Pielhau regelmäßig über ihr tagtägliches Leben in der digitalen Welt. Nine hat das Unmögliche geschafft. Würde es „Wetten, dass…“ noch etwas länger als für drei Ausgaben geben, ich hätte gewettet, dass das niemand jemals hinbekommt. Und: ich hätte mit schlingernden Pauken und jammernden Trompeten verloren. Denn Nine hat es tatsächlich geschafft. Nine ist eine wundervolle Frau aus meinem nahen Umfeld und „Medienmensch“-Kollegin sozusagen. Sie alle kennen Nine vermutlich aus Ihrem Fernseher oder aus Zeitschriften. Nine heißt natürlich in Wirklichkeit nicht Nine. Aber das ist nebensächlich. Das Unmögliche, das ihr gelungen ist: Nine hat mich zu einem Online-Dating-Portal gebracht. Und da bin ich nun. Schon seit 6 Wochen. Und so fing alles an. Nine hat eine Cousine, die kurz davor ist, ein endlos langes Studium zu seinem hoffentlich glanzvollen Ende zu bringen. Diese Cousine schreibt für ihren Bachelor in Soziologie über ein sicherlich hochtrabendes Thema, für das sie Kennenlern-Netzwerke, Dating-Portale und entsprechende Apps testet. Testen muss. Zufälligerweise ist die Cousine auch gerade alleinstehend – aber auch das ist bitte nur eine Randnotiz der Geschichte, die Sie hoffentlich schmunzeln lässt. Nun. So landete die Cousine bei einem dieser Dienste Tinder. Und so war auch meine (im Berufsleben „berühmte“) Freundin Nine, kurze Zeit später mit eigenem Profil dort vertreten. Zunächst kichernd, halb beschämt, halb belustigt. Ein Stück weit „aus purer Neugier, haha“. Weil die App fix geladen ist, so simpel funktioniert und „alles kann – nichts muss“ vermittelt. Aber – der Vollständig- und Ehrlichkeit halber sei angemerkt: Nine trug auch ein kleines Brötchen Hoffnung im Rucksack. Denn Nine ist seit einigen Jahren Single. Nicht ungern, nein nein. Dennoch nicht mit dem Ziel, es für immer zu bleiben. So. Und jetzt halten Sie sich fest: Seit Nine die App am Start hat (2 Monate), hat sie fast schon ein Dutzend Dates gehabt. Echte Dates. Kaffee trinken, Spazieren gehen, Dinner for two, Kino. Und immerhin einmal hat sie sogar geknutscht. Und das sogar „äusserst vielversprechend“. Ich war baff, als sie mir das erzählte. Wie sie es online angestellt habe, dass nicht jeder sofort kapierte, dass sie die Madame aus der Glotze sei, und sie allein aufgrund dieser Tatsache mal „in echt“ treffen wolle, mag ich wissen. Anderer Vorname und nur schemenhafte oder etwas weich gezeichnetere Profilbilder, sagt sie. Sich selbst ein wenig verschlüsseln. Das ginge schon. Außerdem seien ihr sogar einige männliche TV-Kollegen über das Display geschliddert. Also, dieses Dating-Ding, das sei offenkundig Massen- und äääh Medienmenschen-kompatibel. Ich weiß, was sie meint. Und nicke beeindruckt. Sie berichtet. Wer sich anmeldet, erstellt ein Profil. Mit Fotos, Alter und bei Bedarf irgendeinem schlauen Satz oder Absatz zu sich selbst. „Allein das.“ sagt sie, während sie mir die Funktionsweise zeigt, „Wer Carpe Diem oder PartyPartyParty als Lebensmotto angibt oder irgendein Schrott-Zitat aus einem Blümchen-Roman rauskopiert, wird direkt weggeklickt.“ Das Auswahlprinzip ist einfach und erinnert an MTVs „Hot or not“. Wen man nicht sympathisch, spannend oder wenigstens irre attraktiv findet, der wird per „X“ zur Seite gewischt. Jemand, der einen auf irgendeine Art interessiert, den kann man mit einem Klick aufs „Herz“ versehen. Das kriegt dieser Jemand aber nicht mit. Genauso wenig bekommt er die manchmal garstige Ablehnung zu spüren, die mit einem „Nope“-Stempel versehen auf dem eigenen Display erscheint, sobald ein Anti-Kandidat eben für „Anti“ befunden wurde. Erst, wenn ein „Herz“-Mann beim eigenen Profil auf „Herz“ drückt, erscheint das magische „It‘s a match“. Und ab da darf es losgehen. Die App hat eine eigene Kommunikationsplattform, wo gechattet wird. „Und das ist enorm aufschlussreich. Enooorm! Wenn du nur ein bisschen genauer hinliest“, erklärt Nine. Wie einer mit Worten umgehe. Welche Fragen er stelle. Mit welchem Tempo er sich der wildfremden Person nähere. Welche Interessen er habe. Was er von sich preisgebe. Und auf welche Art. Wie fix er ein echtes Treffen und vor allem wo und auf welche Art einfordere und so weiter und so fort. Etliche „matches“ habe sie relativ schnell auslaufen lassen, harte/hartnäckige Fälle könnten blockiert werden, oder aber sie sei freundlich aus der Konversation ausgestiegen. So zum Beispiel bei einem, dem es nur um das Eine ging. Der das Social Network eher als Social Bedwork verstand. Das habe jener aber relativ bald mit immerhin größtmöglichem Stil und in aller Höflichkeit tatsächlich offensiv abgefragt. Nachdem sie die Absicht nicht teilte, wünschten sich beide viel Erfolg bei der weiteren Suche und „einen schönen Sommer in Berlin.