KOLUMNEN

Kolumne

Walter BeutlerDas unerbittliche Gedächtnis des WWW

In der WoZ, der „Wochenzeitung„, habe ich einen ausgezeichneten Artikel gelesen über die langfristige Speicherung von Informationen im Internet, insbesondere bei Google, und was das für die Nutzer und unsere Gesellschaft als Ganzes für Folgen haben kann.

Eine mit Einzelheiten vollgestopfte Welt

Unter dem Titel „Googles gnadenloses Gedächtnis“ wird der Leserin, dem Leser geradezu ein Lehrstück über Erinnerung und Vergessen geboten. Am Beispiel von Ireneo Funes, dem Protagonisten einer Kurzgeschichte von Jorge Luis Borges, wird aufgezeigt, dass ein perfektes Erinnerungsvermögen, das Funes als Folge eines Reitunfalls erlangt, mehr Fluch denn Segen sein muss. Ohne Vergessen ist Denken nur schwer möglich, denn „Denken heisst, Unterschiede vergessen, heisst verallgemeinern, abstrahieren. In der vollgepfropften Welt von Funes gab es nichts als Einzelheiten.“ Google stellt im Grossen eine mit Einzelheiten vollgestopfte Welt dar, die nicht vergessen kann. Dies musste Andrew Feldmar, ein Psychoptherapeut aus Vancouver bei seiner Einreise in die USA erfahren. Er hatte in einem wissenschaftlichen Artikel 2001 geschrieben, in früheren Jahren LSD probiert zu haben. Bei seiner Einreise in die USA fünf Jahre später googelte ein Grenzbeamter seinen Namen, worauf er auf den erwähnten Artikel stiess. Da Feldmar gegenüber dem Beamten seine Aussage im Artikel bestätigte, wurde ihm beschieden, er gelte hiermit als Drogenkonsument und dürfe deshalb nicht in die USA einreisen. Auch später war ihm die Einreise in die USA nur mit einer Sondergenehmigung möglich… [Mehr]

