RedaktionKristin Jankowski: “Ich benutze Facebook als Nachrichtenagentur”

Eine Weltreise in die Zukunft der Medien. Sieben Städte. Zwei Reporter. Tolle Geschichten.

Kristin Jankowski: “Ich benutze Facebook als Nachrichtenagentur”

Der klassische Journalismus verlagert sich ins Digitale. Aber was heißt das eigentlich? Wie werden künftig Geschichten erzählt? Wie werden Nachrichten recherchiert? Wie wird in der digitalen Welt mit Journalismus Geld verdient? Diesen Fragen gehen die Hamburger Journalistinnen Amrai Coen und Caterina Lobenstein in einer fünfwöchigen Weltreise nach. Heute besuchen die Beiden die Bloggerin Kristin Jankowski.


Heute: Kristin Jankowski (Bloggerin – Kairo)

Am 28. Februar 2012 klappte Kristin Jankowski ihren Rechner auf und war fassungslos. Sie wollte ihr Blog aufrufen, eine Sammlung von Texten über den Arabischen Frühling. Über Freunde, die von der Polizei verprügelt wurden, über Demonstranten, die ihr Leben auf dem Tahrir-Platz verloren hatten. Doch dort, wo sonst die Texte standen, war jetzt eine Meldung: Die Seite werde überarbeitet. “Ich dachte, ich spinne”, sagt Kristin. “Plötzlich gab es unser Blog nicht mehr.”

Kristin, 31 Jahre alt, eine schöne Frau mit grünen Augen, tiefer Stimme und einem Hamburger Dialekt, kam 2009 nach Kairo. Als dort die Revolution begann, arbeitete sie beim Goethe-Institut. Sie betreute eine Internetseite, das Transit-Blog. Junge Autoren, vor allem Ägypter und Deutsche, schrieben darin, wie sie die Zeit des Umbruchs erlebten. Das Blog war ihre Stimme. Die ägyptische Staatspresse wurde überwacht, ihr Blog aber war frei. Bis das Goethe-Institut die Seite abschaltete, offenbar aus Angst, das ägyptische Regime zu provozieren.

Als Kristins Blog im Frühjahr gesperrt wurde, wehrte sie sich. Sie kehrte dem Goethe-Institut den Rücken und gründete eine neue Plattform, das Arab Spring Collective, eine Gruppe von rund 50 jungen Journalisten und Bloggern, die nicht schweigen wollen. Mit Fotos, Texten und Videos dokumentieren sie, dass der Umbruch in Ägypten gerade erst begonnen hat. Wir haben Kristin auf dem Tahrir-Platz getroffen und mit ihr über Facebook, die Revolution und Rambo-Journalisten gesprochen.

Alle Interviews und Hintergründe der Echtzeit-Medienreportage können auf www.NextMediaBlog.de verfolgt werden. Der Report ist Teil des Programms NEXT MEDIA der Senatskanzlei Hamburg im Rahmen der Initiative Hamburg@work.


Über den Autor / die Autorin


 

3 Kommentare zu “Kristin Jankowski: “Ich benutze Facebook als Nachrichtenagentur””
| Kristin Jankowski: “Ich benutze Facebook als Nachrichtenagentur” schreibt:

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| Tupolew schreibt:

Ich finde es sehr lobenswert und mutig wenn sich Blogger und Webseitenbetreiber nicht unterkriegen lassen. Trotzdem wird es vielen sehr schwer gemacht, mittlerweile geht es oft nur noch ums Geld, auch wird das Internet oft von Abmahnungen überschwemmt die einfach nicht nötig sind. Meine Prognose für die nächsten Jahre sieht erst mal etwas düster aus. Es wird einen Krieg um die freie Meinung geben, auch werden die herkömmlichen Medien auf die Leser zugehen müssen.

Tupolew

 
| Alex schreibt:

Tolles Interview mit einer interessanten Frau. Mehr davon.

 
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