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StoryMaker: Journalistenlehrgang in App-Form für Krisengebiete

Graswurzel-Journalismus wird immer wichtiger. Die App StoryMaker will vor allen in Krisengebieten Nutzern Hilfestellung bei der Berichterstattung geben.

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Die App StoryMaker wurde konzipiert, um Bürger in Krisengebieten zu ermutigen, mithilfe der vorhandenen Technik, vor allem Smartphones, die Rolle von Journalisten zu übernehmen. Die App bietet dabei viele Lehrgänge, sowie Templates für Foto und Video-Aufnahmen und Interviews. Außerdem besteht die Möglichkeit die Informationen über eine gesicherte Verbindung mit der Außenwelt zu teilen und somit Zensurmaßnahmen zu umgehen.


  • StoryMaker bietet leichtverständliche Hilfestellung für die Erstellung eigener Beiträge.
  • Neben Grundlagen können auch Vorlagen zum Erzählen einer Geschichte genutzt werden.
  • Die App wurde eigentlich für Bürger-Journalisten in Krisengebieten konzipiert.

StoryMaker wurde bereits in Ländern wie dem Irak, Ägypten, Marokko, Tunesien und Zimbabwe erfolgreich eingesetzt, um Bürger vor Ort mit dem nötigen Grundwissen für eine journalistische Berichterstattung zu versorgen. Da in diesen Ländern Smartphones bereits einige Verbreitung gefunden haben, hat das International Center for Journalists (ICFJ) die Idee für den journalistischen Crashkurs in App-Form gehabt. Da es sich bei den meisten Smartphones in solchen Regionen üm eher günstige Android-Geräte handelt, wurde die App vorerst nur für Google Open Source-Betriebssystem entwickelt und kann inzwischen auch im Google Play Store heruntergeladen werden.

Neben einer Vielzahl informativer Lehrgänge zu den Themen Journalismus, Sicherheit, Audio Fotografie und Videoaufnahmen, gibt die App auch praktische Hilfestellung. Dank eines ausgeklügelten Template-Systems, ist es sehr leicht, eine Geschichte in Video Foto oder Audio zu erzählen. Dafür müssen nach der Auswahl der Art der Story lediglich die Vorgaben befolgt werden. Natürlich folgen die dadurch entstehenden Berichte einem relativ starren Muster, gleichzeitig wird dadurch aber auch sichergestellt, dass bestimmte Rahmenpunkte einer jeden Geschichte vorhanden sind. Auch kann die Geschichte selber in den Vordergrund rücken, da sich der Bürger-Journalist um die Form keine Gedanken mehr machen muss.

Ebenfalls keine Gedanken muss sich der Nutzer über eventuelle Sicherheitsprobleme machen, die durch die Veröffentlichung der Geschichte entstehen könnten. StoryMaker ermöglicht Zensur-resistentes Publishing. In Ländern, wo Journalisten und Bürger von der Staatsmacht überwacht werden, können ihre Stories über das Tor-Netzwerk anonym veröffentlichen. Zudem wird der Datenverkehr der App durch ein Sicherheitszertifikat verschlüsselt übertragen.

Momentan können die entstandenen Stories, neben dem Tor-Netz auch über YouTube oder die StoryMaker-Webseite veröffentlicht werden. In Zukunft sollen aber auch Facebook, Soundcloud, Flickr sowie private Nutzer-Server möglich sein. Außerdem soll die App, die derzeit nur auf Englisch verfügbar ist, auch in Französisch, Spanisch und weitere Sprachen übersetzt werden. Eine iPhone-Version ist ebenfalls in Arbeit, von der sich die Macher der App ein großes Wachstumspotenzial versprechen.


Teaser & Image by StoryMaker

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Daniel Kuhn

Daniel Kuhn

ist Wahl-Berliner mit Leib und Seele und arbeitet von dort aus seit 2010 als Tech-Redakteur. Anfangs noch vollkommen Googles Android OS verfallen, geht der Quereinsteiger und notorische Autodidakt immer stärker den Fragen nach, was wir mit den schicken Mobile-Geräten warum anstellen und wie sicher unsere Daten eigentlich sind.

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