Blog around the Clock: nächsten Samstag bloggt die deutsche Blogosphäre über das hiesige TV-Programm (Bild: rustman, Flickr Creative Commons)
Kommenden Samstag, 14.12.2008, um 18 Uhr startet er: der erste 24 Stunden Live TV Blogging Marathon Deutschlands. Die Macher von nomnomnom starten mit dem "A-Team" und bloggen sich dann einen ganzen Tag lang mehr oder weniger wach durch das deutsche Fernsehprogramm. Mit dabei sind illustre Gäste der deutschen Blogosphäre, und selbstverständlich darf sich der geneigte Leser zuschalten. Der genaue Programmablauf folgt noch. [MEHR]
Wer den Blogpiloten in den letzten Wochen gefolgt ist, konnte den Eindruck gewinnen: du bist entweder mehr Fernsehen oder mehr Web. Beides geht nicht, oder?
Doch, dachten sich wohl die Macher von telewebber.de, dem Dienst, der das Beste aus beiden Welten vereinen will, eben Tele und Web. Blogpilot Björn Rohles hat überprüft, ob diese Liaison gut geht.
Wie funktioniert telewebber.de?
Telewebber kommt mit überraschend wenig Bedienelementen aus: Nach der Anmeldung kann man die Sendung wählen, die man gerade schaut. Dabei ist die Auswahl noch auf die großen Sender beschränkt, was aber gewiss nur vorübergehend der Fall sein wird. Anschließend gelangt man in einen Chat-Raum. Dort kann man dann alles machen, was man auch an privaten Fernsehabenden mit Freunden machen würde: über den Inhalt reden, virtuelle Getränke bereitstellen oder sich mit lustigen Spielchen wie Werbung-Raten vergnügen. Mittels drei Buttons kann man auf die Sendung emotional reagieren ("Applaus", "Witzig" und "Buh!") und die Reaktionen auf einer Sendung als Grafik anschauen.
Neben den kommunikativen Seiten gibt es noch einige weitere hilfreiche Features. So kann sich der Nutzer an eine gewünschte Sendung erinnern lassen oder über verschiedene Statistiken erfahren, was er am meisten geschaut hat. Telewebber vernetzt sich auf Wunsch mit Twitter, um den Freunden mitzuteilen, dass man dort gerade aktiv ist. Außerdem gibt es ein Punktesystem, das sich nach der Aktivität bemisst. Das Erscheinungsbild lässt sich über vorgegebene Designs oder eigene Einstellungen anpassen.
An wen richtet sich Telewebber?
Telewebber ist vollends auf Unterhaltung und Kommunikation ausgelegt. Chats, Bewertungen und kleine Spielchen für zwischendurch prädestinieren den Dienst für Abende, die man gezwungenermaßen alleine vorm TV verbringt, aber eigentlich lieber mit anderen teilen möchte. Telewebber macht das möglich - wenn auch nur virtuell.
Blogpiloten-Urteil
Telewebber setzt auf das Beste beider Welten: die Unterhaltung im Fernsehen und die Kommunikation im Web. Das Interface verhält sich erwartungsgemäß, auch unerfahrene Nutzer finden sich schnell zurecht. Witzige Features wie die Spielchen für zwischendurch bieten einen echten Mehrwert für einsame Fernsehabende. Vermisst wurde eine größere Auswahl an Sendern und eine Empfehlungsfunktion, über die man seine Freunde mittels eines Klicks auf gute Sendungen aufmerksam machen könnte. Zudem wären Beschreibungen zu Sendungen hilfreich, die in Web 2.0-Manier die Nutzer selbst liefern könnten. Spaß macht Telewebber aber auch heute schon. [MEHR]
Eine Fernsehsendung, die sich einem speziellen Thema widmet, die jede Woche aus einem Studio mit Publikumsbeteiligung gesendet wird, jede Woche Gäste einlädt, unter der Woche Menschen vor Ort besucht und kleine Einspieler draus macht – eingebettet in eine dokufiktionale Fortsetzungsgeschichte um ein junges Paar, das gemeinsam ein Café mit Internetzugang betreibt und während der Sendung live mit dem Publikum chattet. Das Ganze begleitet von einer Internetcommunity, einer umfangreichen Infowebsite mit weiterführendem Material zur Sendung, einem Themenheft zu jeder Folge und ergänzenden Texten in gedruckten Zeitungen. So könnte intelligentes Fernsehen aussehen, wenn es neben der Funktion als reine Abspielinfrastruktur für Filme, Serien, Boulevardformate und vor allem Werbung jeglicher - vor allem schlechter - Qualität überleben will.
