KOLUMNEN

Kolumne

Jörg WittkewitzLesetipps für den 22. Juli

Erlesene Links zu einigen Perlen im Web: Blogposts, Artikel und Nachrichten, die uns wichtig erscheinen. Ergänzungen erwünscht.

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Silke LambersDie besten Skybars der Welt: Hotel de Rome in Berlin

Nachdem wir in den letzten beiden Wochen von den Dächern Asiens geschaut haben, bleiben wir diese Woche heimischer. Denn warum in die Ferne streben, wenn das Gute liegt so nah? Heute liegt es auf der Dachterrasse des Hotel de Rome in Berlin Mitte. Denn von hier aus hat man den schönsten Blick über Berlin von einer Terrasse aus. Das fantastischen Panorama der historischen Gebäude ,wie der Staatsoper und dem Berliner Dom, kennt man von keiner anderen Dachbar in Berlin. Auf der anderen Seite sieht man auch die Höhepunkte ostdeutscher Architektur, wie den Fernsehturm und einige Plattenbauten. Ein sehr reizvoller Mix.

Gut gemixt sind auch die Getränke: Vom Milchshake bis zum Champagnercocktail, Milchkaffee bis zum Fruchtsaft. Genießen kann man Getränke wie auch die spektakuläre Fernsicht von den gemütlichen weißen Kissen der großen Korbsofas aus, die zum längeren Verweilen einladen. So kann man die heißen Tage der Hauptstadt aushalten, während große Schirme vor zuviel Sonnenschein schützen. Glücklicherweise muss man keineswegs eine Suite im Hotel de Rome beziehen, um in den Genuss dieser Aussicht zu gelangen. Die freundlichen Mitarbeiter des Hotels schalten gerne den Fahrstuhl in die vierte Etage frei. Ja, richtig, nur in die vierte Etage. Damit ist die Dachterrasse lange nicht der höchste Aussichtspunkt Berlins, dennoch ist die Aussicht ungeschlagen.

Terrasse auf dem Hotel De Rome

Behrenstrasse 37

10117 Berlin www.hotelderome.com

(Fotos: Silke Lambers)

Silke LambersBlog goes Book: Wird offline das neue online?

Blogs zum Anfassen scheinen ein neuer Trend zu sein. Immer mehr Blogger machen den Sprung vom Bildschirm auf den Couchtisch und erscheinen im Druckformat. Die Streetstyle Blogs von Stil in Berlin (www.stilinberlin.com) und I like my Style (www.ilikemystyle.net) kommen plötzlich als Magazinformat daher. Scott Schumann von The Satorialist (www.satorialist.com) zeigt seine Streetstyle Aufnahmen bereits seit letztem Jahr als Bildband. Ebenso Ivan Rodic von The Facehunter (www.facehunter.net), der seine bunten Bilder von der Strasse als Catwalk gebunden ins Bücherregal gebracht hat. Während mich die Idee vom Modeblog als Druck noch nicht richtig überzeugt hat, bin ich vom Neuzugang The Selby is in your Place (www.theselby.com) ziemlich angetan…

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Jörg WittkewitzDigitale Bohème wird Prolet

Es ist mal wieder soweit (carta.info). Das Heer der mehr oder weniger freien Arbeiterbienen, die in und um das Netz ihr Geld verdienen, erfährt eine neue Attribution. Jetzt werden sie durch crowdsourcing-Firmen wie clickworker.com oder Demand Media zu Fließbandarbeitern gestempelt. Und weil heutzutage die Substanz aller Analogien in wikipedia haust, nimmt man von dort auch gleich noch Fords Fließband als Urahn des scientific management in Gewahrsam. Denn bei beiden Anbietern erstellt das fleißige Volk der Texter und Designer Abertausende an Gebrauchstexten, Artikeln, Übersetzungen und Ratgeberbeiträgen.

