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Curation is King: Menschliche Expertise statt maschineller Algorithmus

Apple & Beats (adapted) (Image by Kārlis Dambrāns [CC BY 2.0] via Flickr)
Keine schlauen Formeln, sondern echte Menschen sollen künftig die digitalen Inhalte und Waren zusammenstellen, die wir konsumieren. Eine Kehrtwende hin zu Curation? Rund um die viel diskutierte 3-Milliarden-Dollar-Übernahme von Kopfhörer-Hersteller Beats ist ein spannender Satz gefallen. “We get a subscription music service that we believe is the first subscription service [...]
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LinkedIn entwickelt sich zur Content-Plattform

Obwohl LinkedIn als Social Network gehandelt wird, will es genau dies gar nicht sein – die Plattform ist längst dabei sich in eine Content Plattform zu entwickeln. Linked in ist doch auch nur ein weiteres Social Network für Arbeitssuchende oder Menschen, die sich mit anderen Branchenköpfen vernetzen wollen. So ungefähr hört sich die landläufige Meinung an. Doch LinkedIn befindet sich schon seit einiger Zeit im Umbruch und will sich ganz stark von anderen Social Networks unterscheiden. Es will eigentlich gar kein Social Network sein, sondern ein ‚Professional Network‘ und eine Plattform für Content.

Sinn und Zweck

Vor knapp zwei Wochen erhielt ich eine Kontaktanfrage von einer Freundin bei LinkedIn. Natürlich nahm ich an und sah auf ihrem Profil, dass sie gerade erst ihr Profil erstellt hat. Als ich sie am letzten Wochenende darauf ansprach gab sie sich desinteressiert. Sie habe sich nur angemeldet, weil sie gerade auf Jobsuche ist und ihr geraten wurde, sich dort anzumelden. „Aber was ist eigentlich der Sinn von LinkedIn? Das ist doch auch nur ein weiteres Social Network, das einem die Zeit stiehlt oder„.

LinkedIn ist durchaus bewusst, dass es dringend notwendig ist, eine eigene Identität zu finden. Zwar gibt es inzwischen über 300 Millionen angemeldete Nutzer, doch die Zahl der monatlich aktiven Nutzer liegt eher bei 200 Millionen. Dabei gehen die Besuche über die Desktop-Besucher und –Seitenzugriffe stetig zurück, wohingegen die mobilen Zugriffe deutlich steigen. Die meisten Nutzer greifen nur auf die Seite zu, wenn sie auf Jobsuche sind – LinkedIn muss also einen Anreiz für diese Nutzer finden, öfter wiederzukommen. Der resultierende Findungstrip scheint durchaus erfolgreich gewesen zu sein, wie die Entwicklungen der letzten Zeit deutlich machen.

The Times They Are a-Changin‘

Das Ziel von LinkedIn ist es, den Social Network-Charakter hinter sich zu lassen. Nach eigener Aussage war LinkedIn ohnehin nie ein Social Network, sondern ein ‚Professional Network‘. Content soll nun in den Fokus rücken, und den Nutzer dazu bewegen, den LinkedIn-Newsfeed künftig am Morgen so zu konsumiert, wie in vielen Fällen den Twitter- oder Facebook-Feed. Gewisse Ähnlichkeiten bleiben also doch bestehen, allerdings sollen statt Buzzfeed-Artikeln und Katzenvideos professionelle Inhalte erstellt und geteilt werden.

Mit dem stärkeren Fokus auf Inhalte sollen die Nutzer nicht nur zur häufigeren Wiederkehr bewegt werden, sondern auch dazu sich stärker auf der Seite zu engagieren. Die reine Zahl der Neuanmeldungen lässt sich schließlich schlecht monetarisieren. Sobald die Nutzer aber viel Zeit auf LinkedIn verbringen und Inhalte konsumieren, wird das Portal auch für Werbekunden interessant. Zwar bietet LinkedIn schon die Möglichkeit Werbeanzeigen zu schalten, allerdings ist deren Anteil am Umsatz bisher gering und sogar rückläufig, während Recruiter und Premium-Abos den Löwenanteil ausmachen.

Content is King

Der Content soll also eine prominentere Rolle einnehmen – doch wie will LinkedIn dies bewerkstelligen? Zunächst einmal wurde bereits 2011 LinkedIn Today eingeführt, was dann wiederum im April 2013 mit der Übernahme der Newsreader-App Pulse nochmals verfeinert wurde. Der Konsum von relevanten News, die im Übrigen auch von LinkedIn kuratiert werden, ist also schon mal gesichert. Doch noch wichtiger ist es, dass auch eigene Inhalte auf LinkedIn erstellt werden, um die Plattform nicht nur zum Link-Umschlagplatz zu machen.

