Mit Homey zur zentralen Schalteinrichtung im Smart Home

Homey könnte ein großer Player auf dem Smart-Home-Markt werden. Zumindest macht das Projekt einiges richtig. // von Tobias Gillen

Homey will die zentrale Schalteinrichtung im Smart Home werden

Aktuell sprießen etliche Crowdfunding-Kampagnen aus dem Boden, die versuchen, smarte Geräte für ein vernetztes Zuhause zu finanzieren. Viele scheitern durch mangelndes Interesse der Kunden schon an diesem Punkt – Homey nicht. Das Gerät von zwei holländischen Entwicklern hat die Finanzierungsphase bei Kickstarter mit über 200.000 Euro abgeschlossen – benötigt wurde gerade einmal die Hälfte.

Viele Standards für große Kompatibilität

Und tatsächlich scheint es so, als könne Homey das zentrale Gerät im Smart Home werden. Nicht nur, weil es klein, handlich und optisch ansprechend ist und man es sich ohne Bedenken gleich auf den Wohnzimmerschrank stellen würde. Auch unter der Haube weiß das kugelförmige Gerät zu überzeugen. Es untertützt sämtliche Standards, über die verschiedene Geräte mit Homey kommunizieren können, darunter Wi-Fi, Z-Wave, Infrarot, NFC, ZigBee und Bluetooth 4.0. Schon das spricht dafür, dass sich die Entwickler genau überlegt haben, was sie mit Homey erreichen wollen: Einen Dreh- und Angelpunkt im Smart Home. Etwas, das alles zusammenhält.

Hier scheitert es bei vielen anderen Projekten leider schon. Solange sich die diversen Smart-Home-Konsortien und -Vereinigungen sowie die Entwickler untereinander nicht endlich auf einen umfassenden Industriestandard einigen muss ein Gerät wie Homey eben möglichst viele Sprachen und Protokolle verstehen. Was nützt es dem Kunden sonst, wenn er an seine zentrale Steuereinheit nur ein Drittel seiner Geräte anschließen kann? Andere Anbieter von ähnlichen Projekten, etwa die Telekom mit seiner QIVICON Home-Base lösen das Problem mit zusätzlichen Steckerplätzen, über die per Stick weitere Sprachen und Protokolle zugeschaltet werden können. Leider scheitern aber genauso gut viele Unternehmen daran, eben diese Integrationen zuzulassen.

Gutes Geschäft voraus

Im Fall von Homey ist es aber nicht nur die breite Vielfalt an technischen Sprachen und Funkstandards, die es versteht. Die Kugel kann auch angesprochen werden und mit den angeschlossenen Geräten auf Befehl interagieren – etwa den Fernseher anschalten, die Temperatur regeln oder die Rolladen herunterfahren. Zudem können verschiedene Profile festgelegt werden. Kommt man nach Hause, wird das Licht, die Heizung und die Musik eingeschaltet. Alternativ kann es auch wecken, über eine App den Ofen vorheizen oder beim Verlassen der Wohnung an den Regenschirm erinnern.

Spooky? Absolut. Aber genau darin liegt die Smart-Home-Wachstumsfeder begraben. Möglichst einfach möglichst viele Dinge möglichst schnell ausführen. Wie Homey bei den Kunden ankommt, wird sich im Frühjahr 2015 zeigen. Dann nämlich wollen die Entwickler die ersten Modelle an ihre Unterstützer verschicken. Sollte das Gerät aber wirklich so funktionieren wie versprochen darf der niederländischen Firma ein gutes Geschäft prognostiziert werden. Auch, weil anzunehmen ist, dass das Thema Smart Home in einem halben Jahr erneut einen großen Sprung gen breiter Öffentlichkeit gemacht hat.

Dieser Artikel ist ein Ergebnis der Kooperation von Netzpiloten.de mit dem Branchendienst Techletter, der auch Newsletter zu den Themengebieten Smart Home, Wearables und Connected Car anbietet.


Teaser & Image by Homey


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Tobias Gillen

Tobias Gillen

ist freiberuflicher Medien- und Technikjournalist und Blogger. Nebenher schreibt er Bücher und E-Books und ist bei Twitter, Facebook und Google+ zu finden.

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