Pimp your Android: 11 Apps, die am iPhone unvorstellbar wären

Google sein mobiles Betriebssystem Android lässt sich viel freier nutzen als sein Konkurrent von Apple, wenn man weiß wie und mit welchen Apps. Auch wenn man die Marktanteilszahlen von Android (weltweit angeblich bereits bei plus 80 Prozent) lieber mit Vorsicht genießen sollte („ausgeliefert“ heißt nicht „gekauft“, „gekauft“ heißt nicht „genutzt“, „Second Hand“-Geräte, usw.), eines ist schon klar: Es gibt viele Millionen Leute im deutschsprachigen Raum, die Googles mobiles Betriebssystem auf ihrem Smartphone laufen haben. Im Unterschied zu Apples iOS gilt Android als viel offenere Software, die dem Nutzer viel mehr Dinge erlaubt. Also warum sollte man diese Offenheit nicht auch nutzen?

Diese Apps, die so nur auf Android funktionieren, holen das Maximum aus dem Gerät:

  • AirDroid: Wer sein Android-Gerät von seinem PC, Mac, Linux-Rechner oder Chromebook aus steuern will, der setzt am besten auf diese App (ab Android 2.2). Sie erlaubt den Fernzugriff auf Funktionen wie SMS-Schreiben, E-Mails managen, Fotos ansehen, Kontakte bearbeiten, Dateien ordnen uvm. über den Desktop-Browser. Die umfangreichere Premium-Version kostet 20 Dollar pro Jahr.
  • Agent: Diese Gratis-App wird von der Egomotion Corp. in San Francisco angeboten (erfordert mindestens Android 4.0) will als smarter Assistent zu Diensten stehen. Erlaubt man der App umfangreichen Zugriff auf Funktionen und eigene Daten, automatisiert sie fünf Dinge: Sie hilft, Akku zu sparen, schaltet das Gerät während Meetings (Einträge aus Google Calender) lautlos, merkt sich, wo man sein Auto abgestellt hat, lässt nur ausgewählte Anrufe und SMS während Schlafenszeit durch und beantwortet automatisch SMS, wenn man am Steuer sitzt. Die Daten, die man der App freigibt (z.B. Kontaktlisten, Kalendereinträge, GPS-Position, etc.) wird Angaben der Macher zufolge nicht auf deren Server gespeichert oder an Werber weitergegeben, sondern nur in der App selbst verarbeitet.
  • AppLock: Diese kostenlose App (ab Android 2.2) ermöglicht es, andere Apps und Funktionen mit einer Code-Sperre zu sichern. Außerdem lassen sich damit ausgewählte Fotos und Videos in der Gallerie unsichtbar machen und so vor unerwünschten Blicken schützen. Die Software wird von DoMobile Lab zur Verfügung gestellt.
  • Aviate: Die Macher ThumbsUp Labs dieser kostenlosen App (ab Android 2.3) gehören mittlerweile zu Yahoo. Ihre Software bietet einen intelligenten Homescreen, der den alten ersetzt und das Verhalten des Nutzers mitlernt. Auf Basis der GPS-Position und Tageszeit zeigt Aviate die passenden Apps an (z.B. Musik-App beim Joggen, Wetter am Morgen, Kalender in der Arbeit etc.), liefert Wegbeschreibungen oder zeigt Restaurant-Empfehlungen an – und das alles verpackt in einem angenehm simplen Design. Die App ist derzeit aber noch in der Betaphase und deswegen mit Vorsicht zu genießen.
  • Cover: Diese App (ab Android 4.1), die ehemalige Facebook-, Google- und Yahoo-Mitarbeiter gestalten, hat sich ganz dem Sperrbildschirm verschrieben. Wenn man der App die Erlaubnis erteilt, dann will sie die „richtigen Apps zur richtigen Zeit“ anzeigen und Schnellzugriff darauf bieten. Die App unterscheidet dabei zwischen den Situationen „Home“, „Work“, „Car“ und „Out“. Da sie mitlernt, wie man das Smartphone benutzt, durchleuchtet sie den Nutzer sehr intensiv. Daten zur App-Verwendung und verbundenen Bluetooth-Geräten werden auf den Servern von Cover verarbeitet.
