Amicella

KOLUMNEN

Dr. Alexander GörlachHeadline-Journalismus

Der Journalismus im Netz ist meist Informationsweitergabe, nicht Deutung. Angaben der Agenturen werden eins zu eins übernommen, nicht immer mit der Angabe der Quelle. Ein Grundsatzurteil aus den USA sagt, dass die schmucklose und präzise Sprache der Presseagenturen schwer zu schützen ist. Der Satz „Präsident Medwedew ist in Deutschland gelandet“ kann in dieser Lesart von jedem sein; Quellen gibt es nicht mehr. Agentursätze wabern durchs Netz. Das Kopieren-und-Einfügen verstellt den Blick dafür, dass diese Information, die da kopiert wurde, erst einmal gewonnen werden musste. Informationsgewinnung kostet Geld. [Mehr]

Steffen BüffelJournalisten-Gezwitscher

Nicole Simon hat drüben im Tekkie-Update von Turi2 eine Interview gegeben. Sie rät Journalisten zu twittern bzw. es zumindest mal auszuprobieren. Leander Wattig hatte ja die Tage schon mit einem interessanten Posting zum Reply-Verhalten twitternder Redaktionen Aufmerksamkeit auf sein Blog gezogen. Mir selbst ist es in den letzten Tagen und Wochen auch aufgefallen, dass vermehrt Journalisten beginnen mir zu folgen. Das heisst nur leider noch nicht, dass diese auch verstanden haben, worum es bei Twitter geht. Die einen nutzen es schlicht um Links zu ihrem Content rauszuhauen, die anderen followen nur um zu Lurken und nach Möglichkeit den nächsten Augenzeugen-Tweet als erster zu sehen. Es ist wie beim Bloggen – so meine Vermutung – journalistisches Twittern will gelernt sein, Nicole hat dazu gute Tipps, den Rest muss man durch Ausprobieren lernen. Achja, wer es gedruckt mag, der kann sich das Büchlein von Nicole Simon und Nikolaus Bernhardt zulegen. Titel: “Mit 140 Zeichen zum Web 2.0“. Dazu gibt’s auch eine Website. Nicole twittert hier.

Dr. Alexander GörlachÖffentlich-Rechtliches Netz

Die öffentlich-rechtlichen Sender verlagern ihr Programm ins Netz. Die Verlage streiten sich mit diesen Sendern und ihren Konkurrenten um die Marktanteile des neuen digitalen Marktes. Online werden Gewinne mit der Vermarktung erzielt, die aber die Verluste der Einnahmen der Printprodukte nicht ausgleichen. Die Folge: Aus der Krise der Rentabilität klassischer, konventioneller Medien wird die Krise des Qualitätsjournalismus. Renommierte Verlagshäuser wie Gruner + Jahr oder die WAZ-Gruppe entlassen große Teile ihres journalistischen Personals. Diese Maßnahmen ziehen die Qualität von Print- und Onlinetiteln gleichermaßen nach unten: Denn die besten Texte der Onlineportale stammen aus der Feder der Printjournalisten. [Mehr]

Dr. Alexander GörlachAnaloges Wer-kennt-wen?

wkw-analog Die politische Kultur, also die Abbildung, Reflexion und Kontrolle politischer Prozesse und Willensbildung, beruhte bis zum Durchbruch der Online-Medien auf der Arbeit einiger Leitartikler oder leitenden Journalisten in den Leitmedien. In der Bonner Republik sprach man noch davon, dass es ausreichend sei, die sieben wichtigsten Journalisten des Landes zu kennen und zu informieren, um die öffentliche Meinung nachhaltig zu beeinflussen. Der kleinen Zahl der Leitartikler und Kommentatoren entsprach eine entsprechende Zahl von Medien. Die Milieus der Gesellschaft waren ebenso überschaubar. Dass, was man heute fälschlicherweise eine Mehrheitsgesellschaft nennt, war in dieser Zeit noch Realität. [Mehr]

Steffen BüffelRelaunch: Blogpiloten im neuen Gewand

Liebe treuen und neuen Leserinnen und Leser der Blogpiloten. Willkommen auf unserer frisch gestalteten Seite. Die “alten Hasen” werden uns sicher noch erkennen, sich aber auch über die neuen optischen und inhaltlichen Elemente freuen. Wie deutlich wird, setzen wir neben den klassischen Textbeiträgen jetzt viel mehr auf Video-Inhalte. Wer sich auf der Startseite an Hobnox erinnert fühlt, liegt goldrichtig, denn die haben uns tatkräftig unterstützt. [Mehr]

Peter BihrGoogle Streetview Hack

Witzige Szenen in Google Streetview verspricht StreetWithAView.com. Normalerweise zeigt Google hier meist eher langweilige Straßenbilder von den Städten dieser Welt zu zeigen. Manchmal aber gibt es hier richtig was zu sehen. So auch hier: Eine Gruppe fleißiger Spaßvögel versammelt sich gezielt, um beim Auftauchen des Google Streetview-Kamerawagens eine spannende Szene zu inszenieren. Hier etwa marschiert eine Blaskapelle in Pittsburgh: (via thornet)

