iSlate, must-have oder heiße Luft?

Apple Fragen über Fragen

Apple ist bekanntlich ein wahrer Mythos. Ein Mythos, der aber seine Ecken und Kanten hat. Ich selber bin bekennender Apple User, doch frage ich mich mittlerweile auch immer öfter, sind die Produkte ihr Geld wirklich wert? Natürlich ist man erst einmal sehr gespannt, wenn Apple wieder etwas Neues ankündigt. Aber die Frage sei erlaubt: Geht es wirklich um ein gutes, neues Produkt?

Vor allem, da das iSlate etwas sein soll, das nach Zukunftsmusik klingt, die so neu jedoch gar nicht ist. Denn Tablet PCs gibt es ja bereits. Apple ist bekannt dafür, dass die Produkte wirklich gut aussehen und auch sehr anwenderfreundlich sind. Doch muss ich wirklich sagen, dass mich der Preis, den Apple für das iSlate angeblich verlangen soll, ein wenig schockiert hat. Die Jungs von Basic Thinking hatten ja vor einiger Zeit darüber berichtet. Ende Januar soll es soweit sein. Wahrscheinlich wird Steve Jobs dann wieder alles zusammentrommeln, was Rang und Namen hat und die genau so verrückt nach neuen Appleprodukten sind wie viele von uns. In den ersten Reihen werden wieder die Kinnladen runterfallen und gestandene Männer und Frauen werden sich wie die kleinen Kinder  vor dem Weihnachtsfest benehmen.


Und das alles nur für ein Gerät, dass wieder für Gesprächsstoff im heimischen Wohnzimmer sorgen wird. 10-11 Zoll, die die Sinnfrage herausfordern. Aber schauen wir uns mal an, was dass iSlate eigentlich sein wird. In der Gerüchteküche wird ja schließlich viel gemunkelt und vor allem auch viel diskutiert. Es soll es ja Dokumente geben, die uns zeigen, was das iSlate alles kann und was in ihm drin steckt. (Quelle: Areamobile News) Laut dieser Angaben, soll in dem Modell soll sogar ein Projektor (Minibeamer) integriert sein, was sehr unwahrscheinlich ist. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Apple so etwas integrieren würde, auch wenn es natürlich sehr interessant wäre. Außerdem sind ein 2,26 Gigahertz schneller Intel Core 2 Duo Prozessor, 2 Gigabyte Arbeitsspeicher und eine 120 Gigabyte große Festplatte mit SATA-Anschluss vorgesehen. In meinen Augen ist das wenig sinnvoll, da man es dann wahrscheinlich nicht mehr in der Hand halten kann, da es muckelig warm werden könnte.

Wahrscheinlich handelt es sich bei diesen Quellen, doch nur um Informationen, die Traffic auf einer Seite generieren sollen. Denn wenn so ein Dokument wirklich raus gekommen wäre, dann hätte Apple wahrscheinlich schon längst was unternommen. Vermehrt konnte man auch schon lesen, dass das iSlate wohl eher einem MacBook, als einem iPhone ähneln wird. Es soll natürlich komplett per Finger über Touchscreen bedient werden. In meinen Augen ein Manko. Warum? Bei meinem iPhone gibt es eine Sache, die mich wirklich stört: Natürlich ist der Touchscreen und die Berührungsempfindlichkeit weitaus besser als bei vielen andere Geräten, die ich kenne, doch jedes mal, wenn ich mein iPhone bedient habe, gibt es da diese hässlichen Schlieren und Fettflecken. Der Screen scheint auch nicht bei allen lange zu halten. Ein Problem, dass mit Sicherheit auch schnell bei dem iSlate auftreten wird.

