Storyful verwandelt Slack in eine Erweiterung seines Dienstes

Die Nutzung der Messaging-Anwendung Slack boomt. Das Unternehmen gibt an, es habe 1,25 Millionen tägliche Nutzer, eine Verzehnfachung in nur einem Jahr, und allerlei Nachrichtenagenturen – von der New York Times bis zu uns hier beim Nieman Lab – verwenden Slack. Storyful, die Social Media nutzende Nachrichtenagentur, ist dabei keine Ausnahme. Im Besitz der News Corp hat Storyful seinen Hauptsitz in Dublin, hat aber auch Firmensitze in New York, Hong Kong und Sydney, und es verwendet Slack, um über die Zeitzonen hinweg in Kontakt zu bleiben.

Anfang diesen Jahres war eine Gruppe Angestellter von Storyful in einer Bar, als sie zu der Erkenntnis gelangten, dass sie Slack für einen anderen Zweck verwenden könnten: Um Kunden Inhalte zu übermitteln.

“Es verpackt Inhalte in ein sehr nützliches vorgefertigtes Benachrichtigungsformat”, sagte Storyful Produktleiterin Alexandra Pressland. “Es gibt nichts, was sie noch machen müssen, denn sie haben es schon auf ihren Desktops und ihren Mobiltelefonen.

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 Storyful, das 2013 von der News Corp gekauft wurde, verwendet eine Mischung aus Software und einem Team von Journalisten, um Videos und Social-Media-Inhalte zu finden, zu verifizieren und zu lizensieren. Obwohl Storyful unlängst durch das Arbeiten mit Marken und die Hervorhebung von viralen Inhalten expandiert hat, bleiben Eilmeldungen das Kerngeschäft.

Das Unternehmen verteilt Inhalte mittels ihrer Nachrichtendienst-Plattform, doch es hat auch andere Mittel, wie etwa einen geschlossenen Twitter-Account, um Kunden auf Eilnachrichten oder Inhalte, die Storyful verifizieren konnte, aufmerksam zu machen. Die Integration von Slack ist eine weitere Möglichkeit für das Unternehmen, um mit seinen Kunden zu interagieren.

In Zusammenarbeit mit dem Entwickler Jon Hope hat das Unternehmen die Integration in etwa einem Monat erstellt und eine kleine Anzahl von Storyful-Klienten, einschließlich des Wall Street Journals, Mashable und AJ+, ersucht, um den Dienst zu testen.

Brian Ries, Mashables Echtzeit-Nachrichtenredakteur, sagte, dass so gut wie alle von Mashables Eilmeldungen von Slack ausgeführt werden. Mashable hat Bots eingerichtet, größtenteils RSS verwendend, die hereinkommende Nachrichten von der Associated Press, Reuters, Breaking News und anderen in einen dafür gedachten Slack-Kanal senden.

“Es hat den Entdeckungsprozess vollkommen optimiert und Storyfuls Inhalte viel näher zu unserem redaktionellen Arbeitsfluss gebracht”, erzählte mir Ries in einer E-Mail.

Zuvor war es auf ein Dashboard verwiesen, das von mir verlangte, mich anzumelden und nach Inhalten zu suchen, was ich selten tue – wir haben ein System errichtet, das uns meistens auf Neuigkeiten aufmerksam macht, über die wir Bescheid wissen sollten. Das bedeutet, dass wir weit mehr Angebote von Storyful sehen und nie eine Gelegenheit oder einen Bericht verpassen.

Storyful erstellte dieses Tool, um sich mit Slack zu verbinden, unter Verwendung von OAuth, welches Nutzern die Integration genehmigen lässt, auf die gleiche Weise, wie wenn sie einer Applikation Zugriff auf deren Facebook- oder Twitter-Accounts gewähren würden. Nutzer können dann den Slack-Kanal wählen, in dem sie ihre Updates zugestellt haben wollen und ebenso wählen, über welche Themen sie News-Updates erhalten wollen.