“ „Das kann ich gar nicht glauben,“ entfährt es mir. Ich muss ein reichlich dämliches Gesicht gemacht haben seinerzeit. „Dann probiere es halt aus. Du merkst recht schnell, ob das zumindest theoretisch passen könnte. Bis zum Date musst du keine Telefonnummern austauschen. Und selbst dann – eigentlich auch nicht. Verabreden geht auch so diskret über diese App, wie alles davor.“ Soweit war ich damals noch nicht. Ich ließ Nine daten. Und mir von den Erlebnissen erzählen. Nun, was sie kund tat, machte, dass die Augenbrauen in die Höhe stiegen. Bis auf eine Ausnahme waren es ausschließlich kluge, geistreiche, höchst angenehme Typen, die Nine kennengelernt hatte. Schöne Nachmittage verbrachte sie oder Abende. Kein Funkensprühen zwar. Aber auch keine vergeudete Zeit. Ein paar „Huch“-Momente gab es wohl, als die Herren der Schöpfung realisiert hatten, wen genau sie da zum grünen Tee einladen. Aber ansonsten: keine nennenswerten Aussetzer. Keine! Wow. Im Gegenteil. Schönes-neue-Leute-Kennenlernen. Jenseits von „Noch‘n Sektchen?“-Promiparties. Nur mit „ich hatte höhere Erwartungen, vermutlich.“ Was das Scheitern erklärte.Höhere Erwartungen? Tja. Die Erwartungen. Das ist – laut der Cousine, die sich wissenschaftlich mit dem Thema auseinandersetzt – das „kleine, aber entscheidende“ Problem an der Sache. Eine Psychologin, die sie befragt hat, beschreibt das so: wer online kennenlernt, sich über die schriftliche Kommunikation annähert, sehr exklusiv – im Chat-Tète-à-Tète – der baut sich ein Bild auf. Ob er will oder nicht. Und das wird immer bunter und blumenreicher, manchmal auch idealisierter, je länger oder intensiver der Austasuch, das Kennelernen andauert. Das Erkunden des Anderen hat nur das Wort. Kein bewegtes Bild, keinen Klang der Stimme, kein Geruch, keine Stimmung, keinen menschlichen Eindruck. All das wird erst hinzugefügt, wenn sich die beiden Hauptdarsteller der Romantic Comedy im wahren Leben treffen. Und anders als bei der gelernten Analog-Variante (zum Beispiel: Partynight – Boy/Girl meets Girl/Boy in der Bar – beide sehen sich – entscheiden sich dafür, dass genau sie sich die Nacht gemeinsam um die Ohren schlagen wollen – Drama oder Happy End) hat der Erstkontakt im Leben – eine „Vorgeschichte“. Er ist eben nicht jungfräulich. Und daher ist die Fallhöhe groß. Und gewissermaßen das häufige Scheitern vorprogrammiert. Aber – selbst wenn? Ist das verwerflich? Macht es das Daten wertloser? Und erst recht, wenn es das ehrliche Stück Brot im Gepäck dabei gibt – die Hoffnung auf die große Liebe… Ich meine: Wer lernt schon 11 ansatzweise aufregende Menschen in 6 Wochen kennen. Und trifft diese auch noch zum meist höchst entspannten, individuellen Stelldichein. Sie erinnern sich? „Alles kann – nichts muss“ – das war das Angebot. Und dieses Versprechen wurde gehalten, augenscheinlich. Meine Ausbeute zu früheren Single-Zeiten war deutlich ärmer. Insofern: warum eigentlich nicht?! Zack. Nine hatte es geschafft. Ich habe mich angemeldet. 4 Wochen bin ich nun dabei. Sortiere X-se von Herzen. Plaudere mit „It‘s a maaatch“-Kerlen manchmal tagelang nur über gähnend langweiliges Zeug (und sehne das Einschlafen des Chats herbei) oder tausche mich über wirklich faszinierendes aus. Getroffen habe ich noch keinen. Schüchternheit? Rest-Respekt vor der ungewohnten Flirtform? Oder noch keiner, der zu hohe Erwartungen erfüllen oder enttäuschen könnte? Man wird sehen. Denn: ich wurde bereits äusserst kreativ (viele, viele Bonuspunkte vorab) um ein Treffen gebeten. Ich gebe zu: das macht mir ein wenig Flirren ums Herz. Und dabei ist es (fast) egal, wie das Date, das ich ziemlich sicher annehmen werde, wird. Allein dafür, finde ich, hat es sich schon gelohnt. Nine hat sich übrigens vorgestern aus dem Portal abgemeldet. Das jüngste Meet&Greet, dem sehr schnell 3 weitere folgten, scheint vorerst der letzte neue Mann in ihrem Leben zu sein. Vorerst? Oder aber für immer. Ich halte das mittlerweile für mehr als möglich. Unmöglich? Ich würde nicht darauf wetten. (Schlussbemerkung: Bitte, dass Sie das nicht falsch verstehen – ich bekomme kein Geld von diesem kostenlosen Dienst, dessen Namen ich im Text bewusst nur ein einziges Mal erwähnt habe. Das musste nur sein, um die Funktionsweise zu verstehen. Und es gibt bestimmt tausend ähnliche – und mindestens genauso gute. Insofern: daten Sie. Daten Sie, wo und wen Sie wollen. Es war nur ein Beispiel, das mich staunen ließ. Und daran mochte ich Sie gerne teilhaben lassen. Dankesehr.)

