Studie: Kinder und Medien

Gestern stellte der Egmont Ehapa Verlage (allen bekannt als Herausgeber von Asterix und Lucky Luke Comics und naheliegenderweise der wöchentlichen Micky Maus) seine Studie zum Konsumverhalten von Kinden mit Medien vor, die KidsVerbraucherAnalyse (KidsVA). Die Zahlen sind ermutigend: 5,9 Millionen (96%) aller befragten Kinder im Alter von 6 bis 13 Jahren geben an, in ihrer Freizeit Zeitschriften anzuschauen und immerhin 5,5 Millionen (91%) schmökern in Büchern. Leise Zweifel kommen auf, wenn ich an die Zeiten meines Sohnes in der Grundschule denke. Da gab es einige Kinder, denen man in der dritten Klasse nicht ersnthaft unterstellen konnte, dass schon mal ein Kinder-Buch wirklich gelesen. Aber reinschauen und durchlesen sind ja auch zwei Paar Schuhe. Und die freundlichen Menschen, die Umfragen machen können den Menschen ja auch nicht hinter die Stirn sehen…

Laut Angaben des Verlags ist die KidsVA 2011 mit insgesamt 2.122 Interviews repräsentativ für 7,5 Millionen deutschsprachige Kinder im Alter von 4 bis 13 Jahren. Bei 46 erhobenen Titeln aus der Kinderzeitschriftenwelt werden 72% aller 6- bis 13-Jährigen (4,41 Millionen) regelmäßig erreicht. Dabei ist das wöchentlich erscheinende Micky Maus Magazin aus dem Egmont Ehapa Verlag mit mehr als 700.000 Lesern Spitzenreiter. Es folgen weitere Geschichten aus Entenhausen im „Disney Lustigen Taschenbuch“ (682.000 Leser) und 543.000 fußballinteressierte Leser greifen zu „Just Kick-it!“ aus dem Panini Verlag.

Soweit also zum Thema Lesen. Es geht hier um Comics. Nicht das ich das abqualifizieren will, denn genau so habe auch ich angefangen: mit Asterix und Konsorten, aber mit ungefähr acht Jahren kamen dann Sachen wie Perry Clifton und Geheimagent Lennet dazu, also richtig dicke Schinken, die wirklich spannend waren. Wer mit 12 Jahren noch hauptsächlich Micky Maus liest… naja, lassen wir das.

Und der Computer?

Bei Schulkindern über 6 Jahren steigen Werte deutlich an: Fast 5 Millionen 6- bis 13-Jährige (81%) haben Computer-erfahrung und 4,5 Millionen (74%) waren bereits Online. 32% dieser User sind sogar täglich im Internet unterwegs.
Hier fehlt mir wirklich eine genaue Differenzierung. Wer in der 5. Klasse ist, der wird häufg das Internet aufsuchen, aber ein täglicher Besuch im Internet in den frühen Klassen der Grundschule fänd‘ ich eher verwerflich. Da wäre das Spielen und Herumtoben für mich noch deutlich wichtiger im nicht-digitalen Bereich anzusiedeln, auch und gerade unter Einsatz des eigenen Körpers…

Dass Kinder in dieser Altergruppe im Schnitt über 25 EUR an Taschengeld verfügen, hat mich fast umgehauen. Da fange ich dann wieder an in DM umzurechnen und kriege echt Plaque….

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Jörg Wittkewitz

Jörg Wittkewitz

  ist seit 1999 als Freier Autor und Freier Journalist tätig für nationale und internationale Zeitungen und Magazine, Online-Publikationen sowie Radio- und TV-Sender. (Redaktionsleiter Netzpiloten.de von 2009 bis 2012)

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