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Nutzer können jeden beliebigen Kanal, den sie abonnieren, in Storyfuls Nachrichtendienst nehmen – wie etwa virale Nachrichten, das Wetter oder eine Berichterstattung über die Wahl 2016 – und diesen Output in Slack integrieren. An dieser Stelle ist auch zu sagen, dass nur manche Videos, die Storyful in Slack teilt, tatsächlich innerhalb des Tools anschaubar sind.

Aufgrund der Art und Weise, wie Slack funktioniert, bekommen Nutzer eine Benachrichtigung für jeden Bericht, den Storyful sendet. Unabhängig davon ist, ob sie sich für diesen Bericht interessieren oder nicht, wenn sie sich dafür entscheiden, den Storyful-Bot zu einem Kanal hinzuzufügen, in dem sie Benachrichtigungen erhalten können. Doch sobald die Integration von Slack jenseits der ursprünglichen Tester auf den Markt gebracht wird, plant Storyful, weitere Funktionalität hinzuzufügen.

Storyfuls Ziel ist es, mehr differenzierte Angebote zu ermöglichen – beispielsweise könnte es Nutzern die Möglichkeit geben, spezifische Themen oder Nachrichtenmeldungen zu abonnieren, die an einem bestimmten Tag trenden. Und Pressland sagte, das Unternehmen arbeite gemeinsam mit Slack an Wegen, verbesserte Analytik oder bessere Benachrichtigungen zu integrieren.

“Falls es, zum Beispiel einen riesigen Eilmeldungsvorfall gibt, könnten wir einen Slack-Abonnenten ermutigen wollen, dieser [bestimmten Meldung] zu folgen”, sagte sie. “Slack arbeitet mit uns, um herauszufinden, wie man dies hinbekommt.

Storyful sucht außerdem einen Weg für die eigenen Angestellten, über die App mit Kunden zu chatten. “Das erste Anzeichen, dass wir von unseren Kunden bekommen ist, dass dies ein wirklich bedeutendes Tool für sie sein wird”, sagte sie.

Eines von Storyfuls Zielen mit der Slack-Integration ist es, mehrere Menschen in Nachrichtenabteilungen jener Art der Arbeit auszusetzen, die Storyful verrichtet. Pressland sagte, sie sei hoffnungsvoll, dass Menschen, die nicht auf Storyfuls eigenen Nachrichtendienstservice zugreifen mögen, es auf Slack sehen werden, nachdem sie ohnehin schon so viel Zeit dort verbringen.

Es ist in meinem Interesse, dass eine große Menge Leute Zugriff auf diese Inhalte haben, sagt sie. Es wird keinen besseren Weg für mich geben, dies zu tun, als sich Slack zunutze zu machen. Das Schöne dabei ist, dass es nicht so auffällig ist, denn die Organisationen selbst sind es, welche die Kanäle errichten, in die die Inhalte kommen.

Da Storyfuls Geschäft darauf aufgebaut ist, für die eigenen Kunden nützlich zu sein, erklärt Pressland, dass Storyful letztlich die eigenen Dienste zusätzlich zu Slack mit anderen weitverbreiteten Nachrichtentools verflechten möchte; welche dafür in Frage kommen, möchte sie jedoch nicht sagen.

Wir sind sehr darauf fokussiert, unsere Inhalte dorthin zu bekommen, wo es am einfachsten für unsere Kunden ist, sie zu konsumieren”, sagte Alexandra Pressland.

Dieser Artikel erschien zuerst auf  “Nieman Journalism Lab” unter CC BY-NC-SA 3.0 US. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Teaser & Image by Storyful and Slack, combined by Tobias Schwarz


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Joseph Lichterman

Joseph Lichterman

schreibt für das an der Harvard Universität angesiedelte Nieman Journalism Lab über Innovation in der Medienbranche. Davor arbeitet er für die Nachrichtenagentur Reuters und berichtete über den wirtschaftlichen Niedergang von Detroit.

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