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Miriam Pielhau über die neue Generation „Nach unten“

Interrail 07 - D10B - WiFi (adapted) (Image by Mr. Theklan [CC BY-SA 2.0] via Flickr)
„Cloudcuckoohome – Geschichten aus der digitalen Wolke!“ Hier resümiert die Netzpiloten Kolumnistin Miriam Pielhau regelmäßig über ihr tagtägliches Leben in der digitalen Welt. Mit der verbalen „Stempelisierung“ von Umständen, Personengruppen oder Ereignissen,  vorzugsweise durch kreative Wortschöpfungen, macht man mir generell eine große Freude. Unbedeutend in dem Fall, ob dann nach [...]
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„4 in 1“ – Miriam Pielhaus neuste Kolumne

Digital DNA, City of Palo Alto, Art in Public Places, 9.01.05, California, USA (adapted) (Image by Wonderlane [CC BY 2.0], via flickr)
„Cloudcuckoohome – Geschichten aus der digitalen Wolke!“ Hier resümiert die Netzpiloten Kolumnistin Miriam Pielhau regelmäßig über ihr tagtägliches Leben in der digitalen Welt. Miriam Pielhau. Die Schauspielerin, Moderatorin und Autorin resümiert einmal im Monat mit einer eigenen Kolumne auf Netzpiloten.de über ihren digitalisierten Alltag. Unter „Cloudcuckoohome“ berichtet sie heute von [...]
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Facebook: 10 Jahre schnelles Laufen und Sachen kaputt machen

In seiner Kolumne beschäftigt sich Nico Lumma mit dem Medienwandel und Kompetenzen die damit einhergehen. Nicht nur im Beruf, sondern auch in der Schule und Familie. Diesmal geht es um die Entwicklung von Facebook.

