KOLUMNEN

Kolumne

Jörg WittkewitzLesetipps für den 30. April

Erlesene Links zu einigen Perlen im Web: Blogposts, Artikel und Nachrichten, die uns wichtig erscheinen. Ergänzungen erwünscht.
  • Paid-Content-Studie: Gratis war gestern: Das Thema Paid Content treibt die deutschen Zeitungsverlage kräftig um. Besonders große Hoffnung setzen die Verleger derzeit in das Geschäftsfeld Mobile – das ergab eine aktuelle Studie, die die Branchenexperten Katja Riefler und Robin Meyer-Lucht für den Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) erstellt haben. Riefler befragte dafür in der Zeit vom 20. Januar bis 25. Februar dieses Jahres 124 Blätter.
  • Grassroots Mapping: Ja, liebe Leute. Hoffe, dass das hier auch mal startet: “Are you embroiled in an cartographic dispute? Do you disagree with the official version of your geography”.
  • Wie der Blauflossenthunfisch: Kommt schon mal Sensationell daher: “Unabhängiger Qualitätsjournalismus ist vom Aussterben bedroht. Ein Leistungsschutzrecht wird daran nichts ändern…”
  • IFPI’s child porn strategy: ”Child pornography is great,” the speaker at the podium declared enthusiastically. ”It is great because politicians understand child pornography. By playing that card, we can get them to act, and start blocking sites. And once they have done that, we can get them to start blocking file sharing sites”.
  • NYT: Enemy Lurks in Briefings on Afghan War – PowerPoint: General McCrystal: “When we understand that slide, we’ll have won the war.”
  • A Tale of Two Blogospheres: Discursive Practices on the Left and Right: Hinklicken, runterladen und Lesen. Unbedingt Lesen. Wirklich jetzt! “Discussions of the political effects of the Internet and networked discourse tend to presume consistent patterns of technological adoption and use within a given society. Consistent with this assumption, previous empirical studies of the United States political blogosphere have found evidence that the left and right are relatively symmetric in terms of various forms of linking behavior despite their ideological polarization”
  • Why reporters are down on Obama: One of the enduring storylines of Barack Obama’s presidency, dating back to the earliest days of his candidacy, is that the press loves him. “Most of you covered me. All of you voted for me,” Obama joked last year at the White House Correspondents’ Association dinner. But even then, only four months into his presidency, the joke fell flat.
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Jörg WittkewitzLinkes Auge hinkt

Ja liebe Liebende. Sowas gibt es noch in deutschen Landen. Trommelwirbel… Linkes Auge hinkt…Tusch!
Eine echte Literatur-Perle. Obwohl der Autor mir dieses Wort wahrscheinlich mit Widerhaken bestückt ins rechte Ohr treiben würde. Ein Blog, das keines sein will. Umso besser.

(Danke an den Glumm für den Tipp. Achja, wer den nicht kennt, der ist bei mir Blog der Jahre 2004-2008 und Grimmepreisträger des Jahrzehnts statt all der Lobos und Sixtusse, die da waren, sind und sein werden.)

Anja KriegerVideo-Interview: Feminismus und Netzkultur

Über Queer-Feminismus, Geschlecht im Netz und feministische Netzkultur haben wir auf der re:publica10 mit Svenja Schröder vom maedchenblog gesprochen. Es gäbe jetzt schon sehr verschiedene Netzfeministen, sagt Svenja, doch “die Szene muss noch viel, viel diverser werden”. Der Queer-Feminismus, für den sie steht, geht nicht von einem Mann/Frau-Dualismus aus, sondern strebt eine geschlechtsneutrale Debatte an. Dort sollen nicht nur Frauen, sondern auch zum Beispiel männliche Feministen und trans-identitäre Menschen Platz finden. Es gäbe zwar Schwerpunkt-Themen, wie häusliche Gewalt oder die schlechtere Bezahlung von Frauen, sagt Svenja, grundsätzlich sei Netzfeminismus aber thematisch offen: “Es gibt auch zu nahezu allen Themen Sexismus”. Zur Geschlechterdebatte in der Piratenpartei sagt sie: “Die Piratenpartei sollte das als Chance begreifen, dass Feministen sich beschweren. Weil sie würden sich nie bei einer Partei beschweren, die sie nicht selber für interessant hielten”.