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Mir geht es nicht gut. Ich bin krank, ich habe Fieber und liege im Bett. Ich greife zu meiner Fernbedienung, und nachdem ich mich eine Weile durch die Senderlandschaft gezappt habe, stelle ich fest: Dem Fernsehen geht es noch viel schlechter als mir. Wohin man auch schaltet: Gossentalk, Vergewaltigungsprozesse in Nachmittagsgerichtsshows oder Menschen in schlecht sitzenden Anzügen, die einem veraltete Mobiltelefone, nicht funktionierende Sparschäler oder lackschädigende Autopolituren verkaufen wollen. Abends wird das Schlimmste aus den Talkshows noch einmal recycelt, und es werden abwechselnd Wiederholungen von Seifenopern und Verfilmungen der „People-Magazine“ Bunte, Gala und Frau im Spiegel gezeigt. Der Unterschied zwischen Privatfernsehen und öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten lässt sich nur noch daran erkennen, dass in den Model-Casting-Shows der ersteren den häßlichen Entlein eingeredet wird, gar nicht so häßlich zu sein, wie sie zu sein glauben, während im Privatfernsehen sofort ein paar Kilo Silikon implantiert werden. Eine ganze Industrie von Castingshows formte in den vergangenen Jahren eine Armee von Superstars und -modellen; weit mehr als ein einzelnes Land verkraften könnte. Ihr Weg ins Big-Brother-Haus oder Call-In-Shows scheint bereits vorgezeichnet – das Fernsehen fungiert zunehmend als eine Art mediale Resterampe.
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Totgesagte leben länger, und was kratzt es überhaupt die Eiche. Nur weil ein paar Internetheinis nur noch sporadisch zappen, aber natürlich trotzdem die EM-Spiele schauen und natürlich trotzdem wissen, was GNTM bedeutet, ist das TV noch lange nicht tot. Wir reden hier über eine Industrie, die Milliarden umsetzt, die wird sich nicht einfach wegmarginalisieren lassen. Fragen wir lieber, was aus dem Fernsehen wird. Oder fragen wir noch lieber, was das Wort "Fernsehen" in ein paar Jahren bedeuten wird.
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Jetzt sitze ich hier im Café, das Notebook auf dem Schoß, ganz klischeehaft, und mache mir Gedanken über das Fernsehen. Das Fernsehen! Ausgerechnet ich, der ich das Fernsehen seit nunmehr 6 Jahren verschmähe. Vielleicht sollte ich über seinen Tod schreiben? Nur allzu deutlich steht er ihm ins Gesicht geschrieben. Längst ist die lange beschworene Quote nicht mehr das allentscheidende Kriterium für den Fortbestand für Sendungen, sondern alleine die Rendite steht im Mittelpunkt der Medienplaner. Dementsprechend ausgezehrt ist das Programm. Wirklich. Ich bin froh, kein Fernsehen mehr zu gucken.
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[Screenshot: myvideo]
Warum das interessant ist? Weil es Gina-Lisas Sendung vor fünf Jahren nicht gegeben hätte. Ein solches Format wäre im klassischen Fernsehprogramm nicht rentabel gewesen: Zu speziell, zu kurz, zu nischig. Im Internet hingegen hat es „Gina Lisas Welt“ auf Anhieb auf Platz 1 der iTunes Podcast-Charts geschafft. [MEHR]
"Ich bin der Sender!", hat Gerrit van Aaken 2005 seine Diplomarbeit genannt - damals zum Thema Podcasting. Seitdem ist einiges im Web passiert, was diese Aussage wahr werden lässt. hobnox schickt sich an, eine neue Stufe in diesem Prozess einzuleiten: mit den umfangreichsten frei verfügbaren Webprogrammen zur Video- und Musikproduktion, die Blogpilot Björn Rohles bisher gesehen hat. Nachdem wir im ersten Teil schon die Anwenderseite besprochen haben, wechseln wir nun die Seiten: der Rezipient wird Produzent.
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"Fernsehen ist tot!", schreien die Blogpiloten der Webgemeinde entgegen. Björn Rohles hat sich einen Dienst angeschaut, der diese Behauptung einerseits wahr werden lassen könnte, andererseits aber die Qualitäten des Fernsehens um die Möglichkeiten des Social Web erweitert: Die Rede ist von hobnox. Alles rund um Fernsehkanäle, ob zum Zuschauen oder Produzieren. Und da der Dienst so umfangreich ist, gibt es heute den ersten Teil des Reviews: die Seite des Konsumenten. Der zweite Teil wird dann testen, wie die Produzentenseite von hobnox aussieht - und warum diese Unterteilung im Web wegfällt.
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