Nico Lumma

Facebook feiert diese Tage den 10-jährigen Geburtstag, auch wenn viele Nutzer erst seit der Öffnung Ende 2006 Mitglied werden konnten. Dem Erfolg hat dies keinen Abruch getan, ganz im Gegenteil. Als Netzwerk für Studierende gestartet, fokussierten Mark Zuckerberg und seine Mitstreiter sich zuerst auf die amerikanischen Universitäten mit ihrem Campus-System. Studierende fanden schnell Gefallen an der Online-Variante ihres Zusammenlebens auf dem Campus und kaum 10 Jahre später nutzen weit über 1 Milliarde Nutzer Facebook, selbst in Deutschland sind es weit über 20 Millionen Nutzer.

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„Bist du bei Facebook?“

„Cloudcuckoohome – Geschichten aus der digitalen Wolke!“ Hier resümiert die Netzpiloten Kolumnistin Miriam Pielhau regelmäßig über ihr tagtägliches Leben in der digitalen Welt. Miriam Pielhau. Die Schauspielerin, Moderatorin und Autorin resümiert einmal im Monat mit einer eigenen Kolumne auf Netzpiloten.de über ihren digitalisierten Alltag.

Früher habe ich Telefonnummern auf Bierdeckel oder Handinnenflächen gekritzelt. Später Email-Adressen im mobile Device gespeichert oder noch förmlicher: schicke Visitenkarten ausgetauscht. Und jetzt das. Die kompakteste Form, den Wunsch zu formulieren, in Verbindung zu bleiben:

„Bist du bei Facebook?“

Wenn der Fragende den vollständigen Namen seines Gegenüber kennt und der nicht, wie ich, mehrere Profile pflegt oder ein Benutzerpseudonym gewählt hat, dann funktioniert das sogar. Kurz später via Smartphone die Person des persönlichen Interesses suchen. Finden. Freundschaftsanfrage senden. Bestätigt bekommen. Zackbumm. Fertig. Willkommen in der Welt eines dir bis eben eher unbekannten Menschen. Ein neuer „Freund“, noch bevor das Taxi hinter der nächsten Ecke verschwunden ist. Tja, nun. Dass Social-Network-Freunde in der Definition und Bedeutung nicht langjährigen Wegbegleitern a.k.a. „echte Freunde“ gleichzusetzen sind – wissen wir. Dass die virtuelle Clique nicht das Zwiegespräch im Leben jenseits des Rechners ersetzt – wissen wir auch. „Anstupsen“ ist eben nicht umarmen. Und doch: Das Phänomen Facebook fasziniert enorm. Derzeit über eine Milliarde Mitglieder weltweit. Was ist dieses „Gesichtsbuch“, das in wenigen Wochen 10. Geburtstag feiert? Fluch oder Segen? Suchen oder pflegen? Zeitdieb oder Zugewinn?

Das Fahnden nach Antworten beginnt mit einem einfachen „Ja“. Ja, auch ich bin bei Facebook. Einmal offiziell. Und einmal incognito. Ich weiß noch nicht einmal mehr, wie lange genau. Und bin auch zu faul, das irgendwo nachzulesen. Das offizielle Profil habe ich anfangs eingerichtet, weil Managements auf der ganzen Welt sagen, dass es „schon wichtig“ sei, „so etwas zu haben und da auch mitzumachen“. Mittlerweile habe ich wirklich Spaß daran. Trenne aber inhaltlich pingelig genau, was ich auf welchem Account poste. Das private Profil ist für mich eher eine Family & Friends-Pinnwand. Die meisten meiner dort sehr handverlesenen Facebook-Freunde wurden als „Pielhau“ geboren oder angeheiratet. Was Familienfeste nur einmal im Jahr schaffen, haben wir da täglich: Austausch mit der lieben Verwandtschaft, Einblick in das Leben der Herzensmenschen. Egal, wo in Deutschland sie aktuell ihre Miete zahlen.

