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Kolumne

Andreas WeckInternet-Enquete: kein Konsens bei Netzneutralität

internet-enqueteDie Netzneutralität in Deutschland ist ein Thema, das scheinbar die Ansichten vieler Experten in zwei Lager teilt. Gestern sollte die Internet-Enquete im Rahmen der Arbeitsgruppe „Netzneutralität“ über eine Handlungsempfehlung für den Bundestag entscheiden, eigentlich ging es zunächst um zwei Gutachten, die eine Informationsbasis begründen sollten. Anders als die Themen zur Arbeitsgruppe „Medienkompetenz“ oder „Urheberrecht“, welche recht schnell abgeschlossen waren, sind sich die Mitglieder der Kommission hier bisher überhaupt nicht einig gewesen und einige glänzten im Vorfeld höchstens mit Ausreden und Vertagungsmanövern. Zweimal wurde eine abschließende Abstimmung durch die Gegner der Netzneutralität schon verschoben, da diese voraussichtlich keine Mehrheit erreichen konnten. Markus Beckedahl, einer der Netzaktivisten und Sachverständigten in der Enquete, bezeichnete diese Methodik zurecht als „Schmierenkomödie“.

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Jörg WittkewitzLesetipps für den 18. Oktober

Erlesene Links zu einigen Perlen im Web: Blogposts, Artikel und Nachrichten, die uns wichtig erscheinen. Ergänzungen erwünscht.

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Jörg WittkewitzOccupy Society

Die Massenmedien sind erstaunt. Es gibt Individuen. Mitten unter uns. Manche machen sogar von ihrem Recht Gebrauch, öffentlich ihren Unmut zu äußern. In den Ländern mit einer lebendigen sozialen Kultur kommt es zu koordinierten und gemeinsamen Aktionen. In New York, wo der Gebrauch der Mikrofone untersagt wurde, wiederholen alle Zuhörer die Sätze der selbst ernannten Redner als “human microphone”. In einigen europäischen Ländern, die eine aktive Demonstrationskultur kennen, gibt es richtige Aufmärsche. Da es weder um Tierversuche noch um Atomkraft geht, sind die Demonstrationszüge in Deutschland noch etwas verhalten. Auffällig ist jedoch, dass jeder sein eigenes Süppchen kocht. Darauf haben sich viele Jahrzehnte lang viele Politiker verlassen können. Denn es werden viele Haltungen mit einer einzigen Handlung verknüpft: Dem Marschieren vor und um Institutionen. Noch immer glauben, viel Bürger, dass dort die Macht herrscht. Die Vertreter dieser scheinbar einflussreichen Körperschaften zucken jedoch schon länger mit den Schultern. Genauso wie die Medien.

Das Zeitalter der Verschwörungstheorien ist vorbei. Es ist offenbar geworden, dass Politiker nichts anderes tun, als alle paar Jahre genau das in die Medien abzusondern, was die Umfragen besonders honorieren. Dann jedoch nehmen sie die Beine in die Hand und schauen, wer den größten Einfluß verspricht. Das ist der Sektor banking & finance, also Banken und Versicherungen und zusätzlich einige große DAX-Unternehmen. Neu ist diese Erkenntnis nicht. Neu ist die Tatsache, dass offenbar wird, dass es keiner Parteien mehr Bedarf, um zwischen der Macht in den DAX-Firmen und dem Souverän zu verhandeln. Neu ist auch, dass es noch keinen modus operandi dafür gibt. Der Motor der Demokratie stottert, aber er läuft noch, nur die Reifen (Parteien) haben kein Profil mehr. Angesichts des Morasts, den die letzten Dekaden der Alleinherrschaft der Eliten um uns aufgehäuft haben, brauchen wir tiefe Rillen in den Profilen. Die überall monstranzartig beschworene Partizipation (gerne auch im Kontext mit dem Internet) hat dabei mindestens einen Haken: ihre Legitimation.

Was sollte eine Familie, die gemeinsam über 12 Milliarden Euro an flüssigen Mitteln und diversen Firmenanteilen verfügt, dazu veranlassen, auf eine Kakophonie von 40 Millionen Stimmen zu hören. Oft genug haben sie intern ausreichend Disharmonie. Das Problem ist nicht die Finanzkrise, das Problem ist auch nicht der Protest. Das Problem ist die Führungsschwäche der politischen Kaste.


Stefan MeyInterview: Alexander Hüsing über deutsche Startups

„Business Angels, Copycat, Venture Capital, Exit“ … die Startup-Landschaft hat eine sehr spezielle Logik. Hier treffen naive Gründerträume auf knallharte Verwertungs-Absichten, Gründer müssen Anträge stellen können und es schaffen, Investoren Dollar-Zeichen in die Augen zu projizieren.
Alexander Hüsing beobachtet auf Deutsche-Startups.de seit Jahren die Szene, hat Hypes, Tops und Flops miterlebt. Er gibt Auskunft über Trends und Strukturen des deutschen Startup-Markts. [Mehr]


Katrin ViertelEin Fernseher im Kinderzimmer?

Katrin Viertel von medienlotse.com beantwortet Fragen rund ums Thema Erziehung und digitale Medien. Heute geht es darum, ab wann Eltern einen Fernseher im Kinderzimmer erlauben sollen.

