Notizen besser managen: OneNote und Evernote im Vergleich

Wer viele Texte schreibt, legt meist viele Notizen dafür an. Zwar laufen nicht bei jedem Nutzer ganze Romane auf der Tastatur heiß. Aber die Frage nach dem Management von Text-Material ist für Autoren fundamental. Als Newcomerin unter den Autoren suche ich für mich die ideale Möglichkeit, Notizen zu organisieren. In den Schubladen meines Schreibtischs befinden sich diverse angefangene Notizbücher. Diese konsequent zu führen – daran bin ich immer wieder kläglich gescheitert. Immer wenn ich es brauche, ist das gedruckte Notizbuch dann doch wieder nicht zur Hand. Eine digitale Lösung soll jetzt Abhilfe schaffen.

Auf meinem neuen Laptop mit Windows 10 ist OneNote vorinstalliert. Zudem bin ich im Zuge einer Recherche für einen Netzpiloten-Artikel auf die Software Evernote gestoßen. Beide Programme habe ich nun auf ihre Tauglichkeit getestet, um herauszufinden, welche Notiz-App ich in Zukunft am besten nutzen kann. Als Android- und PC-Nutzer war mir die plattformübergreifende Synchronisation wichtig. Daher lege ich darauf einen Schwerpunkt.

OneNote: digitaler Alleskönner für lau

OneNote ist ein digitales Notizbuch aus dem Hause Microsoft. Das Schöne daran ist, dass es für mehrere Plattformen erhältlich ist. Unter Windows gibt es sogar zwei Versionen. Ich habe die vorinstallierte OneNote-App ohne Namenszusatz verwendet. Die Variante „OneNote 2016“ verfügt über zusätzliche Features für Spezialfälle. Zudem ist OneNote am Computer auch im Browser nutzbar. Das Programm ist auch als App für Smartphones und Tablets mit Android im Google Play Store verfügbar. Damit kann ich meine Notizen also auch unterwegs festhalten. Sogar handschriftliche Einträge akzeptiert das Programm. In allen Fällen ist das Programm gratis nutzbar. Zu einem Upgrade auf die kostenpflichtigen Office-Programme von Microsoft werden Nutzer nicht gedrängt.

Screenshot by Jennifer Eilitz
Der Aufbau von OneNote. Screenshot by Jennifer Eilitz

Bei OneNote müssen Nutzer nicht, wie bei den meisten Schreibprogrammen, ganz akkurat von oben nach unten arbeiten, sondern können an jeder freien Stelle eine Notiz beginnen. OneNote lässt sich zudem mit anderen Office-Anwendungen integrieren, sodass die Notizen etwa auch in ein Word-Dokument importiert werden können.

Neben den Notizbüchern kann ich auch verschiedene Reiter erstellen und auch hier mit den dazu passenden Seiten, Unterseiten oder Kapiteln füllen. Übersichtlicher ist es natürlich, wenn man verschiedene Notizbücher zu unterschiedlichen Arbeiten anlegen will. So kann ich neben meiner Arbeit als Autorin auch meine Notizen für die Uni unterbringen. Gelungen ist vor allem, dass ich nicht nur Text-Schnipsel verwalten, sondern auch Dateien und gar Fotos hinzufügen kann. Auf diese Weise kann ich alles Wichtige an einen Ort bündeln.

Praktische Features

Neben dem Textmarker kann der Nutzer auf Wunsch auch seinen Hintergrund wie einen Schreibblock erscheinen lassen – sowohl mit liniertem als auch mit kariertem Papier, was das Notizbuchflair noch einmal unterstreicht. Wer OneNote lieber als Stütze für To-Do-Listen nutzen möchte, kann dies natürlich auch und anschließend die erledigten Aufgaben in den Kästchen abhaken.

Gute Synchronisation zwischen Smartphone und PC

Die Smartphone-App von OneNote bietet zwar weniger Features als die Windows-Version, erweist sich in meinem Praxistest dennoch als sehr nützlich. Notizen können einfach eingetippt und automatisch gespeichert werden. Ich kann mit ihr zeichnen, Bilder aus dem Web ausschneiden, To-Do-Listen erstellen.

Synchronisation in OneNote zwischen Smartphone und PC;.Screenshot by Jennifer Eilitz
Synchronisation in OneNote zwischen Smartphone und PC. Screenshot by Jennifer Eilitz

Besonders überzeugt hat mich das schnelle Synchronisieren zwischen Smartphone und PC. Sobald ich eine Notiz eingebe oder eine Notiz ergänze, dauert es nur ein paar Sekunden, ehe ich die Änderung auf dem jeweils anderen Gerät sehen kann. Außerdem eignet die App sich auch super, um Bilder zwischen Smartphone und PC hin und her zu verschieben.

Zudem bietet die App noch ein zusätzliches Feature: OneNote Badge. Dabei handelt es sich um eine Direktverknüpfung für den Home-Bildschirm meines Smartphones. Damit kann ich eine schnelle Notiz eingeben, indem ich lediglich auf den Badge-Button klicke und unter ’schnelle Notiz‘ meine Gedanken festhalte. Möchte ich diese Notiz in der OneNote-App übernehmen, so erscheint sie dort auch wenige Sekunden später.

