KOLUMNEN

Kolumne

Jörg WittkewitzPreferred Blog: Vorspeisenplatte

Wie soll ich anfangen? Die Vorspeisenplatte lese ich seit Anfang an, irgendwann 2005, 2006 oder sogar noch früher muss das gewesen sein. Dies ist ein ein echtes Blog. Nicht so ein Ding, wo einer Selbstmarketing betreibt, um dann in vier Monaten ein Buch über Kommunikation im Web oder Social Marketing zu inflationieren, bzw. nach einem Buch die Leser für Volume 2 bei der Stange zu halten. Die Kaltmamsell schreibt immer, wie ihr der Schnabel gewachsen ist – für sich und über sich. Sehr persönlich. Genau so soll ein Blog sein. Wer es mit echten Menschen zu tun haben will, sollte sich bei ihr umsehen. Ich kenne sie nicht in der Realität aber ihr Blog, und insofern würde ich nach all den Jahren des Mitlesens die Autorin übermorgen ungesehen heiraten. Für Neugierige ist es zumindest ein Reise wert. Die Beiträge sind sehr unterschiedlich, sehr tendenziell und sehr aufrichtig. Und es gibt dort tatsächlich auch sehr tolle Rezepte, also ist es ein Medium mit Mehrwert, viel mehr Wert als viele LifeStyle-Magazine die von professionellen Medienplanern immer hübsch haarscharf am Leser vorbei aber direkt auf die Anzeigenkunden geschneidert werden.


Myrjam AnsorgeDie besten Alternativen zu Facebook


Das Facebook-Profil gehört mittlerweile zum guten Ton, aber seit Arbeitskollegen, Mutti und Co. in der Freundesliste sind, ist es mit der heiligen Privatsphäre vorbei. Für alle, die lieber wieder mit Gleichgesinnten plauschen wollen, haben wir vier hoffnungsvolle Alternativen aus USA aufgestöbert:


Snabbo – Baby-Boomer

Auf Snabbo networked die Generation Baby-Boomer ganz entspannt vor sich hin. Auf der einfach gehaltenen Plattform, mit poppiger Oberfläche, finden die in den 50ern und 60ern Geborenen Schulfreunde wieder, stellen alte Schwarz-Weiß-Fotos ein oder lassen die ein oder andere Teenie-Liebschaft wieder hochkochen. Und das alles ganz ungestört und abseits von Facebook – denn auf Snabbo schielen weder Kinder und Enkel auf die Online-Aktivitäten.

 


http://www.snabbo.com/

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Jörg WittkewitzLesetipps für den 22. Februar

Erlesene Links zu einigen Perlen im Web: Blogposts, Artikel und Nachrichten, die uns wichtig erscheinen. Ergänzungen erwünscht.

  • RANT & SOCIAL MEDIA BERATER Abgesang auf Social Media Berater: Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach rants on video…
  • WIE GEHT GUTTENPLAGFAQ – GuttenPlag Wiki: Wie mache ich mit beim GuttenPlag (Gibt es tatsächlich noch Seiten in der DIss, die keiner geprüft hat?)
  • 7 STEPS TO MARKETING HEAVEN? #ähem 7 Steps To Spice Up Your Marketing Plan: Wo wir gerade bei Kochrezepten sind…
  • MUSIC BUSINESS & INFOGRAPHICS The REAL Death Of The Music Industry: Infografik mal so und mal so. Wahrheit und Visualisierung…
  • NACHRICHTEN 2.x News 2.0: Die Neudefinition der Nachrichtenlandschaft: Seit mindestens fünf Jahren wird eine neue Nachrichtenwelt unter dem Begriff news 2.0 ausgerufen. Was nach spot.us und wikileaks noch kommen soll? Paidcontent 2.1? twitter 2.1?
  • SOCIAL MEDIA Sammlung der Slideshare Präsentationen von der Social Media Conference in Hamburg :
  • ARBEIT 2.0 & STUDIE Wie Deutschland wirklich arbeiten will: Tatsächlich gibt es keinen Generationenkonflikt bei der Nutzung moderner Kommunikation im beruflichen Alltag: Die Generation 50plus unterscheidet sich in ihrer Affinität zu neuen Technologien weit weniger von den Digital Natives als gemeinhin angenommen. Dies bestätigt eine repräsentative Emnid-Studie im Auftrag von Computacenter. Befragt wurden rund 1000 Mitarbeiter und Führungskräfte aus Verwaltung, Marketing und Vertrieb sowie Personal-, IT- und Entwicklungsabteilungen. Klares Ergebnis der Studie: Die Generation 50plus wird stark unterschätzt.
  • GOOGLEBERG & SEINE DISS & GELD Guttenbergs Einnahmen aus dem Dissertations-Verkauf: Das umstrittene Guttenberg-Buch kostet immerhin 88 Euro. Ein großer Teil von diesen Einnahmen dürfte, setzt man einen branchenüblichen Verlagsvertrag voraus, an zu Guttenberg gehen. Da er zahlreiche Passagen ganz offenbar aus Medien wie Spiegel Online, der Neuen Zürcher Zeitung und der FAZ abgeschrieben hat, sollte er die mit dieser "Zweitverwertung" fremder Texte erzielten Einnahmen nicht selbst behalten: Er sollte die Gewinne aus diesem Buch einem Sozialfonds für Journalisten zur Verfügung zu stellen!
  • FREE YOUR WEB! Freedom Box Foundation und Co. – Freiheit von der Macht der Webkonzerne: Freedom Box Foundation heißt die Stiftung, die der US-Rechtsprofessor Eben Moglen vor wenigen Wochen gegründet hat. Die Idee dahinter: Eine Selbstversorgung der Nutzer durch eigene Privat-Server vorantreiben.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.


