OUYA: zurück zur Videospielkonsole

OUYA: zurück zur VideospielkonsoleEin Kickstarter-Projekt aus Los Angeles sorgt derzeit für einiges an Augenmerk. Denn es hat binnen eines Tages über 2.1 Millionen USD an Spenden eingesammelt. Der Nerv der getroffen wurde, ist allerdings kein neuer Hype oder eine Innovation, die die sogenannte Delle ins Universum geschlagen hat, sondern vielmehr ein Schritt zurück zu einer derzeit unterrepräsentierten Art der Spielens – die Rede ist von der guten alten Videospielkonsole.

Früher war alles besser

Die Entwickler rundum OUYA sehen es nicht gerne, dass die Gaming-Branche sich derzeit auf mobile Geräte stürzt. Nach deren Meinung gehört ein gutes Videospiel nämlich auf einen standesgemäßen HD-TV und nicht auf Smartphones oder Tablets, die das Videospielerlebnis auf kleine minderwertige Screens beschränken.

Im Umkehrschluss kritisieren sie auch den, aus diesem Trend, entstandenen Brain-Drain, der bewirkt dass die Abwanderung ausgebildeter und talentierter Programmierer sich in den Social- und Mobile-Gaming-Markt vollzieht. Der Konsolen-Markt verliert seine Talente und das auf Kosten der Qualität des Spielens. Wer sich im Team umschaut, dem wird schnell klar, wo das Herz der Entwickler schlägt und wo die Reise nach deren Vorstellung hingehen sollte.

Revolutionäre Bedingungen, für revolutionäres Gaming

„Es ist an der Zeit die Innovationen, Kreativität und Experimentierfreude die das Gaming ausmacht, wieder auf die große Leinwand zu holen“, meint Julia Uhrman, CEO von OUYA. Und dafür betritt man bisher unbegangene Pfade.

Eine Videospielkonsole, die das Videospielerlebnis einstiger Tage am Leben hält, aber auch den Zahn der Zeit akzeptiert und für sich arbeiten lässt, könnte die Vorteile beider gegensätzlichen Welten wieder zu einem gemeinsamen Konsens führen. Um das zu realisieren haben sich die Macher daran gemacht eine Konsole zu entwickeln, die auf Android-Basis läuft und dadurch sowohl offen ist für alle Entwickler, die sich berufen sehen ein OUYA-Spiel zu kreieren und die ferner auch die Kosten der Games für den Spieler niedrig werden lässt.

Die Verbindung bereits existierender Technologien zu einer völlig neuen Innovation macht das Gesamtkonzept aus, welches kaum Fragen offen lässt.

Der Erfolg gibt Ihnen Recht

Weg vom mobilen Endgerät und zurück zur Videospielkonsole. Dass ist es was OUYA will. Denn die schönsten Videospielerlebnisse passieren immer noch im Wohnzimmer und nicht in der Bahn.

Was im ersten Moment als kleine Blasphemie aufgenommen werden könnte, hat sich aber tatsächlich als ernstzunehmender Standpunkt entpuppt, denn bereits über 17.000 Spender teilen OUYAs Vorstellungen und haben in weniger als 24 Stunden über 2.1 Millionen USD über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter bereitgestellt. Zum Vergleich: die Entwickler benötigten für einen Prototypen eigentlich nur 950.000 USD.

Dieser rasante Start ist übrigens Kickstarter-Rekord und somit der erfolgreichste Start eines von der Crowd finanzierten Projektes!


Weiterführende Links:

  • OUYA: A New Kind of Video Game Console (Kickstarter)
  • Android-Spielekonsole erobert Kickstarter (Golem)

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    Andreas Weck

    Andreas Weck

    schreibt seit 2011 für die Netzpiloten und war von 2012 bis 2013 Projektleiter des Online-Magazins. Zur Zeit ist er Redakteur beim t3n-Magazin und war zuletzt als Silicon-Valley-Korrespondent in den USA tätig.

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