André PaetzelTop Ten Virals Spots

Blogpilot André hat für euch die Top 10 der Viralspots zusammengestellt: Viralmarketing boomt und immer mehr Unternehmen lassen Virals anfertigen, um die Zielgruppen zu erreichen, die man über die klassichen Medien wie TV und Funk nicht mehr erreichen kann. Beim Viral Video Award werden die besten Virals gekührt. Hier ist unsere Top 10:
  1. The Manta Conspiracy – Die Manta Verschwörung: Der Manta ist nicht nur in Deutschland eine Legende. Damals ein Jugendtraum unzähliger Männer wird er heute immer noch von unzähligen Männern verehrt und vergöttert.
  2. XTreme Catapulting: Was tun wenn man hoch hinaus möchte und doch ein wenig zu viel langeweile hat? Seht selbst!
  3. World Cup 2018: Auch Fußballfans haben Träume und die wollen wir ihnen doch nicht nehmen oder?
  4. Diesel SWF xxx: Normalerweise sind sie bekannt für Kleidung. Hier haben sie sich zu ihrem 30 Geburtstag was ganz besonderes einfallen lassen.
  5. We will watch you: Nicht nur bei Big Brother hängen die Kameras. Auch über einigen Ladentheken muss(te) man vorsichtig sein!
  6. Urban Surfing: In England gibt es zwar Wasser, aber trotzdem nutzen sie lieber andere Surfspots. Vielleicht ist ihnen das Wasser zu kalt?
  7. Fischers Fritze (Fishing in Berlin) Mit Angeln sieht es bisschen schlecht aus in Berlin. Aber wenn man halt kein Wasser hat, muss man sich anders helfen.
  8. Unboxing new Omnia: Es gab nicht nur das neue iPhone zu bestaunen, sondern auch Samsung hat ein schickes neues Ding herausgebracht. Fast so schön wie Weihnachten.
  9. Say no to dirt: Da hat man mal eben nicht aufgepasst und schon ist es weg. Wie schön das es solche Systeme gibt.
  10. Dentist: Wenn Leute ihren Beruf lieben, kann auch mal das dabei rauskommen.

Doreen ButzeFilm 3.0 – Alternate Reality Games

Norbert HillingerInterview mit Norbert Hillinger zum Thema Alternate Reality Games. Er ist Trend Analyst mit Schwerpunkt Filmpromotion in der Trendforschungsagentur TrendONE (Berlin).

Woher kommt die Idee zu Alternate Reality Game?
Die Idee dazu kommt aus den USA. Das erste Alternate Reality Game (ARG) wurde 2001 zum Steven Spielberg Film A.I.- Artificial Intelligence durchgeführt. Im Abspann tauchte der Name einer Therapeutin für Maschinen mit künstlicher Intelligenz auf. Einigen findigen Leuten kam dieser Name bzw. die Jobbezeichnung komisch vor, und sie machten sich auf die Suche nach der Person. Im Zuge der Recherchen tauchte eine versteckte Telefonnummer auf. Diese Nummer wurde angerufen, und so ist das Rabbit Hole (der Einstieg) in das Spiel„The Beast” geschaffen worden. Das ist das mir erste bekannte ARG. Alternate Reality Games sind multimediale Schnitzeljagden, obwohl die Mechanismen und Aufgaben oft weit darüber hinaus gehen.

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Steffen BüffelPew Internet Studie: Erwachsene in Social Networks

Pew Internet hat eine neue Studie veröffentlicht, in der die Nutzung von Social Networking Sites durch Erwachsene untersucht worden ist. Demnach hat sich die Zahl der erwachsenen Internetnutzer, die ein Profil bei einem der Social Networks pflegen von 2005 bis 2008 mehr als vervierfacht – von 8 Prozent auf jetzt 35 Prozent. In der Untersuchung zeigte sich des weiteren, dass 18-24 Jährige am stärksten vertreten sind. Hier liegt die Quote bei 75%. Was zu erwarten war: Verfolgt werden mehr persönliche und private Zwecke als berufliche. Aufbau und Pflege von Freundesnetzen dominiert gegenüber rein professionellen Netzwerken. Das PDF zur Studie gibt es hier zum Download.

Peter BihrAustralien vergibt besten Bloggerjob

Mit Blogs kann man Geld verdienen, klar. Aber dieses Angebot des Tourismusbüros von Queensland/Australien ist fast schon unverschämt: Ein Blogger wird gesucht, der ein halbes Jahr auf Hamilton Island, einer Insel im Great Barrier Reef lebt, samt Villa, Pool und natürlich einem echt australischen Barbecue. Als kleine Aufwandsentschädigung legt Queensland noch 150.000 australische Dollar drauf (ca. 75.000 Euro). Die Gegenleistung? Wöchentliche Blogposts, ein paar Videos und hin und wieder ein Gespräch mit der Presse. Die Marketingaktion (www.islandreefjob.com) hat freilich klare Ziele. So soll die australische Tourismuswirtschaft ihre Anziehungskraft auch angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise nicht verlieren. Dazu greifen die Queenslander gerne auch zu neuen Mitteln, wie in diesem Fall dem Einfliegen eines Bloggers. Die Aufmerksamkeit dürfte sich gelohnt haben – seit die Website gelauncht wurde bricht sie regelmäßig unter der Besucherlast ein. Wer sich bewerben möchte hat noch ein wenig Zeit: Die Bewerbungsfrist endet in 35 Tagen.

Peter BihrRobert Basics letzter Post

Robert Basic (Foto: Robert Basic)Seinen letzten Beitrag auf BasicThinking hat Robert Basic geschrieben, bevor das Blog heute Abend verkauft wird. Die Ebay-Auktion hat die 30.000 Euro-Marke erreicht, damit steht einem Verkauft wohl nichts mehr im Weg. Robert Basic ist einer der bekanntesten Blogger in Deutschland und hat eine riesige Fangemeinde – verdientermaßen. Was hat der Verkauf seines Blogs für die deutsche Blogosphäre zu bedeuten? Schwer zu sagen. Vermutlich aber: Nicht so viel, wie der Medienrummel um diese Auktion erwarten ließe. Bis in die Washington Post hat die Auktion es gebracht, wenngleich die Post ein wenig zurückhaltend wirkt. [Mehr]
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