Jörg WittkewitzMobiles Bezahlen: NFC

Was ist eigentlich NFC (Near Field Communication) und wie soll das die Welt der Handys revolutionieren?

Seit vielen Jahren kann man in Afrika mit dem Handy seine Miete bezahlen, den Deckel bei der örtlichen Kneipe auslösen und sogar Geld an seine Verwandten verteilen. Da die meisten Afrikaner kein Bankkonto haben, wurde auf diese Weise der bargeldlose Zahlungsverkehr via Mobiltelefon eingeführt. Vodafone hatte 2007 mit dem Dienst M-Pesa in Kenia einen Stein ins Rollen gebracht, der leider nie nach Europa kullerte, obwohl er es von Tanzania über Äthiopien bis nach Afghanistan schaffte.

Bereits fünf Jahre zuvor hatten Sony und NXP auf dem lizenzfreien Frequenzband von 13,56 MHz eine andere Idee realisiert, die Near Field Communication. Sie soll nun das mobile Bezahlen bei uns ermöglichen. Die Technologie basiert auf Bluetooth, Smartcard-Chips und den allseits unbeliebten RFID-Chips, die mittlerweile an jedem Kleidungsstück kleben, das wir bei den großen Modeketten der Welt erstehen. Um das Ausspähen der übertragenen Daten zu erschweren, reicht die Übertragung bei NFC allerdings nur maximal 10 Zentimeter weit. Bei einer Übertragungsrate von mehr als 400KBit/sec können so Bezahlvorgänge mit einem schnellen Wischen des Handys oder Smartphones über einen Sender an der Kasse erledigt werden. Aktuell ist bisher nur das Ticketing, also der Kauf von Fahrscheinen per NFC realisiert. Im südfranzösischen Nizza hat man mit Nice Cityzi das einzige flächendeckende Großprojekt realisiert. Dort kann man mehrere Tickets für den öffentlichen Nahverkehr per Mobiltelefon erwerben und dann sukzessive abfahren. Das Handy ist dabei eine Art RFID-Transponder, der, an den Kartenautomaten gehalten, den Fahrpreis anzeigt und auch das Abbuchen vom gespeicherten Betrag auslöst.

Telefone, die keinen eigenen NFC-Chip an Bord haben, könnten in Zukunft mit erweiterten microSD-Karten mit Mini-Antennen aufgewertet werden. Auch mit ihnen kann man dann per Handy Beträge aufladen, abbuchen und Preise anzeigen lassen. Natürlich sind Visa und Mastercard mit ihm Boot und übernehmen das Verteilen und Verwalten der Beträge, da diese Technologie ja eigentlich das gesamte bargeldlose Zahlen per Kreditkarten obsolet machen könnten. So will man früh genug mit im Boot sitzen… [Mehr]


Parker HigginsMinecraft „Diamonds“

Netzpiloten Videotipp

It’s a strange thing to say about a game that’s technically still in beta, but at this point you’ve probably already played Minecraft or you’re never going to. It’s impossible, in discussions about video games online, to avoid the super-independent and super-low-budget mining simulator. So a commercial might not do it much good, but it’s fun to look at. And when it’s as bizarre as „Diamonds,“ it’s a real conversation starter.

Check out the video after the click.

