Neuer Facebook-Hoax „möchte privat mit euch in Verbindung bleiben“

Facebook-Hoaxes tauchen in immer regelmäßigeren Abständen auf. Der Neueste bewirkt, dass die eigenen Statusupdates vor Freunden verborgen bleiben.

Eine Statusmeldung, die derzeit auf Facebook geteilt wird, verspricht mit einem Klick Facebook-Aktivitäten von Nutzern vor Dritten zu verbergen. In Wirklichkeit bewirkt der Klick aber Gegenteiliges. Nicht die Aktivitäten werden vor Fremden verborgen, sondern vielmehr die eigenen vor den Freunden.

Die Statusmeldung setzt dabei ganz auf Panikmache und bedient sich einer alt bewährten Methode: mit der Angst vor zu viel Freizügigkeit ködert sie den Nutzer und argumentiert mit veränderten Facebook-AGBs und Privacy-Einstellungen. Der Aufhänger im jetzt aufgetauchten Fall öffnet zum Beispiel mit den Worten: „Ich würde gerne privat mit euch in Verbindung bleiben“ und bedient sich ferner einer Lüge: „Mit den letzten Veränderungen auf FB kann die Öffentlichkeit jetzt leider alle Aktivitäten auf jeder Wand sehen“. Was viele Nutzer nicht wissen ist, dass die letzten Änderungen der AGBs im Juni vollzogen worden.

Um den geneigten Facebook-Freund nun zum Handeln aufzufordern, suggeriert die Meldung, dass man die Hilfe des Buddys benötigt, um alle Einstellungen wieder zurückzusetzen: „Deswegen brauche ich eure Hilfe. Nur Ihr könnt das für mich (rückgängig) machen“. Den gesamten Text lest Ihr hier:


 


Geht man dieser Aufforderung: „Entferne das Häkchen bei ‚Kommentare und Gefällt mir‘, indem du darauf klickst.“ im Text nach, macht man eigentlich nichts weiter als die Kommentare und „Gefällt mir“-Angaben des Freundes aus dem Newsfeed zu verbannen. Das kann bei Manchen, die der Aufforderungen nachgekommen sind, gut und gerne zu einer Entlastung des Newsfeeds führen. Und ist bei einigen Freunden, die einem mit uninteressanten Statusupdates nerven, sicherlich auch von Vorteil, jedoch kenne ich keinen Nutzer, der freiwillig auf der anderen Seite seinen Freunden und Followern den Rat gibt, seine Updates auszublenden.

Heavy-User wird diese Meldung sicherlich zum Lachen bringen, weil sie verstehen, wie sinnlos dieses Statusupdate tatsächlich ist. Anhand der starken Verbreitung dieses Hoaxes auf Facebook, wird aber dennoch deutlich, dass es einen großen Anteil an Profileigner gibt, die selbst heute noch – nachdem Hoaxes in den Medien schon bis ins kleinste Detail besprochen wurden – immer noch eine große Anziehungskraft besitzen.

Dabei ist es relativ einfach eine Falschmeldung zu enttarnen. Erstens würde ich per se immer dazu raten, nicht auf Grafiken, die in großen auffälligen Buchstaben irgendetwas suggerieren, zu achten. Zweitens: nutzt Google und sucht auf vertrauenswürdigen Medien wie Golem.de nach Meldungen zu aktualisierten Datenschutz- und Privatsphäre-Bestimmungen. Drittens: auch auf Facebook selbst gibt es Seiten, die den Nutzer über Veränderungen aufklären. In diesem Fall rate ich, die Facebook-Page „Facebook Site Governance“ zu abonnieren, die über Änderungen auf der Plattform informiert. Zu guter Letzt abonniert auch Seiten wie „Zuerst denken – dann klicken! Hier findest du aktuelle Fakemeldungen“.


 


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Andreas Weck

Andreas Weck

schreibt seit 2011 für die Netzpiloten und war von 2012 bis 2013 Projektleiter des Online-Magazins. Zur Zeit ist er Redakteur beim t3n-Magazin und war zuletzt als Silicon-Valley-Korrespondent in den USA tätig.

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