Alle Beiträge zu bubble

Causa Gauck – Deutungshoheit im Netz

Es ist der besondere und fortwährende Irrtum des menschlichen Begreifens, mehr durch Bestätigung als durch Verneinung bewegt und begeistert zu werden.“ Francis Bacon,1620.

Eine Echokammer ist ein nach akustischen Gesetzen gestalteter Raum, der besondere Hall- und Echoeigenschaften aufweist. In einer trivialisierten Form der Medientheorie, die zum Teil im Feuilleton-Jargon oder bei halbgaren Medienwissenschaftlern anzutreffen ist, bezeichnet dieser Begriff ein Phänomen, das in der Wissenschaft als confirmation bias bezeichnet wird. Damit wird die psychologische Erkenntnis umschrieben, dass Menschen aus der Vielzahl an einströmenden Informationen diejenigen aussuchen, die die eigenen Erwartungen und das Vorwissen bestätigen und diejenigen Inhalte, die dieser Haltung widersprechen, werden ausgefiltert.

Der Psychologe Leon Festinger hat in seiner Theorie der Kognitiven Dissonanz dargelegt, dass Menschen dazu neigen, widersprechende Informationen oder Aktivitäten aufzuheben bzw. auszulöschen, weil die Widersprüche innere Erregung auslösen. Man kann also auf der Basis dieser psychologischen Begründung behaupten, dass Menschen emotionale Spannung abbauen, wenn sie Widersprüche auflösen. So etwas ist neulich geschehen, als zahlreiche Tweets mit kritisierten Zitaten vom zukünftigen Bundespräsidenten Gauck auftauchten…

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Die Intuitionspumpe „Filter Bubble“

Auf der TED Longbeach im Februar 2011 hat Eli Pariser für Furore gesorgt: Vor versammelter Webprominenz forderte er Sergey Bring und Larry Page von Google auf, die Algorithmen der Ergebnispräsentation ihrer Websuche kontrollierbar zu gestalten. Denn er hatte festgestellt, dass die Personalisierung der Suchergebnisse anhand früherer Klicks zu einer einengenden Weberfahrung führen soll. Denn Webfirmen wie Google und Facebook beobachten sehr genau welche Links man klickt und welche man links liegen liegen lässt. Anhand des eigenen Verhaltens auf diesen Websites ordnen Google und Facebook die Inhalte zukünftig genauso wie es aus Sicht der erkannten Präferenzen für uns am wahrscheinlichsten ist, dass uns Inhalte interessieren könnten.

Ein ähnliches Verfahren kennen wir von den Einschaltquoten. Auch dort wird das tatsächliche Sehverhalten der TV-Zuschauer gemessen und dann werden sogenannte Programmschienen etabliert, die die Bedürfnisse der Zuschauer besonders gut erfüllen sollen. Das Ziel ist natürlich ein hohes Ranking bei den Einschaltquoten, zum einen um mehr Werbung zu verkaufen und zum anderen, um den Verantwortlichen Argumente an die Hand zu geben, von Erfolg oder gutem Journalismus zu sprechen. Die Printwelt der Zeitungen und Zeitschriften kennt Ähnliches aus dem Umfeld er Copytests. Im allerdings geschieht all dies ständig und in Echtzeit, sodass eine Änderung des eigenen Klickverhalten auch Auswirkungen auf die zukünftige Präsentation der Inhalte bei Google und Konsorten hat… Weiterlesen »

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Haque platzt: Social Media Bubble

Seit zwei Tagen glühen in den USA die Drähte. Umair Haque, den geneigten Lesern der blogpiloten bereits bekannt als Direktor und Vordenker des Havas Media Lab und seines Zeichens Großblogger beim Harvard Business Review hat mal wieder seine Lieblingsmetapher (bubblegeneration) an die Projektionsfläche unser aller Lieblingsdiskussion gepinselt. The Social Media Bubble.

In dem Text vergleicht er die Inflation dünner Verbindungen mit allerlei Menschen per Social Media mit der Subprime-Krise und deren unterdurchschnittlichen Krediten. Aus seiner Sicht sind diese Online-Bekanntschaften eher eine Illusion echter menschlicher Bindungen, die auf gemeinschaftlichem Handeln und Erleben beruhen. Die Bindungen im Social Media Land basieren nicht auf gegenseitigem Investment von Zeit, Wissen und Beachtung und sind aus Sicht von Haque somit defiziente Formen menschlicher Bindungen – wenn überhaupt.

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Web 2.0: Boom oder Blase

Ist das neue Web 2.0 nun Hype oder doch schon (wieder) eine große Blase im Netz?
Die Frage wird nicht erst seit dem Milliarden-Deal zwischen Google und YouTube gestellt, taucht in den letzten Wochen und mit zunehmender Investitionslaune im Web wieder vermehrt auf.

Ein paar Meinungen dazu:
Mark Pohlmann von SinnerSchrader
Thomas Knüwer vom Handelsblatt
Marcel Weiß von neunetz.com
Dieter Rappold von Knallgrau
[tags]blase,bubble,dotcom[/tags]

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Das Ende des Web 2.0?

Ist das Web 2.0 bereits wieder am Ende?
Kaum hat die Welle „Web 2.0“ die deutsche Medienlandschaft erreicht, fängt in der Blogwelt bereits die Diskussion um das Ende des neuen Web 2.0 an. Nicht nur typische Hype-Kritiker wie Don Alphonso rufen das Ende aus. Auch Johnny Haeusler und andere Blogger fühlen Endzeitstimmung. Da beklagt Robert Basic die Innovationslosigkeit und immer mehr „Me Too“-Produkte… Gleichzeitig hört man aus den USA von ersten Entlassungen bei Web 2.0-Unternehmen.
Ist das wirklich das Ende? Sicherlich nicht. Noch werden Unternehmen ordentlich mit Venture Capital ausgestattet, gehen Communities, die keine nennenswerten Einnahmen haben, für Millonen weg … Der Untergang des 2.0-igen Webs ist aufgeschoben.
[tags]bubble[/tags]

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