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Jörg WittkewitzWenig Hoffnung für Steve Jobs

Der Mann, der Apple gegründet und zweimal geboren hatte, ist todkrank. Die Ärzte geben im noch 6 Wochen. Pankreas Krebs. Er war und ist umstritten. Nicht seine Leistung als Visionär wird bezweifelt- die Helmut Schmidt sicherlich dazu veranlasst hätte, ihn schon früher zum Arzt zu schicken. Es war die dogmatische Haltung, die Apple immer wieder verbreitete. Sie führte dazu, dass Applekäufer sich oft als Gemeinschaft fühlten. So wie Fahrer einer Ente 2CV oder Motorradfahrer sich per Geste auf der Straße grüßten, waren Apple-Kunden früher eine Art Sekte der besonderen Marketingbotschaften. Aber auch interne Mitarbeiterstrukturen waren umstritten.

Wenngleich Guy Kawasaki und viele andere Marketingspezialisten an der Werbung herum gestrickt hatten, die wahre Botschaft bestand immer darin, dass alles wie warme Semmel verkauft wurde, was Jobs für wenig Minuten in die Luft hielt. Bis vor ein paar Jahren, war die Hardware sogar wirklich etwas Besonderes.

Die Netzpiloten wünschen Steve Jobs noch eine schöne Zeit im Kreis seiner Familie, seiner engsten Freunde und Verwandten und ein Wunder. Denn ohne ihn würde der digitalen Gemeinde der Adelsstand abhanden kommen…

Nach seiner Leberstransplantation und seinem siebenjährigen Kampf gegen den Krebs gilt Jobs nach Ansicht vieler Ärzte als austherapiert. Wer ihn aktuell gesehen hat, ist bestürzt. Es gibt wenig Hoffnung.

Die Aktionäre von Apple werden sich warm anziehen müssen in den nächsten Monaten. Klingt makaber, aber es wird nicht nur menschlich ein globaler Verlust.

Foto: acaben


Jörg WittkewitzGoogle One Pass: Mega Payment

Gegen Apples iTunes und AppStore anzustinken, ist einfach. Man muss einfach die Kunden und Verkäufer weniger an der Kette herumzerren. Damit hat Google nun angefangen mit seinem Bezahldienst One Pass. Einmal anmelden und schon kann man jeden Inhalt, jedes Verlags-Produkt der Google-Partner im Web erwerben, ohne dass der Kauf bzw. das Benutzen an bestimmte Hardware gebunden wäre. Abos, Artikel und ebooks können also mit allen webtauglichen Geräten (neudeutsch=devices) gelesen, gesehen und gehört werden. Wenn sich Döpfner vor Apple für deren mittlerweile in Verlegerkreisen verrufene Verkaufsplattform hinkniete, dann dürfte er jetzt den Herren Page und Brin nicht ganz jugendfreie Dienste anbieten. Denn Google kommt den Branchenverbänden der Verleger nun deutlich mehr entgegen und könnte damit Apple düpieren.

Mit One Pass können diese wieder fast frei wählen, ob und wie sie Koppelgeschäfte und Crosselling umsetzen. Denn endlich (?) gibt es auch ein Gutscheinsystem. Ob dieses Mehr an Freiheit, das Google bietet, letztlich das ist, was den Verlagen hilft, im Web mehr Geld zu verdienen, bleibt fraglich, denn in Digitalien ist die Konkurrenz und die Volatilität des Lesers extrem. Mittelfristig werden sie um eigene Geschäftsmodelle im Web nicht auskommen, die mehr liefern als nur bedrucktes Papier hinter Monitorglas mit eingesprengselten Videos. Aber starke Personen, die qua Stimme überzeugen, will ja keiner in der professionellen Medienwelt. Das hat man ja bei den Bloggern gesehen, wie schnell so ein Persönlichkeitskult Reichweiten produziert. Soviel Erfolg würde ja Abhängigkeiten schaffen. Da zahlt man lieber siebenstellige Summen in die Lobbyarbeit für die Gesetzgebung.


Daniel KhafifBuccaneer: „T’Davy Jones with it!“

Ruf der Karibik!“
Alles begann mit Long John Silver. Diese Figur aus dem Roman „Die Schatzinsel“ (Treasure Island) des wunderbaren schottischen Schriftstellers Robert Louis Stevenson galt seit seiner Londoner Buchveröffentlichung 1883 als romantischer Inbegriff des Piraten schlechthin: Listig und lustig, einbeiniges Raubein, mit Augenklappe im Gesicht und plapperndem Papagei auf der Schulter, gesegnet mit einem Herz aus Gold. So wie viele Kinder sah ich Byron Haskins erste Filmadaption von 1950 und sog die Mischung aus Abenteuerlust und Südsee tief in meinen Geist ein, träumte davon, ebenso einen unangepaßten, mutigen und schlauen Freund wie Long John Silver zur Seite zu haben.