Das mag aus der Sicht von jemandem, der seine Auftraggeber bei den finanzstarken, parteiunterwanderten öffentlich-rechtlichen Zwangsmedien weiß, ein legitimes Herabschauen auf die Niederungen mediokrer Geschäftsmodelle sein. Zu recht wird auf diese Weise die digitale bohème auf den rechten Platz auf der Hühnerleiter der Arbeitsbienen verwiesen. Aber ist es inhaltlich in irgendeiner Weise eine neuartige Erkenntnis? Der Taylorismus als Extremform der entfremdeten Arbeit ist ja nicht dadurch besonders hervorzuheben, dass ihm Leute freiwillig anheim fallen. Die engen Vorgaben in Zeit und Umfang sind hier weniger charakteristisch – eigentlich sogar eher abwesend, “one best way” ist daher eher zu negieren. Das Zerlegen eines Prozesses in extrem fragmentierte Einzelschritte passiert gerade nicht, weil möglichst viele Schritte direkt in die Verantwortung der freiberuflich arbeitenden Arbeitsbiene verlegt werden. Und zuguterletzt: Die demokratiefeindliche Art der Vereinzelung der Arbeiter haben diese sich selbst ausgesucht und bevorzugen offenbar das anonyme Arbeitsumfeld im Web. Und die Disponibilität der einzelnen Arbeitskräfte ist eher deren freiem Willen als dem digitalen Fließband geschuldet…
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Walter BeutlerPreferred Blog: Der Ohrenschützer

Wie schön und schonend für die Augen, wenn ich zwischendurch Netzliteratur nicht zu lesen brauche, sondern ihr zuhören kann! Besonders gern höre ich dem Ohrenschützer zu. Da kann man die eigentlichen Ohrenschützer, also die Stöpsel, getrost vergessen. Einfühlsam und mit einer klaren Sprache liest der Ohrenschützer eigene und fremde Texte, die er gerne auch mal mit Musik oder Geräuschen hinterlegt und so zu Hörstücken aufwertet, einer Kurzversion des Hörspiels. Seine Texte sammelt er mehrheitlich in der Szene der deutschsprachigen Literaturforen, und er schreckt auch vor skurrilen und experimentellen Texten nicht zurück. Poetisches und Slapstick, Düsteres und Heiteres, Nachdenkliches und Vordergründiges tanzen auf seinem Podcastblog einen schrill-bunten Reigen. Das gesprochene Wort hat gegenüber dem geschriebenen den Vorteil, dass es noch ein Stück näher an mich heran kommt, mich stärker ergreift. Was wünscht man sich mehr für Literatur und literarische Versuche? Man mache die Probe aufs Exempel:
  • Ein wunderschöner Schmetterling: Poetische Träumerei an einer Abdankungsfeier, geschrieben von Jens Reimann. Oder ist es mehr als eine Träumerei?
  • Über das Gehen – Betrachtungen eines Rollstuhlfahrers: Ein frecher Text aus meiner eigenen Feder – mit Verlaub. Der Ohrenschützer macht ihn zur schönen Satire, die nachdenklich stimmt.
  • Bilanz von Günther Bach: Knapper und knackiger geht es kaum. Ein Gedicht mit Hang zur Lautmalerei, bestens geeignet für einen Podcast. Und bestens geeignet, um die Bilanz seines eigenen Lebens daran zu messen.
Es liest: Der Ohrenschützer Crosspost von Walter Bs Textereien

Jörg WittkewitzRezension: Social Media Relations

Der Autor Bernhard Jodeleit fehlt auf keinem social media event mit PR-Bezug. Er ist aber auch im Netz unterwegs, wenn es um relevante Diskussionen zum Thema PR und Social Media geht. Zum Vorteil gereicht ihm dabei die Tatsache, dass er sich zwar fast immer beteiligt, aber nie in den Vordergrund spielt. Genau so funktioniert auch sein Buch zum Thema: Social Media Relations, erschienen im dpunkt Verlag. In bester Beratermanier umkreist er zunächst die Ausgangslage, um möglichst viele Leser abzuholen, die mit einer gewissen Skepsis dem Thema gegenüber stehen. Mit einem distanzierten Ansatz führt er in Chancen, Herausforderungen und kritische Pfade ein, die in diesem Themenfeld lauern.

