Man sollte nicht unterschätzen, wie oft Artikel via SMS geteilt werden

Mit der News-App von BuzzFeed teilen Nutzer Artikel viel öfters via SMS als über Facebook oder Twitter. Bereits im letzten Herbst prophezeite Jamie Mottram, vom Unternehmen Gannett, in einer Zusammenstellung von journalistischen Vorhersagen für 2015 auf Niemanlab.org, eine Steigerung der Nutzung des Teilens von Informationen via SMS. Er zitierte dazu, welche Auswirkung der SMS-Share-Button auf seiner Sporthomepage FortheWin hatte.

 

Hier und da habe ich gesehen, dass ein paar weitere SMS-Share-Buttons aufgetaucht sind, aber es scheint unklar inwieweit sie sich für Traffic sorgen (Dark Social!). Also fragte ich eine Nachrichten-Organisation, die sich mit dem sozialen Bereich auskennt – BuzzFeed – was sie für Erfahrungen mit ihrer App gemacht haben.

BuzzFeed News steckt mehr Sorgfalt in ihre Erfahrung über das Teilen als andere, indem sie attraktive Story Cards entwerfen, wie beispielsweise eine zur Verwendung via SMS (zudem auch für andere Plattformen).

Ich habe Stacy-Marie Ishmael von BuzzFeed gefragt, ob sie Information darüber hat, welche Optionen zum Verbreiten am meisten verwendet werden. Ich denke, dass wenn man zwischen Facebook, Twitter und SMS entscheiden soll. Der übliche Gedanke ist, dass Facebook am populärsten ist (der Goliath!), Twitter darauf folgt (was alle Journalisten nutzen!) und SMS auf dem dritten Platz zu finden ist.

Aber es ist genau das Gegenteil:

(Man bemerke auch, dass Reading List vor Pocket und Instapaper gelistet ist. Außerdem wird die klassische Email nach wie vor stark verwendet.) Oft haben wir über den Aufstieg von Chat-Apps als Verbreitungsplattform geschrieben (Snapchat, WhatsApp, WeChat, Line, Kakao, Kik, etc.), was auch zutrifft. Aber man sollte die bescheidene SMS nicht vergessen. Wenn man es seinen Lesern einfacher macht via SMS vom Mobiltelefon zu teilen, werden sie das Angebot sicherlich wahrnehmen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf “Nieman Journalism Lab” unter CC BY-NC-SA 3.0 US. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) “the silent one” by frankieleon (CC BY 2.0)


 

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Joshua Benton

Joshua Benton

ist Leiter des Niemand Journalism Lab, an dem er schon 2008 als Fellow tätig war. Davor arbeitete er zehn Jahre für Zeitungen, die meiste Zeit bei "The Dallas Morning News". Benton hat den Philip-Meyer-Journalism-Award der Organisation "Investigative Reporters and Editors" gewonnen und hat mit dem Bloggen angefangen als Bill Clinton noch US-Präsident war.

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