Im Februar wurde dann die Blog-Plattform, die bisher nur für wenige auserwählte Branchengrößen zugängig war, für die Allgemeinheit geöffnet. Nun kann jeder seine Gedanken über bestimmte Aspekte und Entwicklungen seines Berufsfeldes oder der Branche direkt an die vernetzten und potenziell interessierten Nutzer teilen. Das ehrgeizige Ziel sind übrigens die nächsten 3 Milliarden Nutzer, was zwar aus derzeitiger Sicht mit 300 Millionen Nutzern in weiter Ferne scheint – die massiven Zuwächse in Indien sowie dem gerade erschlossenen chinesischen Markt lassen das Ziel wiederum realistisch erscheinen. Ob all dies allerdings ausreichen wird, um meine Freundin doch von der Plattform zu überzeugen wird sich erst noch zeigen.


 


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Software vs. Musik: Hat Content abgedankt?

Ist die Software drumherum wichtiger geworden als die eigentliche Musik? Ja, heißt es jetzt im Guardian – fälschlicherweise. Die platte Phrase »Content is king.« ist das »Sex sells!« der Kulturindustrie und ihrer Vermarktungsmechanismen. Im britischen Guardian wurde jetzt erneut an der Binse gerüttelt. Vor dem Präzedenzfall Beyoncé behauptet David Hepworth dort, die Zeit großer, wichtiger Alben sei vorbei, es gehe nur noch um Technik. Hat er am Ende gar recht?

Kluge Köpfe setzen auf Technik

Schon im Januar ging es an dieser Stelle um die nahezu unaufkündbare Verbindung, die die Musik einerseits und ihre (digitale) Vermarktung und ihr Vertrieb andererseits mittlerweile eingegangen sind. Letztere bedienen Letzteres nicht mehr willenlos Erstere, sondern dieses muss bereits spätere Synergieeffekte selbst initiieren. Was nützt einem etwa ein schöner Song, wenn man keine thematisch passende, lustige Promo-App dazu kreieren kann?, könnte man zugespitzt fragen. Der Journalist David Hepworth geht sogar noch weiter.

Content is not king„, schrieb er am Wochenende im Guardian – allen immer wiederkehrenden romantischen Beschwörungen des Kreativen zum Trotz. „Delivery has mounted its throne and has already eaten its lunch„. Als Begründung zieht er dabei die Reaktionen auf Beyoncés jüngstes Album, welches diese unter dem Titel „Beyoncé“ im Dezember ohne Vorankündigung als Sammlung von Musikvideos via iTunes veröffentlicht hatte. Nachdem das Album in der ersten Woche über eine Million Mal verkauft wurde, ließ das Interesse schlagartig nach so Hepworth – ähnlich wie bei den Sonderveröffentlichungen für den jährlichen Record Store Day, der ebenfalls am Wochenende gefeiert wurde. Der Autor schlussfolgert deshalb für den erweiterten Rahmen: „It’s the software that changes people’s lives. Netflix, Skype, Spotify, Flipboard, Amazon Prime, Kindle, Paper and scores of others. These are as exciting, if not more exciting, than the individual items of entertainment and edification that speed along their rails„.

Wenn (Musik-)Journalisten und Medien also schlau sein wollen, dann ziehen sie die richtigen Schlüsse aus Hepworths Analyse und kümmern sich neben den Inhalten, auch um die damit verbundenen technischen Kommunikationswege. Der Brite lebt es vor, ist schließlich auch Verantwortlicher für Inhalte bei Development Hell Ltd, einer Firma, die das renommierte Magazin für elektronische Musik und DJ-Kultur, Mixmag, herausgibt und zeitgleich mit DontStayIn.com ein eigenes soziales Netzwerk für ClubgängerInnen besitzt.