  • DashClock Widget: Wer seinen Sperrbildschirm aufhübschen will, greigt zu dieser Gratis-App (ab Android 4.2), die Wetterdaten, SMS, Kalendereinträge, E-Mails oder eingestellte Alarme sehr ansprechend in Szene setzt. Angeboten wird diese App vom New Yorker Android-Entwickler Roman Nurik.
  • Greenify: Diese App gehört zu jenen Programmen, die Akku sparen helfen, indem sie Aktivität von anderen Apps im Hintergrund ausbremst. Weil dazu tiefgehende Berechtigungen in die Funktionsweise der anderen Apps notwendig ist, sollte man ein gerootetes Gerät haben. Greenify funktioniert zwar auch so, allerdings nur eingeschränkt. Greenify wird vom chinesischen Android-Entwickler Oasis Feng angeboten, der die App auch in einer Donation-Variante für 2,29 Euro zur Verfügung stellt.
  • Lookout: Bei dieser App handelt es sich um eine von vielen Virenschutz-Programme für Android-Phones (Funktionalität variiert von Gerät zu Gerät). Sie scannt installierte Apps, warnt im Browser vor Phishing-Webseiten, kann ein verlorenes Gerät aus der Ferne lokalisieren und ermöglicht Back-ups des Geräts. Unter anderem letzteres Feature ist nur in der Premium-Version der App verfügbar, die 2,49 Euro/Monat kostet. Die App gibt es zwar auch für das iPhone, aufgrund der restriktiven iOS-Software sind aber viele Features nicht in der Apple-Welt erlaubt.
  • Nova Launcher: Von Anbieter TeslaCoil Software aus Chicago, gehört diese App (ab Android 4.0) zu den beliebtesten Launchern. Sie erlaubt es, den Look und teilweise die Funktionsweise von Android komplett nach den eigenen Wünschen zu gestalten – von den App-Icons über Scroll-Effekte, Ordner, Widgets, Farb-Schemata bis hin zum Sperrbildschirm. Bis man sein Smartphone so gestaltet hat, wie man es gerne hat, kann durchaus einige Zeit vergehen. Neben der Gratisversion gibt es eine kostenpflichtige Vollversion um 3 Euro.
  • Swiftkey Keyboard: Streichen statt tippen: Diese App (ab Android 2.2) ersetzt die klassische Tastatur und erlaubt es dem Nutzer, Wörter zu schreiben, indem man von Buchstabe zu Buchstabe streicht. Das geht mit Übung schneller, als die virtuellen Tasten einzeln zu erwischen. Zusätzlich lernt die App das eigene Schreibverhalten mit und errät mit der Zeit, was man schreiben will. Die Testversion ist gratis, die Vollversion kostet 3,99 Euro.
  • Themer: Auch bei dieser App (ab Android 4.1) geht es um das Personalisieren des Designs. Der Nutzer kann kostenlos aus einer ganzen Reihe an Themes wählen, die Lockscreen, Appsymbole, Widgets, Bildschirmhintergründe uvm. auf Befehl ändern, die er dann auch noch individuell anpassen kann. Die App ist kostenlos, allerdings noch im Beta-Stadium und deswegen nur mit Vorbehalt zu empfehlen. Außerdem sammelt die App nicht gerade wenige Daten über den Nutzer.

Image (adapted) „Powered By Android“ by JD Hancock (CC BY 2.0)


Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,
Jakob Steinschaden

Jakob Steinschaden

ist seit 2006 publizistisch auf Papier und Pixel tätig. Er arbeitet in Österreich als Journalist und hat die beiden Sachbücher "Phänomen Facebook - Wie eine Webseite unser Leben auf den Kopf stellt" (2010) und "Digitaler Frühling - Wer das Netz hat, hat die Macht?" (2012) veröffentlicht. In seinem Blog “Jakkse.com” und in Vorträgen schreibt und spricht er gerne über die Menschen und ihr Internet – von Social Media über Mobile Business und Netzpolitik bis zu Start-ups.

More Posts - Website - Twitter - Google Plus