Evernote: Mächtig aber unübersichtlich

Eine populäre Alternative zu OneNote ist Evernote. Wie das Programm von Microsoft kann ich auch diese Anwendung sowohl auf meinem Smartphone und Tablet mit Android als auch auf dem PC nutzen. Evernote ist als App und als Browser-Version verfügbar.

Evernote Browserversion NotizbÅcher (Screenshot by Jennifer Eilitz)
Evernote Browserversion. Screenshot by Jennifer Eilitz

Es gibt Evernote in verschiedenen Ausführungen. Ich habe bisher die kostenlosen Versionen, also die Browserversion, Windows-App und Android-App getestet. In der Plus-Variante (30 Euro pro Jahr) und Premium-Variante (60 Euro pro Jahr) erhalten Anwender zusätzliche Funktionen. Dazu zählen etwa die Offline-Nutzung, detailliertere Suchmöglichkeiten und einen Kundensupport per Mail. Auch ohne diesen Aufpreis lässt sich Evernote jedoch im Alltag prima nutzen.

Ebenso wie in OneNote habe ich hier viele Features, die mir helfen sollen, meine Notizen unterzubringen und zu ordnen, To-Do-Listen zu erstellen, Fotos aufzunehmen und Schlagwörter zu erstellen. Zudem bietet Evernote ein paar mehr Bedienelemente und Werkzeuge, wie beispielsweise Sprachnotizen aufnehmen oder auch eine Erinnerungsfunktion.

Synchronisation Smartphone und PC Evernote
Synchronisation Smartphone und PC Evernote. Screenshot by Jennifer Eilitz

Als praktisch empfinde ich die Möglichkeit, meinen Evernote-Account mit meinem Google-Account zu verknüpfen. Das erleichtert die Zusammenarbeit mit dem Notizprogramm und der Textverarbeitung von Google. Und ganz im Stil von Google Docs können auch bei Evernote mehrere Nutzer auf meine Notizen zugreifen und bearbeiten, wenn diese für andere Personen freigegeben werden.

Die Bedienung könnte intuitiver gestaltet sein

Mir gefällt die Browserversion am besten. Sie ist sehr übersichtlich gestaltet und einfach zu bedienen. Hingegen die Apps für Windows und Android sind für meinen Geschmack weniger selbst erklärend aufgebaut. Die Struktur könnte gern intuitiver gestaltet sein. Viel zu oft klicke ich sinnlos hin und her, um nach den entsprechenden Notizen zu suchen. Und im Vergleich zu OneNote gibt es hier in der Menüleiste mehr Bedienungsoptionen, in die ich mich erst einmal hineinarbeiten muss.

Screenshot by Jennifer Eilitz
Evernote Windows-App für den PC. Screenshot by Jennifer Eilitz

Das Synchronisieren zwischen den verschiedenen Zugängen erfolgt meines Erachtens ebenso schnell, wie bei OneNote. Im Praxistest fällt mir jedoch auf, dass die Darstellung von Bildern nicht optimal ist. Die Bilder, die ich auf dem Smartphone in der App hinterlege, erscheinen auf dem PC viel zu groß. Eigenhändig anpassen kann ich das Bild dann aber leider nicht mehr.

Fazit

Beide Alternativen sind leistungsstarke Notiz-Apps. Allerdings sollte sich jeder, der mit einer der Apps arbeiten möchte, überlegen, was er von einem Programm erwartet und vor allem: wie viel. Ich persönlich bin eher der Typ, der einen einfacheren Aufbau und eine einfachere Übersicht präferiert. Daher eignet sich für mich OneNote besser, weil ich meine Arbeit hier einfacher anlegen, ordnen, verwalten und überblicken kann. Zudem ist die App für das Smartphone ebenso gut gestaltet wie praktisch. Als Ergänzung für die PC-App oder auch zum alleinigen Gebrauch sehr empfehlenswert.

Evernote ist meiner Meinung nach sehr gut für größere Projekte geeignet. Gerade Unternehmen profitieren von diesem Programm, da man sich hier mit anderen Nutzern verbinden und mit ihnen zusammenarbeiten kann. Die Übersicht ist mir etwas zu ungeordnet und optisch nicht ganz so ansprechend. Die Browserversion hingegen schon eher. Auch die App für das Smartphone ist meiner Meinung nach nicht so gut gelungen, wie die von OneNote, da auch hier die Übersicht und die Handhabung etwas komplizierter ist. Bei der Synchronisation hingegen, stehen sich meines Erachtens OneNote und Evernote in Sachen Schnelligkeit in nichts nach.

Wer es schnell, einfach und etwas farbenfroher mag, der ist bei OneNote gut aufgehoben. Wer allerdings viel Wert auf Features und mehr Auswahl legt, der sollte sich besser bei Evernote anmelden.


Image „Notizen“ (adapted) by congerdesign (CC0 Public Domain


Dieser Text erschien zuerst auf unserer Schwesterseite Androidpiloten.

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Jennifer Eilitz

Jennifer Eilitz

kommt aus der Lüneburger Heide, hat Bibliotheks- und Informationsmanagement an der HAW in Hamburg studiert und arbeitet jetzt bei den Netzpiloten als Social Media Managerin. Wenn sie nicht gerade für die Netzpiloten schreibt, dann schreibt sie an ihren Romanen, die im Bookshouse und Edel Elements Verlag erscheinen. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.

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