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Motorola Moto X: Wenn Smartphones menschlich werden

Das Motorola Moto X wurde hierzulande schnell als langweilig abgestempelt – zu Unrecht, denn es handelt sich um innovatives und geradezu menschliches Smartphone. // von Daniel Kuhn

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Leider ist das Motorola Moto X, das als Neuanfang für den amerikanischen Hersteller nach der Übernahme durch Google gewertet wird, nur in den USA erhältlich. Dort gewinnt das eher mittelprächtig ausgestattete Smartphone allerdings immer mehr Anhänger und das vor allem aus einem Grund: Es besitzt viele Eigenschaften und Funktionen, die es menschlich erscheinen lassen und es dem Nutzer ermöglichen, eine Beziehung zu dem Gerät aufzubauen.


  • Das Motorola Moto X besitzt statt High End-Technik menschliche Züge.
  • Dank cleverer Software-Features können ihm menschliche Tugenden zugeschrieben werden.
  • Es fällt dem Nutzer leicht, eine Beziehung zu diesem menschlichen Smartphone aufzubauen.

Betrachtet man die Spezifikationen des Motorola Moto X nüchtern, wird es einen nicht vom Hocker hauen. Kein High End, dafür gepflegte Mittelklasse bietet das erste Motorola Smartphone unter Googles Führung. Dass die High End-Spezifikationen aber längst nicht mehr wichtig sind, da sie keine Innovation darstellen, hat mein Netzpiloten-Kollege Jakob Steinschaden bereits sehr schön am Beispiel des Motorola Moto X aufgezeigt. Dass das Smartphone viele innovative Features besitzt war damals zwar schon abzusehen, allerdings noch nicht, welche Wirkung diese auf den Nutzer ausüben werden.

Im Gegensatz zu Samsung, die so viele Features wie möglich an die Wand schmeißen um zu sehen, was am Ende hängen bleibt, oder HTC, die das Nutzerverhalten mit neuen Funktionen verändern wollen, hat Motorola mit dem Moto X das bestehende Nutzerverhalten lediglich verfeinert und dem Moto X menschenähnliche Züge verliehen.

Menschenähnlich wird das Moto X vor allem, weil es nicht wie andere Smartphones oder Tablets die Menschliche Umgebung imitieren (direkter Zugriff auf Objekte durch Touchscreen, ohne Umweg über Maus oder Tastatur) – vielmehr imitiert es das menschliche Verhalten, oder zumindest einige Teile davon. Das gelingt ihm auf so bedeutsame Art, dass man ihm ein Bewusstsein, sowie Aufmerksamkeit und einen Willen zusprechen möchte.

Das Moto X ist immer aufmerksam – es hört immer zu und wartet nur auf den Befehl des Besitzers, OK, Google Now, um seinen Wunsch zu erfüllen. Dadurch dass der Nutzer das Telefon auf die eigene Stimme „dressieren“ kann, erscheint es zudem loyal, da es selbst in Lauten Umgebungen nur auf den eigenen Befehl reagiert. Nicht nur der Befehl, sondern auch das Verhalten erinnern dabei sicher nicht zufällig an Google Glass.

Zudem ist das Moto X durch das clevere Benachrichtigungssystem (das inzwischen auch als App auf andere Geräte gebracht werden kann), das den Nutzer nur informiert, wenn er es will, auch sehr diskret. Auf dem Display erscheint ein Symbol, zum Beispiel von Gmail, Facebook oder WhatsApp, bei Berührung dessen erscheinen Absender sowie der Beginn der Nachricht – nimmt man den Finger vom Display, ist erneut nur das Symbol zu sehen. Wie man es sich von einem guten Freund, oder Assistenten wünscht, weist es einen also ganz dezent auf eine Benachrichtigung hin und posaunt das nicht im unpassendsten Moment hinaus.

Auch scheint das Moto X aufmerksam zu verfolgen, was man gerade macht, da es nicht nur kurz Zeit und Benachrichtigungen anzeigt, wenn man es aus der Tasche zieht – es verbindet sich zudem auch mit als vertrauenswürdig festgelegten Bluetooth-Geräten automatisch, wenn diese sich am vertrauten Ort, einer Art sicheren Zone, befinden. Einen gewissen Beschützerinstinkt hat es zudem also auch, da es außerhalb der sicheren Zone den Schutzmechanismus hochfährt.

Motorola und Google ist es mit dem Moto X gelungen, das wahrscheinlich erste wirklich menschliche Smartphone zu schaffen, das trotz mittelprächtiger Spezifikationen das innovativste Gerät seiner Art der letzten Jahre ist. Es ist schade, dass es nur dem amerikanischen Markt vorbehalten sein wird, allerdings ist die Hoffnung berechtigt, dass es auch hierzulande bald ähnlich menschliche Geräte von den beiden Unternehmen geben wird.


Teaser & Image by Motorola

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Daniel Kuhn

Daniel Kuhn

ist Wahl-Berliner mit Leib und Seele und arbeitet von dort aus seit 2010 als Tech-Redakteur. Anfangs noch vollkommen Googles Android OS verfallen, geht der Quereinsteiger und notorische Autodidakt immer stärker den Fragen nach, was wir mit den schicken Mobile-Geräten warum anstellen und wie sicher unsere Daten eigentlich sind.

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