Das scheint mir schon Sieg(el) Nummer 1 zu sein. Kontakt. Halten. Pflegen. Auf dem Laufenden bleiben. Ohne zum Telefon zu greifen oder per ausführlicher email nachzuhorchen. Jede fröhliche Statusmeldung verheißt ein: denen geht es gerade augenscheinlich gut. Schön. Im Kurzchat Details erfahren und sich versichern, dass es so ist. Doppelschön. Oder aber, durch das Vermissen von Statusmeldungen daran erinnert werden, dass jetzt vielleicht ein Anruf doch angebracht wäre. Naja, und dann die wirklich erquickliche Sache mit den Bildern. Ich sehe einige Cousins und Cousinen viel zu selten. Aber ich kriege die Typveränderung von blond zu braun mit. Ich bekomme die süßeste Erklärung für Augenringe wegen Schlafmangels als Foto mit dem Neugeborenen darauf geliefert. Ich bin auf eine Art ein bisschen dabei. Und das ist besser als das Gegenteil. Apropos Bilder.

Natüüürlich habe auch ich, Achtung Sieg(el) Nummer 2, neugierig nach Fotos von Mitschülern und verflossenen Liebschaften gesucht, als das losging mit dem Facebook-Hype. Und noch nicht die Rede davon war, dass man den Zugriff auf die Alben beschränken kann – und sollte. Ein bisschen in nostalgischer Erinnerung schwelgen. Muss nicht in Wiederbelebung münden. Aber kann. Die Verbindung neu herstellen. Wiederfinden. Das funktioniert mit Facebook. Und die Hürde der Kontaktaufnahme ist niedrig. Überhüpfbar nahezu im Vergleich zu Telefonnummern-Recherche und Schweinehund-Überwindung vor dem Anruf in die eigene Vergangenheit. Facebook macht es einfacher. Und unverbindlicher. Jeder bestimmt selbst, wer was mitbekommt.

Teilen und Mitteilen. Das muss Sieg(el) 3 sein. Freude und Spaß genauso wie Kummer. Der Status bei Facebook geht in der Regel nicht nur raus an Freunde. Sondern auch Bekannte und Kollegen. Alles potenzielle Mitfreuer, Mitfühler oder Mitdenker. Und wenn wir nun leichtfüßig die Tresenseite wechseln, landen wir recht unkomplziert bei Teilhaben – Nummer 4.

Auch, wenn ich mich nicht aktiv am Leben des anderen beteilige oder Einfluss nehme: ich weiß, was los ist. Kann einschätzen, verstehen oder… einfach nur zur Kenntnis nehmen. Ich habe die Wahl. Immerhin. Für die privaten User, die anders als ich mit meiner Familien-Pinnwand, viele hundert oder tausend Facebook-Freunde ihre Crowd nennen, wird das tägliche Teilhaben vielleicht eher übersetzt in Mitbekommen. Sich die Möglichkeit wahren, nichts Wichtiges zu verpassen. Selbst, wenn die Inhalte der anderen Posts am eigenen Interessenshorizont vorbeischrammem. Man hat es gelesen. Oder könnte es gelesen haben. Und weiß daher im Zweifel, wovon die eigene und alle Welt womöglich morgen spricht – wenn sich Traurigkeiten, Aufreger, zukünftige Hits oder Spaß-Videos innerhalb von Stunden weltweit verbreiten. Genau das ist nach und neben Youtube & Co. ein weiterer Faktor geworden für den Facebook-Erfolg: die perfekte Plattform für die virale Kraft des WWW. Sie ahnen es:

Sieg(el) 5. Unbekannte Bands bauen durch engen Konsumentenkontakt ihre Fanbase auf. Privatpersonen mit riesigem Netzwerk nutzen dieses um kleine Probleme („günstige 2-Zimmer in München gesucht – weiß jemand was?“) kund zu tun und erfolgreich zu lösen. Selbst wenn das mit „günstig“ und „München“ in einem Satz nicht lösbar scheint. Tauchen plötzlich „große“ Herausforderungen auf – Stammzellenspender oder Unterstützer in einer Charity-Sache gesucht – hat sich Facebook meinem bescheidenen Erfahrungsschatz nach auch bewährt. „Gefällt mir.“ Und das darf und soll ich äussern. So die Idee. Bei Facebook sagt jede Gurke etwas zu jedem missratenen Lauch. Insofern findet auch meine Meinung hier ihren Niederschlag.

