rp09: Shift Happens für… Oliver Gassner

120x44_wIm Vorfeld der re:publica 2009 haben die Blogpiloten 5 Fragen an deutsche Webworkerinnen und Webworker geschickt und gefragt, was sie mit dem Motto der diesjährigen re:publica „Shift Happens“ verbinden und wie sie die Gegenwart und Zukunft des Digital einschätzen. Den Start macht Oliver Gassner

Oliver beschreibt sich selbst mit den folgenden Tags:

Conversation Evangelist, Blog Coach, GTD, breathing RSS.

Und hier seine Antworten auf unsere Fragen:

gassner

„Shift happens“ – „Veränderung passiert“. So das Motto der re:publica in diesem Jahr. Was verbindest Du ganz persönlich in Deinem (digitalen) Leben und Arbeiten mit diesem Motto?

Ich verschiebe eigentlich täglich meinen Job und passe mich dem an, was geschieht: dem was interessant ist, dem was die Kunden brauchen. Fast unmerklicher aber stetiger Wandel ist die Basis des elektronischen Universums und der Welt, die wir zu bauen haben, um sie am Leben zu halten und – wenn es geht – zu verbessern.

„Die Zukunft ist schon da, sie ist nur noch nicht gleichmäßig verteilt“ (Williams Gibson). Welcher Teil der (digitalen) Zukunft ist für Dich schon längst Gegenwart?

Ich lese kaum noch Papierzeitung, und wenn, dann ist sie meist 24 Stunden alt und ist schnell ‚erledigt‘. Außer der Lokalzeitung habe ich kein Printabo. Mit Kunden und Partnern arbeite ich primär digital zusammen: auch in Google Docs, auf Mailinglisten und in Wikis, die Firmenhomepage von Carpe habe ich letztes Jahr auf ein Wiki aufgesetzt und werde dieses Konzept noch weiter treiben. Ein Fax habe ich nie besessen. Meine Blogs kann ich kaum noch zählen, meine Twitterkanäle grad noch. Wenn ich in einer anderen Stadt bin, schaue ich in der Twitter-Lokalsuche nach wer hier noch so ist. Wo ich anderswo esse, entscheide ich mit Hilfe von Qype.

„Zurück in die Zukunft!“ – Was sind nach Deiner Erfahrung im Privaten wie im Beruf die größten Barrieren, wenn Du anderen versuchst zu erklären, wie die digitale Kultur „funktioniert?“

Dass die meisten Leute eher nicht den ganzen Tag online sind oder Smartphones mit Datentarif haben, dass der ‚Digital Lifestyle‘ der einer Minderheit ist und dass weder Privatpersonen noch Unternehmen verstehen, wie sehr sie von einem aktiveren Umgang mit Onlineangeboten
profitieren könnten. Andererseits habe ich aufgehört, Leuten ‚aufzuschwatzen‘, dass sie bloggen oder twittern sollen. Die, die es dann doch tun, sind begeistert. Das ‚Gewußt wie‘ ist allerdings essentiell.

Als digitale Webworker gestalten wir die Zukunft auch selbst mit. Welchen Themen liegen Dir am Herzen und warum?

Kreativität, Produktivität, bessere Kommunikation, Crowdsourcing zur Lösung von globalen Problemen: Klima, Arbeit, Wasser, Energie, Freiheit.

Was kommt nach Blogs, Social Networks und – unser aller Lieblingshypethema – Twitter? Wie sieht der nächste „Shift“ aus?

Mobile Dateneinheiten (das, was mal die Handys waren), über P2P vernetzt für Distributed Computing. Massive ‚Produktionsressourcen‘ für „Computing“ in den Händen der Menschen. Rechenzentren in jedem Keller – so wie heute die Heizung. Langfristig Datentechnologie auf Nanotech-Basis: am/ im Arm, auf der Haut, in Brillen/Headsets oder (bei Blinden) in den Augen. Staaten, die ihre Wirtschaftsdaten so offen legen, dass man die Daten intelligent analysieren, Probleme lokalisieren, beschreiben und Lösungen finden kann. Eine Freelancerkultur und Modelle, um Urheberrechte mit Flatrates zu monetarisieren. Kurz: die schleichende digitale Weltrevoltuion ;-)

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Steffen Büffel

Steffen Büffel

ist freiberuflich als Medien- & Verlagsberater, Trainer und Medienwissenschaftler tätig. Schwerpunkte: Crossmedia, Social Media und E-Learning. Seine Blogheimat ist der media-ocean. Außerdem ist er einer der Gründer der hardbloggingscientists.

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