Methode

Dankenswerterweise ist es ihm gelungen an den wichtigen Stellen einige Checklisten für Praktiker zu platzieren, die den Gesamteindruck des Buches nicht zu einem Kochbuch für Social Media degradieren, wie es sie schon allerorten auf dem Grabbeltisch gibt. Allerdings gelingt der Spagat zwischen praktischem Nutzen und theoretischem Rüstzeug nicht immer. Denn der mahnende Hinweis, dass ein frischer Aktionismus ohne strategische Basis wenig hilft, wird nur mit wenig Substanz wirklich unterfüttert. Das mag aber auch an der jahrelangen Praxis liegen die Jodeleit im Agenturumfeld gesammelt hat. Denn viele Kunden können mit langfristigen Strategien wenig anfangen und kommen oft mit extrem trivialen Vorgaben wie Umsatzsteigerung oder besserem ROI ins Haus und winken mit Jahresverträgen. Insofern fehlt leider dem noch immer virulenten Hinweis auf eine nachhaltige Ausrichtung von Kommunikation eine gute und nachvollziehbare theoretische Begründung – im Zeitalter von Social Media ist dieses Thema aber eher noch essenzieller als es das früher war und unter dem Stichwort integrierte Kommunikation in die Fachdiskussionen Eingang hielt… [Mehr]

Silke LambersIconist Magazin: Luxus auf dem Apple-Tablett serviert


“Man versehe mich mit Luxus. Auf alles Notwendige kann ich verzichten,” soll Oscar Wilde gesagt haben. Sicherlich wäre er begeistert gewesen von “The Iconist”. Das Ipad Magazine aus der Redaktion der Welt-Gruppe bietet Stil, Kultur und Gesellschaft in digitaler Form. Bei der Präsentation im Hotel de Rome in Berlin konnten wir schon einmal hinein schnuppern.

In der ersten Ausgabe finden wir 15 bunte Beiträge. Darunter einen Reisführer in die Kulturhauptstadt Istanbul, sowie einen interaktiven Rundgang durch das Berliner Szenerestaurant Grill Royal. „The Iconist“ zeigt uns, was Jamie Oliver für Angela Merkel kochen würde, welche Inhaltstoffe Luxusparfums zum Duften bringen und welcher Wein zum Lieblingsessen passt. Stargeiger David Garrett und die Schauspielerin Natalia Avelon führen in Bildern und Videos Mode vor, und wir können den neuen Rolls-Royce in seiner ganzen Pracht von innen und außen besichtigen. [Mehr]

Julia MalzHappy Me-Day

Wenn es nach Rolf Zuckowski geht, gibt es den einen Tag im Jahr, an dem selbst ein Tsunami uns nicht davon abhalten könnte, zu strahlen wie der Sonnenschein: der Geburtstag – unsere ganz persönliche Neujahrsfeier.

Die Tage vor dem grossen Ereignis verbringen wir je nach Gusto mit der Decke über dem Kopf oder dem fröhlichen Bilanzieren des verstrichenen Lebensjahres. Wir sichten unseren aktuellen Standpunkt im Vergleich zu den Koordinaten des Vorjahres und dann geht’s ab die Post in die nächste Lebensrunde. Man feiert rein, raus, oder nach, schmeisst wilde Parties oder geht in beschaulicher Runde ein Steak essen.
Und jedes Jahr der gleiche Stress: Wen lädt man ein und wozu überhaupt, wer hat sich nicht oder verspätet gemeldet, welche der zwei Wunschlisten-Versionen (bescheiden vs. tatsächlich) soll man nun durch den Verteiler scheuchen und muss man an seinem Geburtstag eigentlich irgendwen zurückrufen? [Mehr]
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