Jörg WittkewitzLesetipps für den 22. Juni

Erlesene Links zu einigen Perlen im Web: Blogposts, Artikel und Nachrichten, die uns wichtig erscheinen. Ergänzungen erwünscht.
  • Südafrika, 2010: Zwei Tage in drei Minuten: Die FIFA hat übrigens den höchsten Gewinn, den sie jemals bei einer WM erzielt hat. Wenn hier jemand profitiert, dann sie. Die, die ohnehin schon arm sind, verlieren jetzt noch mehr.
  • flickr: Der Lizenzierungsantrag via Getty Images: Es gibt Milliarden wundervolle Fotos auf Flickr. Aber wie wirst du als aufstrebender Fotograf bemerkt? Und wie findest du genau das richtige Foto für deine Arbeit, dein Blog , deine Anzeigenkampagne oder etwas anderes und stellst dabei sicher, dass du die notwendigen Nutzungsrechte hast? br / Ab heute können Flickr Mitglieder und Besucher des Flickrversums noch einfacher zusammenarbeiten. Möglich wird dies durch den neuen quot;Lizenzierungsantragquot; den wir in Zusammenarbeit mit Getty Images anbieten können. Dieses Programm baut auf dem großen Erfolg des der Flickr Kollektion bei Getty Images, die im letzten Jahr startete, auf.
  • Social Networks/Blogs Now Account for One in Every Four and a Half Minutes Online | Nielsen Wire: The popularity of social media is undeniable – three of the world’s most popular brands online are social-media related (Facebook, YouTube and Wikipedia) and the world now spends over 110 billion minutes on social networks and blog sites. This equates to 22 percent of all time online or one in every four and half minutes.
  • Drupal or Django? A Guide for Decision Makers: There’s a large body of technical information out there about content management systems and frameworks, but not much written specifically for decision-makers. Programmers will always have preferences, but it’s the product managers and supervisors of the world who often make the final decision about what platform on which to deploy a sophisticated site.
  • Evgeny Morozov kritisiert Shirkys neues Buch: Internet enthusiasts come in two flavors: utopians and populists. The rhetoric of both camps is revolutionary, but the revolutions are different.
  • MediaFunnel: THE Content Curation Tool for Twitter and Facebook: Es wird mal Zeit, dass die ganzen Social Media Berater in Deutschland auf eine neue Ebene gehoben werden. Daher:quot;The most interesting thing about MediaFunnel is that it allows anyone across an enterprise to contribute content that can be reviewed, edited and then disseminated to your community via Twitter or Facebook. MediaFunnel moves content curation beyond the social media team and extends reach to everyone within your organization and even outside your organization with their new guest posting feature.quot;
  • Why Can’t Journalists Handle Public Criticism?: Nailed it: quot;Why do so many journalists find it so hard to handle public criticism? If you#039;re an athlete, you#039;re used to it. If you#039;re an artist, critics will regularly take you down. If you are in government, the pundits and now the bloggers will show no mercy. If you#039;re in business, the market will punish you.quot;
  • Like Dislike: Der Stempel für das physische Liken/Disliken der Umwelt. Macht sich gut auf der Stirn der Partner, Kinder, Vorgesetzten, Schwiegermutter und anderen Katastrophen…
  • Unternehmensentwicklung: Die Weichen in Richtung Enterprise 2.0 stellen (Teil 3) | Unternehmer.de: Wie können wir die Web 2.0-Technologie für unseren Erfolg nutzen? Und: Wie können wir uns zum Enterprise 2.0 entwickeln? Mit diesen Fragen befassen sich zur Zeit viele Unternehmen und finden nur schwer eine Antwort. Denn bei der Entwicklung zum Web 2.0-Unternehmen steht neben der Struktur eines Unternehmens auch dessen Kultur auf dem Prüfstand.
  • Paper.li – read a Twitter stream as a daily newspaper: paper.li organizes links shared on Twitter into an easy to read newspaper-style format. Newspapers can be created for any Twitter user or any #tag. (via @kmto) A great way to stay on top of all that is shared by the people you follow – even if you are not connected 24/7 !
  • Encrypt the web – “HTTPS Everywhere” Firefox Add-on « vasistas?: Am 18.06 startete die öffentliche Beta-Version der Firefox-Erweiterung „HTTPS Everywhere“, mit der man Webseiten (z.B. Google Suche, Wikipedia, Twitter und Identi.ca, Facebook, EFF und Tor, Ixquick, DuckDuckGo, Scroogle und vieles mehr…) verschlüsseln kann. Die Erweiterung wurde von der EFF in Zusammenarbeit mit dem Tor Projekt entwickelt.
  • Journalisten brauchen Social Media, No future for Paid Content:
  • FTOJ 2010 – Strg – Alt -Entf? Neustart für den Journalismus: Die Videoaufzeichnungen des Frankfurter Tages des Online-Journalismus
  • How Teens Watch: The Future (of Media) is in Their Hands: In the U.S., young people’s media usage is markedly different from that of older generations but is likely to converge with their elders as they themselves grow older, according to Nielsen SVP of Consumer Insights Dounia Turrill
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Jörg WittkewitzSchwachfug des Sommers 2010 – GDI

Die «Generation App» steht vor der Tür. Wer mit der Erfahrung aufwächst, dass es für jedes Bedürfnis ein massgeschneidertes Programm gibt, entwickelt ein neues Lebensgefühl. Am zentralsten ist dabei die immer grössere Unverbindlichkeit.[sic!] Niemand ist mehr auf niemanden angewiesen – jeder sagt einfach, was er will, und verlässt sich darauf, dass es dazu eine App gibt. [?] Man muss nicht einmal mehr wissen, was man überhaupt will, lässt sich vielmehr schlicht durchs Leben leiten. [Ach so geht das heute – dank Apple.] Das hat Konsequenzen für das Marketing: Die Generation App kann mit keiner Botschaft erreicht werden, weil sie nicht zuhört. Marken müssen die Botschaften der Menschen aufnehmen. [Mit dem Kehrblech?]”