Meine Tochter ist 9 Jahre alt und möchte gern einen eigenen Fernseher in ihrem Zimmer haben. Ich kann das verstehen, denn es gibt immer wieder Ärger: mit uns wegen der erlaubten Nutzungszeit, mit den jüngeren Brüdern wegen der Programmauswahl. Wir wollen eigentlich schon länger einen neuen Flachbildschirm anschaffen. Das wäre für uns eine Gelegenheit, ihr das alte Gerät zu schenken. Aber ist ein eigener Fernseher im Kinderzimmer sinnvoll? [Mehr]


Wolfgang GumpelmaierPerspektive der Filmfinanzierung [Blogparade]

Drüben in meinem Social Film Marketing Blog habe ich vor einigen Tagen eine Blogparade zum Thema “Crowdfunding als Perspektive in der Filmfinanzierung” gestartet. Ausgehend von einem Kommentar im Blog zum Kinderfilm Manusha – Die kleine Romahexe möchte ich eure Meinungen und Erfahrungen sammeln und sie Anfang November in meinem Blog auflisten.

Für alle, die sich fragen, was eine Blogparade ist und wie das funktioniert, gibt’s hier die Erklärung von blog-parade.de:

“Ein Blog-Karneval bzw. eine Blog-Parade ist eine Blog-Veranstaltung, bei der ein Blog-Betreiber als Veranstalter ein bestimmtes Thema festlegt (z.B.: Was ist Deine originellste Methode, eine Flasche Bier zu öffnen?), dieses als Blog-Beitrag veröffentlicht und die lesenden Blogger dazu auffordert, innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums (üblich ist ein Zeitraum von 1-4 Wochen) einen Artikel zu diesem Thema im jeweils eigenen Blog zu veröffentlichen und den Veranstalter entsprechend über die Veröffentlichung zu benachrichtigen. Spätestens nach dem Ablauf des vorgegebenen Zeitraums listet der Veranstalter des Blog-Karnevals in einem neuen Blogbeitrag alle eingereichten Artikel und kommentiert diese entsprechend, fasst diese zusammen und/oder vergibt z.B. Prämien für die besten oder etwa originellsten Artikel. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.”

Genaueres dazu gibt’s in meinem Blog, hier noch einmal der Link:

Crowdfunding als Perspektive in der Filmfinanzierung

Ich freue mich auf eure Beiträge und eine spannende Diskussion!


Jörg WittkewitzBehörden-Trojaner schlecht programmiert?

Die neue Frontlinie der Behörden, die den öffentlich bezahlten Trojaner in diversen Varianten einsetzen, kommt nun vom Hersteller selbst. Das Tool sei von 2007. Offenbar haben weder die Sicherheitspolitiker noch deren nachgeordnete Exekutivbehörden das Urteil des obersten Gerichts gelesen. Denn dort ist ganz klar gesagt worden, dass es aus Sicht der Verfassung keine rechtlichen oder technischen Wege geben darf, die eine Online-Untersuchung des Computers ermöglichen können. Die sogenannte Quellen-TKÜ, also das digitale Pendant zum Abhören des Telefons (hier Skype et al.) kann daher rechtssicher nur über die Schnittstellen ablaufen, die die Hersteller extra dafür eingerichtet haben, falls Behörden irgendwelcher Länder das Abhören begehren. Dazu müssten die natürlich den Namen kennen. Da Kriminelle aber selten unter Klarnamen eigenen Skype-Accounts nutzen, wird es schwer, sehr schwer. Trotzdem ist eine Vorrichtung, die die Festplatte des Verdächtigen verändert oder gar Programme etc. nachladen kann, ein Unding. Denn dann könnten auch Daten nachgeladen werden, die nachher als Beweis für ein Straftat gelten sollen. Aus rechtlicher Sicht ist daher jeder Eingriff der Behörden auf einer Festplatte strenggenommen eine Ursache dafür, alle vorgefundenen Inhalte NICHT in einem Verfahren verwenden zu können. Bleibt also nur noch der Einsatz als Mittel der Prophylaxe bzw. der Ermittlung. Wenn aber keine rechtssichere Ermittlung erfolgen kann per digitaler Wanze, wie soll dann später vor Gericht vorgetragen werden?

Der Hinweis, dass die Variante alt sei, geht also am Problem an sich vorbei. Das Ding müsste resident im RAM liegen und dort bleiben. Aber da noch nicht mal die meisten großen deutschen DAX-Firmen so eine Sicherheitssoftware für ihre geschäftskritischen Daten einsetzen, um sich vor Wirtschaftspionage und Hackern bzw. frustrierten Mitarbeitern zu schützen, werden auch die Behörden gar nicht wissen, dass dort der beste Sitz für alles Wesentliche wäre – man müsste dann sogar erklären, dass gewiefte Kriminelle sowieso nur Live-CDs von Betriebssystemen nutzen um eben gerade KEINE Daten auf die Festplatte zu schreiben. Aber die Experten im Staatsdienst können ja noch nicht mal selber solche Trojaner verfassen, wie sollen sie dann so etwas wissen. Das kommt vom vielen TVÖD. Davon wird man nach dem Peak beim Diplom oder Abitur schrittweise der Demenz anheim gestellt.

Um es klar zu sagen: Verfassungskonform ist wohl das Abgreifen von E-Mails über den Provider bzw. Maildienst und das Abhorchen von Skype via Anfrage beim Anbieter Skype. Gerichtsfest sind Daten, die mit einer Wanze auf dem Computer ermittelt wurden in keiner Weise, wie jeder Forensiker, der sich mit digitalen Datenquellen befasst, bestätigen wird. In dem Moment, wo die Behörde an der Festplatte etwas verändert, ist Schluss mit der Verwendbarkeit vor Gericht.


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