Motorola krempelt mit dem Moto G den Smartphone-Markt um

Das gestern von Motorola vorgestellte Smartphone Moto G ist solide Mittelklasse, für einen Preis von unter 200 Euro sucht es aber seines Gleichen // von Daniel Kuhn

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Erwartet wurde von dem Moto G eine globale Version des Moto X – ist es aber leider nicht geworden. So sehr ich persönlich mir dies zwar auch gewünscht hätte, das Moto G ist ein viel größerer Paukenschlag als der große Bruder in Amerika. Für unter 200 Euro erhält man ein solides Mittelklasse-Smartphone, das für die meisten Nutzer völlig ausreichen wird, dafür aber weit unter den Preisen der Konkurrenz liegt.


  • Das Motorola Moto G ist ein sehr gutes Mittelklasse-Smartphone.
  • Für unter 200 Euro besitzt es ein konkurrenzloses Preis-Leistung-Verhältnis.
  • Mit dem Moto G kann Motorola mit Googles Hilfe den Smartphone-Markt revolutionieren.

Es muss nicht immer High End sein. So reizvoll die Spitzenmodelle der Hersteller auch sind, so überdimensioniert sind sie für die Ansprüche der meisten Nutzer. Für E-Mails, WhatsApp, die sozialen Netzwerke oder ein paar Schnappschüsse reichen die meisten Mittelklasse-Modelle auch völlig aus. Man muss zum Einkaufen ja auch nicht unbedingt mit dem Porsche fahren. Die bisherige Smartphone-Mittelklasse ist allerdings eher durchwachsen. Entweder sind die Geräte zu teuer, schlecht verarbeitet oder mit zu vielen Kompromissen verbunden. Und genau hier setzt Motorola an.

Wer des Öfteren von Bekannten und Freunden um Rat für die Anschaffung des nächsten Smartphones gefragt wird, kennt sicher die magische 200 Euro-Grenze. Für die genannten Wünsche muss dann allerdings meist mehr ausgegeben werden, oder sich aber mit Kompromissen abgefunden werden.

Das Moto G besitzt dagegen alles, was man in einem Smartphone heute so braucht, um im Netz zu surfen, WhatsApp-Nachrichten zu verschicken, oder Fotos in den sozialen Netzwerken zu teilen. Ein 4,5 Zoll-Display mit einer Auflösung von 1280 x 720 Pixel, ein 1,2 GHz schneller Snapdragon 400-Prozessor von Qualcomm, 1 GB RAM, eine 5 Megapixel-Kamera mit BSI-Sensor und ein 2,070 mAh starker Akku werden von einem Gehäuse zusammengehalten, dass nicht nur dem Moto X optisch stark ähnelt, sondern sich ersten Berichten zufolge auch eine wertige Haptik besitzt. Die nahezu naturbelassene und nur ganz leicht optimierte Android-Version 4.3 ist zwar nicht mehr ganz auf dem neuesten Stand, ein Update auf Android 4.4 soll aber bereits im Januar folgen.

Das alleine lässt es allerdings wahrlich noch nicht aus der Masse herausstechen oder zur Empfehlung werden – dafür sorgt dann allerdings der Preis. Mit 8 GB kostet das Moto G 169 Euro und für 16 GB internen Speicher werden 199 Euro fällig, wenn das Moto G am 21. November in Deutschland in den Handel kommt. Damit wird das Moto G für eine wahnsinnig große Zielgruppe zum mit Abstand interessantesten Smartphone.

Google hat letztendlich dafür gesorgt, dass die Philosophie, die seit dem Nexus 4 und Nexus 7 existiert, nämlich sehr gute Geräte zu einem günstigen Preis anzubieten, von Motorola auf den Mittelklasse-Markt übertragen wird. Somit sichert man sich eines der interessantesten Marktsegmente und es dürfte eine ganze Weile dauern, bis die Konkurrenz diesen Schock verarbeitet hat und nachzieht. Google hat endlich eine Aufgabe für Motorola gefunden und hat gleichzeitig mal wieder für eine kleine Revolution auf dem Smartphone-Markt gesorgt.


Teaser & Image by Motorola


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Daniel Kuhn

Daniel Kuhn

ist Wahl-Berliner mit Leib und Seele und arbeitet von dort aus seit 2010 als Tech-Redakteur. Anfangs noch vollkommen Googles Android OS verfallen, geht der Quereinsteiger und notorische Autodidakt immer stärker den Fragen nach, was wir mit den schicken Mobile-Geräten warum anstellen und wie sicher unsere Daten eigentlich sind. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.

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