#ähem #nixkapiert #schlechtesteformulierungseit1789
Quelle: Pressemitteilung des Gottlieb Duttweiler Instituts

Lena BrombacherParfum unisex: PG19 Louanges Profanes

Kennen Sie Nag Champa Räucherstäbchen aus Indien – die klassische blaue Packung? Ich liebe sie und habe sie auf Ibiza das erste Mal gekauft. Ich hatte mir dort einmal mit einer Freundin einen Wohnwagen gemietet und wir haben schon zum Frühstück im Freien diese Räucherstäbchen abbrennen lassen. Seitdem bin ich süchtig danach, weil sie mich an ein paar sehr schöne Tage in der Sonne erinnern. Diese Räuchstäbchen riechen anders als alle anderen, süßer. Kein Wunder also, dass mich Louanges Profanes sofort angesprochen hat, auch wenn ich beim ersten Mal nicht genau ausmachen konnte warum, bei der zweiten Duftprobe war die Erinnerung schlagartig da – Nag Champa, das Parfum der Götter. Hier geht’s weiter…

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Jörg WittkewitzDas Ende der Publikation

Es rauscht mächtig im Bloggerwald. Und auch der Strom der professionellen Bedenkenträger bekommt langsam einen Spin in Richtung Kakophonie. Die Diskussion, welche Auswirkungen der endlose Datenfluss im Netz hat, scheint das Ideologische selten zu verlassen. Das Bildungsbürgertum sieht den Humanismus in Gefahr – zumindest dessen Deutungshoheit. Mit Blaulicht und Rettungswagen fahren die semantischen Sanitäter durchs Netz und bringen Ordnung ins Getümmel. Aber was war nochmal das Problem?

Sigmatik ist der Teil der Zeichenlehre, der aus Zeichen Daten bildet. Daten sind potenzielle Informationen. Sie haben also eine Anlage in sich, eine Auskunft zu geben. Was eine Auskunft ist, entscheidet die aktuelle Situation und der Fragende selbst. Massenmedien haben diese Aufgabe für den Leser übernommen und aus vorgefertigten Agenturbausteinen und einem durchschnittlichen Anteil von 25-30% selbst recherchierten Geschichten Informationspakete zu Produkten gebündelt. Aus diesen Bündeln wurde in dem Moment eine Publikation, als tausendfach Kopien auf einen möglichst großen Raum verteilt wurden. Auch wenn keine einzige Zeitung gekauft wurde, galt das Gesamtpaket als publiziert.

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Julia MalzEin Tag in der digitalen Journalisten-Galaxis

Von Marx bis youtube

Dieser Tage finden bundesweit kostenlose Workshops statt, die die jungen, willigen Surfer der digitalen Medienwelle für einen neuen Studiengang des Medieninstitut School of Audio Engineering (SAE) begeistern sollen. Ab September 2010 soll das Studium des Digital Journalism neue Wort- und Bildjongleure für die Netz-Welt ausbilden.

An diesem heissen Donnerstagnachmittag, in einem der wohltemperierten Seminarräume des Hamburger SAE-Instituts, präsentiert Matthias Lange, ehemaliger Printjournalist, inzwischen Blogger, PR-Lemming und „digitaler Nomade“, den „Studiengang 2.0“. Und weil jedem SAE-Studenten bei Studienantritt ein MacBook versprochen wird, hat er an diesem Donnerstag gleich die gesamte Produktpalette des Herrn Jobs mitgebracht und liebevoll dekoriert. Und so applen iPhone, iPad, MacBook und iPod vor ihm auf dem Tisch herum.
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Leander WattigEin Herz für Erzeuger

Viele Leute in der Medienbranche können sich nicht vorstellen, dass Nutzer bei kommerziellen Inhalte-Angeboten in großem Stil anfangen, freiwillig zu zahlen. Letztlich wird es die Zeit zeigen und so langsam haben wir ja auch mit Kachingle, Flattr & Co. immer besser geeignete Möglichkeiten, um solche Modelle zu erproben. Und wenn man irgendwann mal bei Facebook ein “Like” mit einem kleinen Geldbetrag verknüpfen kann, dann wird richtig Bewegung in die Sache kommen.

