Plurk: Krieg der Welten im Twitter-Universum

Erst „There was a time out error“. Dann „Twitter returned a bad request error“. Twitter, allseits beliebter Mikro-Blogging-Dienst, ist oft so überlastet, dass er die Knie geht. Nicht verwunderlich also, dass sich die Konkurrenten anschicken, sich ein Stückchen vom Kuchen abzuzwacken. Ganz vorne dabei im Wettrennen: Plurk. Doch hat der Aufsteiger wirklich eine Chance gegen den Altmeister?

Wie funktioniert Plurk?

Nach der Anmeldung gibt es eine schöne 5-Schritte-Anleitung. Anschließend beginnt die erste Suche nach Freunden, die schon auf Plurk aktiv sind. Selbstverständlich kann man Freunde per E-Mail einladen, richtig Spaß macht allerdings die automatische Suche nach Freunden. Dazu eignet sich ein Instant-Messaging-Dienst nach Wahl, oder aber man importiert seine Twitter-Kontakte. Das hat im Test allerdings nicht funktioniert – Twitter war gerade überlastet.

Anschließend kann man richtig einsteigen ins Plurk-Universum. Im Gegensatz zu Twitter werden die Nachrichten in einer schönen Zeitleiste dargestellt. Jede Nachricht besteht aus drei Teilen: dem Namen des Nutzers, einem sogenannten „Qualifier“ und der eigentlichen Nachricht. Ein „Qualifier“ ist ein eingefärbtes Wort, das einen Gemütszustand wiedergibt. „Qualifier“ wie „hates“ oder „shares“ helfen so dabei, eine Nachricht auf einen Blick richtig einzuordnen. Wer möchte, kann aber auch ohne „Qualifier“ kommunizieren. Dazu kann man die Webseite von Plurk benutzen, oder man benutzt einen Instant-Messaging-Dienst. Die dazu benötigte Software war allerdings zum Zeitpunkt des Tests für einige Tage vom Netz genommen. Außerdem gibt es einige Erweiterungen und Tools, die man mit Plurk nutzen kann.

Schön gelöst: der Umgang mit den Nachrichten. So kann man frei einstellen, wer die eigenen Nachrichten lesen können soll, und seine Freunde kann man in Gruppen organisieren. Bekommt man einen Link zu einem Video oder einem Bild zugeschickt, kann man es sofort auf der Seite anschauen, ohne vorher einen Link aktivieren zu müssen. Außerdem gibt es noch die „Karma-Punkte“: Je aktiver man den Dienst nutzt, umso schönere Smileys und Emoticons stehen einem zur Verfügung.

Für wen ist Plurk gedacht?

Plurk richtet sich an alle, die sich auch für Twitter interessieren: schnelle, 140 Zeichen lange Nachrichten an die Freunde erlauben es, den eigenen Status anzugeben („bin gerade im Meeting“) oder einen Linktipp auszusprechen.

Blogpiloten-Urteil

Plurk hat das Potential, genervte Twitter-Nutzer zum Umstieg zu bewegen: eine schöne Präsentation, ausgeklügelte Funktionen und große Zuverlässigkeit stehen auf der Haben-Seite. Ob sich der Dienst jedoch gegen den Mikro-Blogging-Giganten durchsetzen kann, richtet sich stark nach der Annahme duch die Nutzer. So erscheint Plurk als interessante Alternative für Twitter. Wenn es den Machern gelingt, weiterhin eigenständige Funktionen aufzubauen, ist vielleicht sogar etwas mehr drin.

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Björn Rohles

Björn Rohles

ist Medienwissenschaftler und beobachtet als Autor („Grundkurs Gutes Webdesign“) und Berater den digitalen Wandel. Seine Themenschwerpunkte sind User Experience, anwenderfreundliches Design und digitale Strategien. Er schreibt regelmäßig für Fachmedien wie das t3n Magazin, die Netzpiloten oder Screenguide.

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