MWC: Nokia präsentiert die X-Series mit Android

Auf dem Mobile World Congress in Barcelona stellte der finnische Gerätehersteller Nokia gleich drei Smartphones mit dem mobilen Betriebssystem Android vor. // von Tobias Schwarz

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Vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass Nokia ein neues Smartphones mit dem Betriebssystem Android von Google plant und das, obwohl Android von Google ist und Nokia erst vor wenigen Monaten von Microsoft aufgekauft wurde. Die Finnen experimentieren schon länger mit Android und stellten jetzt auf dem Mobile Week Congress gleich drei neue Geräte vor, die anstatt das mobile Betriebssystem von Microsoft das von Google besitzen – wenn auch modifiziert.


Warum ist das wichtig? Kurzfristig stärkt die Entscheidung Microsofts, dass Nokia ein Smartphone mit dem betriebssystem Android vom Konkurrenten Google bauen darf, das eigene Geschäft, denn Microsoft könnte mehr Geräte verkaufen und gleichzeitig Lizenzgebühren von Google einnehmen.

  • Die Modelle Nokia X, Nokia X+ und Nokia XL richten sich an den schnell wachsenden Markt für preisgünstige Smartphones.
  • Gleichzeitig bieten sie Nutzern den Einstieg zu Microsoft-Diensten wie Skype, OneDrive und Outlook.com.
  • Bei genauerer Betrachtung macht es für Microsoft kurzfristig Sinn, auf Android vom Konkurrenten Google zu setzen.

Zum Mobile World Congress hat Nokia heute sein Ziel bekräftigt, das Internet durch günstige Smartphone-Modelle zur nächsten Milliarde Menschen zu bringen. Insgesamt wurden fünf neue, preisgünstige Geräte vorgestellt. Dazu gehören auch die Smartphones der neuen Produktfamilie Nokia X, auf denen Android™ Apps, Microsoft Dienste sowie Nokia-eigene Anwendungen laufen.
Die Modelle Nokia X, Nokia X+ und Nokia XL richten sich an den schnell wachsenden Markt für preisgünstige Smartphones. Gleichzeitig bieten sie Nutzern den Einstieg zu Microsoft-Diensten wie Skype, OneDrive und Outlook.com und sollen das Interesse auf andere Nokia-Geräte wecken.

Android ohne Google – Nokia setzt auf Apps von Microsoft und Dritten

Die Geräte der neuen X-Serie – das Nokia X, Nokia X+ und Nokia XL – werden alle eine stark modifizierte Version von Android besitzen und die Kacheloptik der bisherigen Nokia Smartphones beibehalten. Fragwürdig ist die Entscheidung, Googles Play Store und damit den Zugang zu über 700.000 Apps, komplett zu sperren. Zugang zu Apps wird der Nokia Store bieten sowie mehr als ein Dutzend weiterer App-Stores von Drittanbietern. Bekannte Nokia-eigene Anwendungen wie HERE Maps mit kostenlosem, offline verfügbarem Kartenmaterial und integrierter sprachgeführter Navigation sowie Nokia MixRadio für kostenloses Musikstreaming und Playlists zum Herunterladen sind bereits vorinstalliert. Darüber hinaus verfügen alle Geräte über eine Auswahl an Apps von Microsoft wie Skype oder OneDrive.

Das Nokia X (89 Euro), das erste Gerät aus der neuen Produktreihe, verfügt über ein kapazitives 4-Zoll-IPS-Display und eine 3-Megapixel-Kamera. Das Nokia X+ (99 euro) ist für Multimedia-Fans konzipiert, die durch den größeren Speicher noch mehr Spiele, Musik, Fotos und Videos genießen wollen. Sowohl das Nokia X als auch das Nokia X+, werden in den leuchtenden Farben Grün, Rot, Cyan, Gelb sowie in Schwarz und Weiß verfügbar sein. Das dritte Familienmitglied, das Nokia XL (99 euro), verfügt über ein 5-Zoll-Display, eine 2-Megapixel-Frontkamera – ideal für Skype Videoanrufe – und eine 5-Megapixel-Kamera mit Autofokus und Blitz. Das Nokia XL wird in ebenfalls leuchtendem Grün, Orange, Cyan, Gelb sowie in Schwarz und Weiß erhältlich sein. Alle Nokia X Modelle besitzen einen Qualcomm Snapdragon Dual-Core-Prozessor und nutzen Dual-SIM. Dadurch können Nutzer je nach Bedarf zwischen verschiedenen SIM-Karten wechseln.

Die nächste Milliarde

Microsoft gab für diesen Schritt überraschend grünes Licht, denn sie verdienen über Lizenzen für Mobilfunktechnologien an Android kräftig mit. Dazu kommt der praktische Nutzen, Smartphones mit dem weitverbreitesten Betriebssystem der Welt zu haben. „Wenn man die nächste Milliarde verbinden will„, sagt Nokias Marketingchef für Europa, Timo Toikkonen, „stellt man fest: Das sind junge Leute, die wenig Geld haben, aber sehr genaue Vorstellungen.“

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Tobias Kremkau

Tobias Kremkau

ist Coworking Manager des St. Oberholz und als Editor-at-Large für Netzpiloten.de tätig. Von 2013 bis 2016 leitete er Netzpiloten.de und unternahm verschiedene Blogger-Reisen. Zusammen mit Ansgar Oberholz hat er den Think Tank "Institut für Neue Arbeit" gegründet und berät Unternehmen zu Fragen der Transformation von Arbeit. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.

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