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Jörg WittkewitzLeistungsschutzrecht, das

Markus Beckedahl von netzpolitik.org sind erste konkrete Sätze aus dem Umfeld der Zeitungs- und Zeitschriftenverlegerverbände zugespielt worden, die dem Lamentieren von Keese und Konsorten ein Ende bereiten, das geeignet ist, den Verlegern ins eigene Fleisch zu schneiden:
Um einen effektiven Rechtsschutz zu gewährleisten, sollten nicht nur Teile des Presseerzeugnisses wie einzelne Beiträge, Vorspänne, Bilder und Grafiken geschützt werden. Schutzwürdig sind beispielsweise auch Überschriften, Sätze, Satzteile etc., soweit sie einer systematischen Vervielfältigung, Verbreitung oder öffentlichen Wiedergabe in Verbindung mit dem Titel des Presseerzeugnisses dienen.
Die Diskussion der Schutzwürdigkeit von medialen Molekülen ist zentraler Hebel der ganzen Veranstaltung. Aber bereits das Urheberrecht schützt jetzt schon alle genannten Objekte sehr umfassend. Eingeschränkt werden soll also angesichts des Internets das Zitatrecht durch den Kunstbegriff der snippets, also kleiner Auszüge der Artikel. In diesem Zusammenhang möchten die Verleger daher kleinste Elemente eines Artikels unter Schutz stellen, die bisher kaum die nötige geistige Schöpfungshöhe erreichen, um durch das Urheberrecht schutzwürdig zu sein: Überschriften und … Sätze oder gar Satzteile. Und dann kommt die dramatische Einschränkung “soweit sie einer systematischen Vervielfältigung, Verbreitung oder öffentlichen Wiedergabe in Verbindung mit dem Titel des Presseerzeugnisses dienen”. Zu diesem Zweck wird auch gleich das Thema Vervielfältigung neu bewertet: [Mehr]

Jörg WittkewitzHallo Leute, es ist Trendtag…

… alle machen blau von Flensburg bis nach Oberammergau. Was muss mein entzündetes Bedeutungszentrum da erblicken? Einen Blogbeitrag des Trendtags mit einem Interview mit Prof. Norbert Bolz, dem Robin Hood der schnell geschossenen Sätze. Er gibt von den Bedeutungsreichen und schenkt sich dem Bedeutungsarmen.

Denn der Trendtag hat auch Stowe Boyd und all die Knowledge Flow Experten gehört und gelesen und stellt in totaler Unkenntnis des Konzepts die beiden sich aussschließenden Begriffe “Flow” und “Control” gemeinsam in den aktuellen Slogan. Warum? Das erklärt eben jener Professor des Wyatt Earp-Denkens mit rauchenden Colts:
“Das Grundproblem ist, dass in der modernen Welt Stabilität nicht mehr durch feste Strukturen erreicht werden kann, sondern nur in dynamischen Formen.”
Ähm. Lieber junggebliebener Dozent, ein kleiner Blick in das umstrittene Online-Lexikon Wikipedia hätte Schlimmeres verhindert: Stabilität ist die Fähigkeit eines Systems, nach einer Störung wieder in den Ausgangszustand zurückzukehren. Per definitionem ist Stabilität also nichts Festes – und eine Form schon mal gar nicht sondern ein Zustand. Aber der begeisterte Selbstdenker macht offenbar keine so großen Unterschiede zwischen Form und Zustand. [Mehr]
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