Mogulus: Live-Web-Fernsehen in Eigenregie

Das Blog gab den Mediennutzern die Möglichkeiten einer kostenlosen Druckerpresse im Web mit globaler Reichweite. Podcasting bescherte jedem seine eigene Radiostation. Mogulus gibt uns nun die Macht der bunten Bewegtbilder. Kurz gesagt: Mogulus denkt den YouTube-Gedanken der eigenen Glotze endlich konsequent weiter. Videos hochladen war gestern, live senden ist heute. Mogulus macht’s möglich!

Wie funktioniert Mogulus?

Entweder man bedient sich auf dem Mogulus-Grid, einem Raster der populärsten Kanäle auf der Startseite, oder aber man legt direkt selbst los. Und das geht theoretisch so: Account anlegen, ins Mogulus Studio wechseln, Kamera wählen, Knopf drücken – und schon läuft das eigene 24-Stunden Live-Programm im Web. Und praktisch geht’s genauso, ich hab’s probiert: Account anlegen, ins Mogulus Studio wechseln, Kamera wählen, Knopf drücken und schon lief meine erste eigene Testsendung im Web. Sprich: Mogulus hält sein Versprechen, erschreckend einfach Videoinhalte live ins Netz zu streamen. Die sonst übliche Verzögerung von 10 bis 20 Sekunden, haben die Mogulus-Macher auf ein bis zwei Sekunden reduziert.

 

Was bietet Mogulus-Studio?

Das Mogulus-Studio ist die Produktionszentrale von Mogulus. Hier lassen sich in der linken Spalte entweder die zu verwendende Webcam auswählen oder ein vorproduziertes Storyboard aus der Konserve in den Live-Stream einspeisen. Das Einspeisen funktioniert denkbar einfach mit der Cue-Funktion. Knopf drücken und schon wird das Video in die Warteschlange für den Sendeablauf des Live-Programms geschoben. Das aktuelle Live-Programm ist rechts daneben im Kontrollfenster zu sehen. In Echtzeit können darüber hinaus Grafiken, ein Ticker und natürlich ein eigenes Senderlogo auf den Bildschirm gemixt werden. Der User ist somit Star vor der Kamera, Programmredakteur, Screendesigner, Cutter und Regiseur in einem. Nach den „15 Minutes of Fame“ kann nun jeder mit Breitbandanschluss und Webcam zum Rund-um-die-Uhr-Fernsehgott werden.

Für wen ist Mogulus gedacht?

Bei aller Einfachheit gehört es bei Mogulus zwingend dazu, dass man mit der richtigen Hardware und dem richtigen Internetanschluss ausgestattet ist. Apple-Fans sollten mit ihrer iSight-Camera und dem eingebauten Mikro keinerlei Probleme haben, schnell Spaß an Mogulus zu finden. Aber auch PC-Nutzer dürften schnell auf ihre Kosten kommen, ich hab’s nur leider nicht testen können. Ansonsten lohnt ein Blick auf den Mogulus-Grid, um sich von den bereits zahlreich vorhandenen Web-TV-Kanälen inspirieren zu lassen. Achja, Mogulus hat natürlich auch ans Publikum gedacht. In der Live-Ansicht wird neben dem aktuellen Programm eine Chatbox angeboten, über die Macher und Zuschauer miteinander plaudern können.

Blogpiloten-Urteil

Mogulus ist einer der wenigen Dienste im Web 2.0-Startup-Beta-Dschungel, die mich mal wieder überraschen konnten. Dass es so einfach sein kann, Videos live ins Netz zu streamen und drumherum kleine, aber feine Produktionswerkzeuge zum Pimpen des eigenen Web-TV-Programms zu basteln, ist für Medienjunkies ein wahr gewordener Traum. Die Macher von Mogulus sind aber (natürlich) nicht die einzigen, die diese Idee in die Tat umgesetzt haben. Zum Vergleich empfehle ich den Dienst ustream.tv, der Gleiches anders leistet. Wir freuen uns über Links zu Euren Mogulus-Kanälen in den Kommentaren.

Steffen Büffel

Steffen Büffel

ist freiberuflich als Medien- & Verlagsberater, Trainer und Medienwissenschaftler tätig. Schwerpunkte: Crossmedia, Social Media und E-Learning. Seine Blogheimat ist der media-ocean. Außerdem ist er einer der Gründer der hardbloggingscientists.

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