Buzz ist nicht gleich Buzz

So weit, so bereits bekannt. Vorher sollte man sich allerdings kurz die Zeit nehmen, Heptworths schludrige Argumentation aufzulösen, um am Ende doch noch den richtigen Gehalt extrahieren zu können. Da wäre etwa der Umstand, dass „Beyoncé“ mittelfristig keinesfalls eine kommerzielle Enttäuschung war. Im Gegenteil: In den USA verkaufte das Werk in den Folgewochen weiterhin kräftig, obwohl es vorerst nur in einem möglichen Format erhältlich war. Es war sogar das erste Album seit Susan Boyles „I Dreamed a Dream“, das in den ersten drei Wochen (nach Rechenmodus des „Billboard“ Magazins) jeweils mehr als 300.000 Einheiten verkaufte. Mit dem Stück „Drunk In Love“ entwuchs den in einem Schwung an die Öffentlichkeit gebrachten Liedern mit etwas Verspätung sogar mindestens ein klassischer Hit. Und wären die meisten Jahresbestenlisten vieler Redaktionen Ende Dezember nicht bereits gewählt und veröffentlicht gewesen, dann hätte „Beyoncé“ auch hier gute Chancen auf die eine oder andere Platzierung gehabt. Das Album hat nämlich durchaus zahlreiche qualitativ überzeugende, interessante Momente. Die den Vertriebskanal übernehmende Software, iTunes, spielte hingegen einen lediglich untergeordneten Aspekt, Beyoncé hätte ihre Videos auch anderswo veröffentlichen können.

Doch gehen wir David Hepworths These noch einmal von der anderen Seite an: Welche Alben sind uns aus den letzten Jahren als besonders prägend in Erinnerung geblieben? Tatsächlich bekamen nur wenige klassisch vermarktete Alben eine ähnlich große Aufmerksamkeit wie Radioheads Wähle-den-Preis-selbst-Album „In Rainbows“, Björks-App-LP „Biophilia“, Jay-Zs Samung-gesponsertes „Magna Carta Holy Grail“ und eben „Beyoncé“. Auf die Verkäufe, Streaming-Zahlen, Kritiken hatten deren Neuerungen aber ganz unterschiedliche Einflüsse – oder eben gar keinen. Vergleicht man die Werke mit den jeweiligen Vorgängern ihrer Interpreten, dann lässt sich jedenfalls keine relevante Korrelation hinsichtlich kommerziellen Erfolgs und Rezeption feststellen. Gleichzeitig gab es mit Taylor Swift, Arcade Fire, Daft Punk, Vampire Weekend, Tylor, the Creator oder aber Kanye West zahlreiche Ausnahmeerscheinungen, die auch ohne App- oder Vertriebs-Stunt populär worden oder aber ihren Erfolg fortsetzten.

Pop-Musik bleibt Pop-Musik

Zwar werden Hits „The Fox (What Does The Fox Say?)“ auf ewig mit YouTube verbunden bleiben, das ist aber keineswegs ein neues Phänomen. Im Gegenteil: Pop-Musik ist ein aus mehreren Aspekten von der Rezipientin selbst – nicht der Künstlerin – zusammengesetztes Gesamtprodukt, wie Diedrich Diederichsen gerade in seinem omnipräsenten Buch zum Thema bemerkt. „Pop-Musik wird nach und nach aufgenommen. Wer sie wahrnimmt und verarbeitet, stellt immer wieder neue und andere Zusammenhänge zwischen den Teilprodukten (Sounds, Texten, Videos, Covern, Frisuren, Emblemen usw.) her, die inhaltlich und stilistisch miteinander verbunden sind (…)„. Die Digitalisierung hat die Menge dieser Teilprodukte nochmals erheblich vergrößert, anders als David Hepworth meint, hat sie aber nicht die Erfahrungswelten verschoben. Denn auch ehemalige Vinyl- oder Kassettenhörer erinnern sich noch sehr prägnant auf ihren Umstieg zur CD und später dann zum MP3-Player. Was sie dabei gehört haben, die „Musik-Musik“ wie Diederichsen nennt, ist allerdings ein bis heute gleichwertiges Erlebnis geblieben. Und das ungeachtet der allgemeinen Krise des Formats „Album“ und der ökonomischen des (Musik-)Journalismus, die David Hepworth ganz klar beide im Hinterkopf herumschwirrten.

Wenn wir also seine These auf die Aufmerksamkeitsökonomie umlenken, dann kommen wir der Wahrheit näher. Denn angesichts der gegenwärtigen Vielfalt und Überproduktion schafft es kreatives „Musik-Musik“-Kapital allein kaum noch bis gar nicht, den ganz großen Buzz zu erschaffen. In der Pop-Musik war dieses allerdings schon immer nur ein Teilaspekt, wenngleich auch ein unersetzbarer. Sein Anteil ist seit der Entstehung dieser Form eben bloß kontinuierlich geringer geworden, ergänzt durch die Produkte anderer Kulturindustrien, aber eben nicht ausgetauscht.


 


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Zur Zukunft von Weblogs und Nachrichtenseiten

Seit dem Ende von Google Reader wurde das Thema RSS sehr umfangreich und kontrovers diskutiert. Mike Schnoor hat sich dazu ein paar Gedanken gemacht.

