Klein Bloggersdorf 2.0 – Alle mal bitte recht meta!

Sonntagabend halb 10 in Deutschland:

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[Quelle: Rivva]

„Früher“ hätten sich wohl alle eher darauf, hierauf und hierauf gestürzt. Aber die Metadebatte zur Lage der deutschen Blogosphäre scheint für viele zu ermüdend geworden zu sein. Dabei ist die Selbstverständnisdebatte in einem sich so rasant wandelnden Umfeld wie dem Web überlebensnotwendig, so bescheuert das für Außenstehende immer wieder wirkt. Dazu vergleiche man auch den heute im Spiegel erschienenen Artikel über die Beta-Blogger.

[Updates/ Reaktionen zur SPIEGEL-Story hier, hier, hier und hier.]

Mein Appell: Bitte mal alle wieder schön Metadiskutieren. Ich finde es ist mal wieder Zeit für die Grundsatzdebatte über Schein und Sein, Anspruch und Wirklichkeit von der kleinen Bloggergemeinde. Na, wie wärs?

Einen Punkt aus Don Dahlmans Beitrag will ich in dem Zusammenhang herausgreifen. Unter Punkt 2 schreibt er:

Wenn es wenige Blogs gibt, dann müssten sich die wenigen doch eigentlich enger zusammenschließen. Das Gegenteil ist aber der Fall. Es gibt seltenen Kooperationen in inhaltlichen Dingen, noch seltener kommt es vor, dass zwei Blogger gemeinsam eine/n Geschichte/Story/Artikel schreiben oder sich die Recherche teilen. Es gibt Blogs, die von einigen Autoren betrieben werden, die auch eine Art redaktionelles System durchlaufen (spreeblick.de). Meist ist es so, dass jeder vor sich hinschreibt und eine gegenseitige Unterstützung nur über Kommentare oder Trackbacks stattfindet. Jeder kocht sein Süppchen und will oft dabei auch nicht gestört werden. Es gibt dabei aber doch einige positive Erlebnisse, wie bei der gemeinsamen Anstrengung in Sachen „Vorratsdatenspeicherung“ im letzten Jahr. Es ginge also. Das so wenig gemeinsam passiert, hat auch etwas mit der Unübersichtlichkeit der Blogszene zu tun. Selbst alten Hasen und RSS-Fanatikern fällt es schwer, den Überblick zu behalten.

Wie könnte man hier Abhilfe schaffen? Würde diese Abhilfe überhaupt Sinn ergeben? Ich finde auch, dass Aktionen wie die zum Thema Vorratsdatenspeicherung zeigen, dass man ein Thema besetzen und in bescheidenem Maße „groß“ bloggen kann. Das geht aber in der Tat eher durch gemeinschaftliche Aktionen, an die sich andere dran hängen können, als durch eine Menge von Einzelaktionen.

Gleichzeitig setzt eine „konzertierte“ Aktion voraus, dass es erstens ein als relevant erachtetes Thema gibt und zweitens eine einigermaßen konsensfähige – oder sagen wir lieber diskursfähige – Position dazu. Beim Thema Vorratsdatenspeicherung zeigte sich meiner Meinung nach gut, welche Lücken Blogs in Relation zum „professionellen“ Journalismus füllen können und wie wiederum Journalisten daraus lernen können.

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Steffen Büffel

Steffen Büffel

ist freiberuflich als Medien- & Verlagsberater, Trainer und Medienwissenschaftler tätig. Schwerpunkte: Crossmedia, Social Media und E-Learning. Seine Blogheimat ist der media-ocean. Außerdem ist er einer der Gründer der hardbloggingscientists.

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