Shutterstock will Bausteine für Kreative liefern

Shutterstock startete als Stockphoto-Plattform und bietet nun auch Video-Clips und Musiktitel, in Zukunft auch mit datengetriebener Suchmaschinenoptimierung.// von Christina zur Nedden

Wyatt Jenkins von Shutterstock und Thom Cummings von SoundCloud (Image: Tobias Schwarz/Netzpiloten, CC BY 4.0)
Wyatt Jenkins von Shutterstock und Thom Cummings von SoundCloud auf der Berlin Music Week 2014

Fotos, Videos und Musik – all das braucht man heutzutage um ansprechende (digitale) Produkte zu entwickeln. Bisher pickten sich Grafiker und Medienhäuser ihre Inhalte von verschiedenen Plattformen zusammen. Nun bieten immer mehr traditionelle Bildagenturen und Plattformen wie Getty Images oder Shutterstock nicht nur Stockfotos, sondern auch Musik- und Audiomaterial.


Warum ist das wichtig? Stock-Material aus der gleichen Quelle vereinfacht den kreativen Arbeitsprozess, führt aber langfristig auch zu einer veränderten Produktlandschaft.

  • Shutterstock möchte ein natürlicher Teil des Arbeitsprozesses von Kreativen sein.

  • Shutterstock hat seit zwei Jahren ein Büro in Deutschland. Zehn führende deutsche Design-Studios nutzten das Angebot des amerikanischen Unternehmens für eine Ausstellung zu menschlicher Existenz in digitalen Räumen in Berlin.

  • Um sich von der Konkurrenz abzusetzen, konzentriert sich Shutterstock auf Suchmaschinenoptimierung durch umfangreiche Datenauswertung.


Alles aus einer Hand “Unser Ziel ist es ein natürlicher Teil des Arbeitsprozesses von kreativ Schaffenden zu werden”, sagte Shutterstocks Produktchef Wyatt Jenkins auf der Berlin Music Week. “Wir möchten ihnen alle Bausteine für ihre Arbeit liefern”. Eine neue Funktion namens “Streamline” füge Video- und Audiomaterial auf einfache Weise zusammen, ähnlich wie bei dem Video- und Filmschnittprogramm Final Cut.

Das amerikanische Unternehmen Shutterstock galt bislang als einer der führenden Anbieter von Stock-Fotographie. Die Kollektion umfasst mehr als 40 Millionen lizenzfreie Bilder und Vektorgrafiken und ist damit halb so groß wie Getty Images. Nun kommen 2 Millionen Video-Clips und 60.000 Musiktitel dazu, um Kreativen alles aus einer Hand zu liefern. Auf der Berlin Music Week sah man den ehemaligen DJ Wyatt Jenkins im Austausch mit Thom Cummings von SoundCloud. Auf die Frage über eine mögliche Kooperation hieß es vom Shutterstock Vorstand: „Eine Zusammenarbeit ist möglich, aber nicht konkret in Planung“.

Ausstellung mit deutschen Design-Studios

Seit zwei Jahren hat Shutterstock ein Büro in Berlin. Deutschland ist neben Großbritannien der größte europäische Markt. Ziel ist es Partner der deutschen Kreativbranche zu sein und einen Marktplatz zwischen Künstlern und Abonnenten zu etablieren.

Immerhin mit zehn führenden deutschen Design-Studios zeigte Shutterstock in der Ausstellung “Analog Mensch Digital” im Berliner Direktorenhaus wie eine ausschließliche Nutzung von Stock-Material des Unternehmens aussehen könnte. Die Studios entwarfen Kunst zu menschlicher Existenz in digitalen Räumen und nutzen dafür einzig Materialien aus der Shutterstock-Kollektion. Einige der Ergebnisse beleuchteten die oftmals steril wirkende Stock-Photographie auch auf ironische Weise.

Derzeit nutzen 60.000 Künstler aus über 100 Ländern Shutterstock um ihre Arbeit zu verkaufen. 39 Euro kostet ein Bildpaket über 5 Downloads in der Standard-Lizenz und 359 Euro ein vergleichbares Bildpaket mit erweiterter Lizenz (uneingeschränkte Nutzung). Im Standard-Abonnement mit einer Laufzeit von einem Jahr und 25 Downloads pro Tag, kostet ein Bild umgerechnet 0,22 Euro.

Ausstellung "Analog Mensch Digital" (Image: © Eps51)
Ausstellung „Analog Mensch Digital“ (Image: © Eps51)

„Daten sind unsere DNA!“

Neben einer Erweiterung des Portfolios möchte Shutterstock sich durch vielfältige Filtermöglichkeiten bei der Suche nach Stock-Material von der Konkurrenz absetzen. 40% der Mitarbeiter allein kümmern sich um die Verbesserung der Suchmaschine und die Entwicklung von neuen Such-Tools. Dafür werden vor allem Daten, die zuvor durch Traffic und Downloads gesammelt werden, genutzt. „Daten sind unsere DNA!“ sagt Gerd Mittmann, VP International bei Shutterstock. „Dank unserer Datenbegeisterung sind zwei ganz neue Suchtools entstanden: Shutterstock Spectrum und Palette. Mithilfe beider Tools lassen sich Bilder nach Farben filtern. Die reine Keyword-Suche wird ersetzt und User können sich bei der Bildrecherche inspirieren lassen”.

Dieselbe Handschrift – ähnliche Produkte?

Alle Einreichungen von Künstlern – ganz gleich ob Fotos, Musik oder Videos – werden vor einer Aufnahme in die Shutterstock-Kollektion begutachtet und durchlaufen einen Test. Das soll die Qualität des Angebots garantieren. Abnehmer können sich darüber freuen. Es bleibt abzuwarten, wie sich Produkte durch die Nutzung von Rohmaterial mit derselben Handschrift in Zukunft verändern werden.


Teaser & Image by Tobias Schwarz/Netzpiloten (CC BY 4.0)


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Christina zur Nedden

Christina zur Nedden

ist freie Journalistin und Volontärin an der Evangelischen Journalistenschule in Berlin. Ihre veröffentlichten Texte gibt es auf ihrer Website christinazurnedden.com. Auf Twitter ist sie unter @czurnedden zu finden. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.

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