Peter BihrUmfrage zu Innovation & Internet

Google hat ein sogenanntes “Collaboratory” ins Leben gerufen, in dem sich eine größere Expertengruppe zu Internet & Gesellschaft austauscht. Als ersten Schritt hat das Collaboratory eine Umfrage entworfen, um dieser Frage auf den Grund zu gehen:
“Welcher Grundlagen bedarf eine Innovationskultur der Informations- und Wissensgesellschaft, die den technischen Eigenheiten und wirtschaftlichen Chancen des Internets sowie den Grundwerten unseres Gemeinwesens gleichermaßen Rechnung trägt?”
Da ich ebenfalls Teil der Gruppe war möchte ich euch einladen, an der Umfrage teilzunehmen. Die Ergebnisse werden noch im Mai mit Politikern diskutiert. Eure Meinung ist also gefragt! Hier geht’s zur Umfrage.

Meike Laaff“Neo-Feudalismus”: Interview mit Matteo Pasquinelli

netzpiloten: Matteo Pasquinelli, Sie vertreten die These vom digitalen Neo-Feudalismus. Was genau meinen Sie damit – und was folgt aus Ihrer Analyse?
Matteo Pasquinelli: Ich wollte dieses Bild des “Neo-Feudalismus” pushen, um auf einen Bruch im vorherrschenden Populismus hinzuweisen (der auch in linkspolitischen Kreisen und sozialen Bewegungen sehr stark ist), der digitale Kooperationen als etwas feiert, das unabhängig von der materiellen Wirtschaft und Marktgesetzen funktioniert. Ich meine damit nicht das Problem der Meinungsfreiheit, sondern die Kapitalkreisläufe, die “digitale Spaltung von Arbeit”, die diese “freie Meinungsäußerung” ausbeutet.
Wie könnten wir ein demokratischeres Internet schaffen? Sie vergleichen die aktuelle Lage mit der der französischen Revolution, sehen die Notwendigkeit, das aktuelle System zu überwinden. [Mehr]

Jörg WittkewitzVideo: Das WePad könnte doch irgendwann kommen

Diesmal keine Videodemo sondern ein echtes Hands On WePad. Naja fast. Sagen wir es so: Wenn es innerhalb von 8 Monaten erhältlich ist und bezahlbar, dann könnte es sein, dass der brand neofonie ein für alle mal weg von der Assoziation glückloser Suchmaschinenhersteller hin zu so etwas wie einem Maxfield-Wunder werden könnte. Oder der Besitzer wird in einem Jahr Milliardär. Falls nicht, sollte er eine starke Werbepartnerin brauchen.


Julia MalzEchtzeit oder Instant-Ich?

Es ist offensichtlich kurz vor zwölf. Wir schauen auf die Uhr und schreien „SOFORT!“. Wir sind drängelnde, schubsende Groupies der Gleichzeitigkeit. Wir streben nicht mehr nach dem „Carpe Diem“, wir wollen es in unseren Schoß segeln sehen.
Wir ziehen Fertighaus-Türen hinter uns zu, rufen unseren Instant Messenger auf und schlürfen eine Instant-Noodle-Soup. Casting-Shows küren die neuen Instant-Stars, die wir vorgestern schon vergessen haben. Zwischendurch noch schnell ein Blick auf unsere neue Armbanduhr, die Twitter- und Facebook Updates neben der aktuellen Stunde erscheinen lässt. Und wenn das Abendprogramm eines kultivierten Updates bedarf, besuchen wir noch schnell ein Improvisationstheater. Wer möchte schon den endlosen Monologen eines lebensmüden Hamlets im Morgenmantel lauschen, wenn er nicht eben mal schnell reinbrüllen darf, dass es jetzt mal reicht, mit dem Sein oder Nicht-Sein. Unsere tägliche Instant-Dosis verdirbt auf Dauer auch den diszipliniertesten Charakter. Wer ist schon noch bereit, auf lange Sicht etwas zu „er“warten, zu „er“hoffen?
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