Smartwatches: Spielzeug oder sinnvolle Smartphone-Erweiterung?

Um den ständigen Blick auf das Smartphone zu verhindern, haben einige Hersteller inzwischen Smartwatches im Programm, die die Informationen ans Handgelenk zaubern. Ist dies aber sinnvoll und hat derartiges Zubehör eine Zukunft?

Inzwischen sind Smartphones sehr weit verbreitet, aber der Griff in die Tasche um die Uhrzeit oder eine Benachrichtigung nachzuschauen sind teilweise nicht nur für den Nutzer selber, sondern auch für die Anwesenden lästig – schöner wäre da sicherlich ein kurzer Blick auf die Armbanduhr um zu sehen, ob die eingegangene E-Mail, SMS oder sonstige Nachricht wichtig ist und sofort beantwortet werden muss, oder auch warten kann. Inzwischen gibt es viele Hersteller, die bereits derartige Modelle im Programm haben. Dabei unterscheiden sich die Geräte im Ansatz und der Funktionsweise teils deutlich.

Die Pebble Watch, eines der erfolgreichsten Kickstarter-Projekte der letzten Zeit, wird derzeit an die ersten Unterstützer ausgeliefert und darf als die erste wirklich gute Smartwatch angesehen werden. Die bisher erhältlichen Modelle hatten alle mit diversen Kinderkrankheiten zu kämpfen. Die Sony SmartWatch besitzt ein Display, das in der Sonne nicht abzulesen ist, Motorolas ACTV ist nur in den USA erhältlich und eher als Fitness-Tracker gedacht und die i’m Watch kann getrost als Komplettreinfall angesehen werden.

Nichtsdestotrotz scheint das Interesse von den Nutzern und damit auch von den Herstellern an diesem Konzept stetig zu steigen. Gerüchten zufolge arbeiten neben Samsung und Apple auch Google zusammen mit Motorola an eigenen Smartwatches. Der Erfolg hängt allerdings an einigen Faktoren: Zum einen muss die Bedienung simpel sein, niemand will lange an seinem Handgelenk herumnesteln um eine E-Mail zu lesen. Das Design muss ansprechend und nicht zu klobig sein – das Display sollte also nicht zu groß, aber auch nicht zu klein sein und es sollte obendrein im Sonnenlicht gut ablesbar sein. Und zu guter Letzt darf der Preis nicht zu hoch liegen, denn schließlich war das Smartphone selber ja schon teuer genug und die Smartwatch sollte nur eine Erweiterung dessen sein.

Ob es den Herstellern gelingen wird, dieses Zubehör am Markt zu etablieren bleibt also abzuwarten, einen gewissen Reiz hat es aber zugegebenermaßen schon, Sprachbefehle in die Uhr am Handgelenk zu säuseln, wie einst Michael Knight.


Image (adapted) „8531347762_6c9d97eed1_h“ by Janitors (CC BY 2.0)


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Daniel Kuhn

Daniel Kuhn

ist Wahl-Berliner mit Leib und Seele und arbeitet von dort aus seit 2010 als Tech-Redakteur. Anfangs noch vollkommen Googles Android OS verfallen, geht der Quereinsteiger und notorische Autodidakt immer stärker den Fragen nach, was wir mit den schicken Mobile-Geräten warum anstellen und wie sicher unsere Daten eigentlich sind. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.

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