Selfies von Automattic

Selfies – die neue App der WordPress-Macher

Die Entwickler bei Automattic haben neben ihrer Arbeit an WordPress eine Social App nur für das Fotogenre Selfies entwickelt. // von Tobias Schwarz

Selfies von Automattic

Die App mit dem vielsagenden Namens „Selfies“ ist für Automattic ein spannendes Experiment neben der alltäglichen Arbeit an WordPress. Ohne irgendwelche Hinweise oder begleitende Pressearbeit wurde die App der hauseigenen Entwickler einfach in Google Play angeboten und gewartet, was passiert. Nach wenigen Tagen entdeckte der TechCrunch-Redakteur Kyle Russell die App zufällig auf Twitter.


Warum ist das wichtig? Automattic setzt neben einem Wachstumskurs auch auf die Entwicklung eigener Produkte, um mehr zu sein als „nur“ die WordPress-Firma.

  • Mit der Android-App namens „Selfies“ bringt Automattic still und leise ein neues Produkt auf den Markt.
  • Die Selfies-App weiß von Beginn an von sich durch Design und ihre enormen Entwicklungsmöglichkeiten zu überzeugen.
  • Mit der neuen App fordert das vor allem durch Open Source berühmt gewordene Unternehmen andere Firmen wie Facebook heraus.

Automattic testet mit Selfies neue Produktideen

Nachdem Automattic-Gründer Matt Mullenweg wieder das Steuer als CEO in der Hand hat, um das Unternehmen zu einer der wenigen Milliarden-Dollar-Firmen zu machen, die auf Open Source setzen, hatte sein friedlich zurückgetretener Vorgänger Toni Schneider mehr Zeit für die Produktentwicklung. Denn Automattic will mehr sein als nur die Firma hinter WordPress. Mit der Social App „Selfies“ für Android haben die Automattic-Entwickler einen ersten Schritt dieses Weges aufgezeigt.

Scheinbar starteten die Arbeiten vor gerade einmal acht Wochen, als Automattic in einer Funding-Runde über 160 Millionen US-Dollar einsammeln konnten. Die App ist sehr simpel aufgebaut und auch so einfach zu nutzen. Gleich nach Start der App fängt man mit einem der zur Zeit so beliebten Selfies an. Das Foto kann dann mit einem Filter und einem Capture-Text versehen und dann in einem Stream an Selfies anderer Nutzer geteilt werden. Von hier an kann das Bild dann auch durch die auf dem Smartphone installierten Apps geteilt werden, zum Beispiel weiter nach Instagram.

Zukünftige Konkurrenz von Instagram & Co.

Ein interessantes Feature, dass man bereits von ähnlichen Social Apps wie Snapchat oder Slingshot kennt, ist die Möglichkeit einer Reaktion. Mit einem Foto kann man auf ein Selfie antworten. Neu ist, dass das ursprüngliche Selfie auch einfach nur mit einem anderen Capture-Text versehen werden kann. Die Variationen und Antworten auf ein Selfie werden dann in einer horizontalen Timeline von links nach rechts dargestellt.

Noch ist die App sehr arm an Features und stürzt noch zu oft ab. Automattic ist aber mit der Selfies-App auf Anhieb ein schick designtes Produkt gelungen, dass schon jetzt sein Potenzial als Konkurrent zu Instagram & Co. aufzeigt. Es wird spannend zu sehen sein, was Automattic oder die Open-Source-Community mit der App noch machen.


Teaser & Image by Automattic


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Tobias Schwarz

Tobias Schwarz

ist Coworking Manager des St. Oberholz und als Editor-at-Large für Netzpiloten.de tätig. Von 2013 bis 2016 leitete er Netzpiloten.de und unternahm verschiedene Blogger-Reisen. Zusammen mit Ansgar Oberholz hat er den Think Tank "Institut für Neue Arbeit" gegründet und berät Unternehmen zu Fragen der Transformation von Arbeit.

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