Sieg(el) 6 ist es, dass Meinungen verbreitet werden. Triviales Tratschen, lustiger Unfug, aber auch wirklich Wichtiges. Ich denke an die Videos von Demonstrationen in Instanbul im vergangenen Sommer zum Gezi-Park, die ins Netz gelangten und über Facebook um die Welt wanderten, obwohl der Staat alles daran gesetzt hatte, dies zu verhindern. Ich denke auch an „kleine Megaphone“. Kluge Menschen, Privatpersonen, die ihre Stimme erheben. Dies originell oder so wortgewaltig tun, dass sich Statusmeldungen / Clips in Windeseile verbreiten. Dank der Teilen-Funktion.Verdauen Sie diese Feststellung noch kurz. Denn das letzte Siegel, das ich ausgemacht habe, könnte nicht gegensätzlicher sein zum jüngsten Gedanken. Weder geht es um Weltpolitik, Hilfe, Kontakt oder Gefühl – es geht nur ums Ego.

Die 7: Selbstdarstellung. Hier muss fein differenziert werden. Privatpersonen haben die Chance, sich zu präsentieren, wie sie es sonst vielleicht nicht tun würden. Ein kleines, sympathisches Portfolio des „Ich“ für die, denen noch kein Wikipedia-Eintrag gewidmet wurde. Die Person des öffentlichen Interesses kommt um ein Mindestmaß an Selbstdarstellung nicht drum herum. Selbst, wenn einem (mir!) das tendenziell unangenehm ist.

Wissen Sie? Ich habe es versucht. Habe Informationen über das öffentliche Ich auf dem offiziellen Profil verbreitet. Die, die jeder wissen darf und soll. Und – die eigentlich keine Sau interessieren, weil man sich das alles ergoogeln kann. Der Kunde konsumierte. Der Kunde attestierte fahlen Beigeschmack. Der Kunde war gelangweilt. Kaum fand sich ein Foto Marke Zusselfrisur-hochgesteckt-mit-Sonnenbrille aus irgendeinem anonymen Garten auf der Pinnwand, das der Hauch „ui, das ist ein Einblick ins Private“ umwehte, ratterte der Zähler der neuen „Gefällt mir“-Klicker. Privat weckt Interesse. Und das, wo ich nichts Privates preisgeben möchte. Balance-Akt. Ich werde sicherer im Seiltanz. Und bediene die Bedürfnisse – nach strengen Regeln. Nur so wächst die gute Gemeinschaft stetig und hört hoffentlich auch zu, wenn ich wirklich Bedeutendes kund tun möchte.

Privatleute können zurückgelehnt andere Ziele verfolgen. Sie posten Impressionen, Zitate, Videos, Gedanken, die aussagekräftig sind. Das erschließt mir den Menschen dahinter auch auf eine Art. Vor allen Dingen, wenn der Profilinhaber nicht so gern „Aussage-kräftig“ ist. Weil eher von stillem Wesen. Oder zurückhaltend. Oder einsam. Oder alles zusammen. Ich finde das in Ordnung. Eine schüchterne, junge Frau würde es vermutlich nur schwer über die Lippen bringen, ihn nach einem ersten, mehr versprechenden Abend nach seiner Telefonnummer zu fragen. Wie viel einfacher ist da:

„Ähm, bist du eigentlich auch bei Facebook?“


 


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Mobile Liebe

Mobile Generation (adapted) (Image by Stefano [CC BY SA], via flickr)
„Cloudcuckoohome – Geschichten aus der digitalen Wolke!“ Hier resümiert die Netzpiloten Kolumnistin Miriam Pielhau regelmäßig über ihr tagtägliches Leben in der digitalen Welt. Miriam Pielhau. Die Schauspielerin, Moderatorin und Autorin resümiert einmal im Monat mit einer eigenen Kolumne auf Netzpiloten.de über ihren digitalisierten Alltag oder darüber, was ist, wenn Liebe [...]
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