Brauchen wir überhaupt noch klassische RSS-Reader? Lohnt sich ein RSS-Feed mit vollständigen Artikeln oder die Variante mit reduzierten Auszügen? Werden mehr Leser durch die reduzierte Variante auf das Blog gelockt? Kommt ein Blog heutzutage ohne RSS aus? Diese Fragen habe ich mir in den letzten Wochen oft genug gestellt – und ich habe eine passende Lösung anzubieten, damit RSS auch in Zukunft zu den digitalen Essenzen der Medienwelt zählt.

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Werbung und Content in der Beziehungskrise?!

Time Square (Bild: Sracer357 [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons)
Adblocker, Content Marketing, Big Data – alles Symptome der neuen vernetzten Mitmachkultur. Etablierte Medienhäuser mit der alten Denke werden sich ganz warm anziehen müssen. Der Versuch eines Überblicks über die Zukunft der Medien und ihrer ökonomischen Grundlage. Die große Kampagne gegen Adblocker, also Menschen, die Werbung auf Onlinepublikationen per Software [...]
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Storify baut aus: Was kann der neue VIP-Zugang?

„Content Curation is King“, titelt t3n-Redakteur Andreas Weck seinen Artikel über die Möglichkeiten für Unternehmen, ihr Markenprofil durch kuratierte Inhalte zu schärfen.

Auch auf externe Portale und Produkte zu verlinken, würde die Beliebtheit steigern und auch zeigen, „dass es bei der eigenen Marke immer etwas Spannendes zu entdecken gibt“. Weck beschränkt sich bei seinem lesenswerten Text auf Unternehmen, doch auch die Medien können durchaus vom Kuratieren interessanter Inhalte und Links profitieren, wie das Beispiel Storify zeigt.

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Bilder des Tages: Bügelperlen-Content fights LEGO-Content?!

Vergesst LEGO-Content. Bügelperlen sind der neue Hit! Und wer hat es erfunden? Der Holz. Einer unserer Leser. Wenn euch gefällt, was Ihr seht dann gebt ihm ein „Thumps up“ in der Kommentarzeile oder ein Like, +1 oder Retweet auf eurem Netzwerk des Vertrauens. Ja, und wenn er sich traut, dann liefert er uns bestimmt jede Woche ein neues Pic.


All Images by Thomas Reinhold (Holz)

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Paid Content: Wie es klappt

Aus der Slowakei kommen gute Nachrichten für die Medienwelt: Paid Content funktioniert. Es gibt allerdings einen Haken, der keiner mehr ist, wenn der Bund Deutscher Zeitungsverleger einen großen Einfluß hätte. Alle Verleger ziehen an einem Strang. Die Idee von Pianomedia ist simpel, wie alles was gut funktioniert. Für 1,99 EURO im Monat pro Woche (oder 48,90 EUR pro Jahr) kann man im Piano-Abo fast alle wichtigen slowenischen Zeitungen im Internet lesen. Das Geld wird zentral eingesammelt. Die angeschlossenen Medienhäuser entscheiden selbständig, welche Inhalte kostenlos bleiben (wie tagesaktuelle Ereignisse etc.) und welche Inhalte nur für Pianomedia-Abonennten zugänglich sind. 9 Medienhäuser machen mit insgesamt 40 Marken mit. Bisher haben sie 1,3 Millionen Kunden geworben, was unglaubliche 65% der Bevölkerung in dem kleinen Land ausmacht, jetzt werden sie expandieren ins Nachbarland Slowenien.

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Piraterie reicht nicht als Erklärung für Preisdruck

 Bei Techdirt ist vor ein paar Tagen ein interessanter Beitrag erschienen, der sich mit der Frage auseinander setzt, ob die Major-Labels im Musikmarkt ihren Bedeutungsverlust hätten verhindern können, wenn sie das iTunes-Modell früher angewandt hätten: Did The Recording Industry Really Miss The Opportunity To ‚Monetize‘ Online Music? Besonders treffend finde ich die Betonung, dass der durch die Verfügbarkeit quasi kostenloser digitaler Inhaltekopien ausgelöste Preisdruck im Musikmarkt unabhängig von Piraterie entsteht: Weiterlesen »

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Generation C(ash)

Aus Generation Content wird Generation Cash: Die aktuelle Ausgabe des Trendbriefings von trendwatching.com beschäftigt sich mit neuen Geschäfts- und Marketingmodellen im Netz: Aus passiven Konsumenten werden aktive, Mehrwert produzierende Nutzer, so der eindeutige Trend. Wer verdient also künftig mit wessen Content wieviel? Mehr darüber findet man bei trendwatching.com, via public.beta.
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