Das nächste Schlüsselerlebnis hatte ich zur Abiturzeit, beim Drehen meiner ersten Zigaretten, als ich in einem Tabakladen die Marke „Buccaneer“ entdeckte, mit der Zeichnung eines unrasierten Seemanns mit Augenklappe, Perücke und Säbel auf der Packung. Ich orderte den „Buccaneer“, neugierig auf den Whisky darin und den Geruch daran. Ich drehte, rauchte und schmauchte den Buccaneer, bis ich Kopfschmerzen bekam. Es gab noch lange kein Internet und so übersetzte mir das Schulwörterbuch den Begriff „Buccaneer“ lapidar mit „Pirat und Freibeuter“. Was ein Pirat war, wusste ich, doch was meinte das Präfix „Frei“ vor dem „Beuter“? und dann las ich noch ein Comic über Flibustiere. Dieselbe Gegend (Palmen, Riffe, Strand), dieselben Typen (Perücken, Dreispitz, Säbel), aber wieder ein anderer Begriff. Flibustiere. Klingt zoologisch, meint aber vor allem die französischen Piraten, die ab etwa 1625 auf kleinen, aber schnellen und leichten Booten (= frz.: „Flibot“) Raubzüge an den Küsten der Antillen unternahmen und dabei von Bucht zu Bucht schipperten, um ihre Boote rasch in Flussmündungen oder Coves zu verstecken und Proviant aufzunehmen… [Mehr]


Jörg WittkewitzTransparenz: journaLISTED.com

Die Briten haben es gut. Sie haben journalisted.com. Diese Seite ermöglicht es der Öffentlichkeit, alle Beiträge eines britischen Journalisten, die im öffentlich-rechtlichen Sender BBC oder den britischen Tageszeitungen erschienen, anzusehen. Man kann auch den Kontext betrachten, den diese Artikel in der Blogwelt auslösten. Oder der Besucher der Website verschafft sich einen Überblick über ein bestimmtes Thema und liest alle Artikel dazu und kann auf diese Weise gut erkennen, welcher Journalist sich von der Masse der „veröffentlichten Meinung“ durch neue Perspektiven oder Zusatzinformationen abhebt. Das einfache Suchen nach weiteren Infos zu einem besonderen Journalisten geht natürlich auch.

Warum das Ganze? Nun, seit David Weinbergers Verdikt „Transparenz ist die neue Objektivität“ fehlte ein bißchen die praktische Umsetzung für diejenigen, die sich selbst als die besseren Informierer bezeichnen, diejenigen, denen Verleger gerne Qualitätsjournalismus unterstellen. Gäbe es so etwas wie journalisted.com in Deutschland, könnten wir uns einen Lehrstuhl für Qualitätsjournalismus sparen. dann kann jeder selbst erkennen, ob Journalisten einfach nur die kontrollierten Bahnen einer Verlegerwirklichkeit nacherzählen oder eigene Stories auf eigene Weise erzählen können und dürfen. Wir könnten dann nachvollziehen, dass bestimmte Themen in allen Blättern eines Medienimperiums auf dieselbe Weise erzählt werden. Wir könnten auch erkennen, wer eigene Wege geht und tatsächlich neue Erkenntnisse an die Oberfläche bringt – und wer solches nur vorgibt…

Dank an @blogschau für den Hinweis!

Parker HigginsThe King Spits

Netzpiloten Videotipp

What could be better, in the middle of awards show season, than a nice remix of The King’s Speech? One by Dan Bull, the great British rapper of YouTube fame, and that features a brilliant „Hammer Time“ joke, that’s what.

Check out the video after the click.

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Jörg WittkewitzSocial Media Marketing stirbt?

Seit einem Jahr ist jeder Werbetreibende, Agenturinhaber, Marketingverantwortliche mit dem Unvermeidlichen konfrontiert. Andere haben es schon 2008 irgendwo mal gelesen: Social Media und Marketing haben irgendwie irgendwas miteinander zu tun. Sollten es zumindest, wenn man die Konferenzen und Expertenbeiträge in Stadt und Land näher betrachtet. Amerika, ja Amerika, da geht es ganz nach vorn. Die sind ja schon so viel weiter, hört man den Senior Berater der 2007 gegründeten Social-Media-Agentur XYZ tönen.

Und in der Tat: Die Amerikaner sind tatsächlich weiter. 90% der Nutzer von Sozialen Netzwerken verlassen die Fanseiten, tweets und andere wohlfeile Social Media Marketing Wunderwaffen laut einer Studie[Mehr]


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