Peta wirbt online mit Sexismus gegen Tierquälerei

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Dass die Tierschutzorganisation Peta oftmals mit doch sehr radikalen Marketing-Manövern die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich lenken will, ist hinlänglich bekannt. Dass sie dabei allerdings mit ihren Kampagnen für die eigenen Belange, andere Missstände vorteilhaft darstellt, stört die Verantwortlichen gar nicht.

Peta.xxx

„Sex sells!“ ist die Devise und so manch einem verhalf dieses Credo schon zu vollen Kassen. Diesen Umstand verdankt Peta auch seine neue Kampagne, von der die Organisation sich ebenfalls satte Finanzspritzen erhofft. Mit der online gegangenen Domain www.peta.xxx haben sich die Tierschützer auf das Terrain der Pornoindustrie begeben und wollen mit „Sexy Photos“ und „Hardcore Videos“ auf Akquise gehen. Während man auf der Startseite von Pornostars wie Ron Jeremy und Jenna Jameson begrüßt wird und in der ersten Kategorie mit halbnackten Frauen, die Vorteile des Veganismus zu sehen bekommt, geht es in „Hardcore Videos“ ziemlich zur Sache. Jedoch nicht mit dem vielerseits erwarteten Sex, der offeriert wird, sondern mit der Perversität der Massentierhaltung, der Tierversuche und der Modeindustrie.

Das Mittel zum Zweck

Jenna Jameson PetaDoch nutzt Peta hier ohne jegliches schlechte Gewissen, Umstände, gegen die anderorts ebenfalls heftig demonstriert wird. Denn „Sex sells!“ ist keines Weges überall gerne gesehen als Mittel zum Zweck. Wogegen sich Frauenrechtsorganisationen seit Jahren als geschlossene Gemeinschaft auflehnen, nämlich der Pornoindustrie, der Ron Jeremy und Jenna Jameson angehören und der Ausbeutung der Frau für kommerzielle Interessen, wird von Peta als Wunderwaffe stilisiert und schonungslos als Marketinginstrument ausgeschöpft. Sehr zum Leid der oben genannten Aktivisten/innen.

Scheinbar heiligt der Zweck jedoch die Mittel und so ist auch die Erklärung für diese Aktion auf der Seite zu finden. Peta schreibt, dass die Organisation aus der Not heraus, auf diese Kampagne zurückgreifen müsse, um mediale Aufmerksamkeit zu erlangen. Anders als deren Gegner, die überwiegend aus reichen Unternehmen bestünde, habe Peta nicht die finanziellen Mittel, um ihren Kampf gegen Tierquälerei gebührend zu finanzieren. Um dies zu ändern, sei man bereit jedes erdenkliche Mittel auszuschöpfen.

Doch heiligt der Zweck die Mittel? Zumindest ist es fragwürdig, warum eine Organisation wie Peta zu solch niederen Mitteln greift, ist sie doch selber als gemeinnützig anerkannt und trägt im Namen sogar ganz prominent das Wörtchen „ethical“ also „ethisch“. Beide Umstände widersprechen, jedoch anzunehmender Weise, dem wofür Sexismus so steht. Wenn die Objektivierung von Tieren für kommerzielle Zwecke nicht in Ordnung ist, dann kann die Objektivierung der Frau keinesfalls die Antwort sein.

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Andreas Weck

Andreas Weck

schreibt seit 2011 für die Netzpiloten und war von 2012 bis 2013 Projektleiter des Online-Magazins. Zur Zeit ist er Redakteur beim t3n-Magazin und war zuletzt als Silicon-Valley-Korrespondent in den USA tätig.

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