Der Hype, der mittlerweile darum entstanden ist, ist natürlich riesig. Wenn man Apple iSlate eingibt, erschlagen einen knapp 7 Millionen Suchergebnisse. Da würden sich viele freuen, wenn ihre zukünftigen Produkte bereits heute so viele Suchtreffer erzielen würden. Doch die Frage wird sein, ob Apple sich mit diesen Tablet PC am Markt wirklich durchsetzen kann. Auf der Windowsplattform hat es bis dato niemand geschafft, einen Tablet PC erfolgreich in den Markt zu drücken. Ein großer Vorteil wird natürlich sein, dass Apple eine andere Positionierung im Markt einnimmt. Im Bereich Trend und Design kann Apple keiner etwas vormachen – auch nicht beim Marketing. In meinen Augen ein Plus, das man nicht wegdiskutieren kann. Doch dir Frage wird sein, ob es wirklich alltagstauglich sein wird. Am 7.1.2010 hat der Microsoft-Chef Steve Ballmer die neueste Generation von Tablet PCs mit Microsofts Windows 7 vorgestellt. Und ihr werdet es kaum glauben, aber die Geräte von Microsoft/HP hören auf den Namen „Slate“. (Quelle: FAZ – CES in Las Vegas). Insgesamt waren es drei Rechner die vorgestellt wurden. Ich sage extra Rechner, da durch die Verwendung von Windows 7 auf jeden Fall mehr Geduld vonseiten des Nutzers nötig ist. Für mich ein Manko bei jedem Tablet PC. Da muss es schnell gehen und der Datenzugriff und Menuwechsel muss sofort stattfinden. Ballmer sprach von einer neuen Kategorie von PCs:

„Portabel wie ein Handy. Leistungsstark wie ein PC, auf dem Windows 7 läuft. Diese PCs werden die Möglichkeiten von Windows 7 ausschöpfen, was Funktionen wie berührungsempfindliches Display und Mobilität betrifft. Sie sind besten geeignet, um zu lesen, im Internet zu surfen oder Unterhaltung für unterwegs mitzunehmen. Slate PCs werden in diesem Jahr auf den Markt kommen.“ Fragt sich nur wann. Wenn es wirklich so sein wird, dann war Microsoft in meinen Augen wirklich pfiffig, vor allem mit dem Namen, den sie vorgestellt haben. Denn wenn Microsoft es Slate nennt, dann kann ich mir schwer vorstellen, dass Apple es iSlate nennen wird. Ein Punkt, der die Sache bestimmt nicht einfacher machen wird. Aber man kann sich drauf verlassen, wenn Apple mit einem Tablet PC erscheint, dann werden sie mit Vollgas in den Markt drängen. Ob die Menschen dann statt eines Netbooks einen Tablet PC kaufen, steht in den Sternen. Die Tastatur ist ein per Gewohnheit erworbenes Werkzeug. Werden die Nutzer gerne drauf verzichten, wenn „Apple“ am Computer steht?

Weiterhin gibt es da natürlich auch noch Tablet PCs wie Ende und Mitte letzten Jahres das besagte Crunchpad. Es wurde ein großer Hype darum aufgebaut, bis das Projekt dann Anfang Dezember fast eingestellt wurde. Jetzt wird es ohne TechCrunch und Michael Arrington verkauft. Für viele war es schon die besagte Zukunftsmusik, von der wir am Anfang geredet haben. Das CrunchPad sollte 300 US-Dollar kosten, ein 12-Zoll-Display haben und unter 2 Zentimeter flach sein. Doch am 30. November verfasste  der Projektgründer Arrington einen Blog-Eintrag, der vielen die Vorfreude wieder nehmen sollte. Er zitiert eine E-Mail des Chefs von Fusion Garage Chandra Rathakrishnan, wonach Fusion Garage Entwicklung, Herstellung und Vertrieb des CrunchPad selbst übernehmen wolle, ohne TechCrunch. Für viele war es natürlich sehr deprimierend, was man aber auch voll und ganz verstehen kann. Für mich war es ein äußerst ungünstige Entscheidung, einen der weltweit bekanntesten Blogs aus der Projektentwicklung herauszunehmen. Diesen Kommunikationskanal hätte man meiner Meinung nach sehr gut nutzen können. Wie man auch noch weiter lesen konnte, kam es auch noch viele Diskussionen und Verhandlungen. JooJoo soll das CrunchPad nun heißen und es sollte am 11.12.2009 auf den Markt gekommen sein. Bisher gibt es dazu keine verläßlichen Angaben. Es könnte ebenso wie das CrunchPad über einen 12,1 Zoll großen Touchscreen, 4GB Solid State Disk, einen Beschleunigungssensor, eine ausreichende Grafikkarte für HD Videos (NVIDIA Ion) und keine physischen Schalter außer dem Einschaltbutton. Das JooJoo soll um 499$ kosten. Klingt spannend.

Natürlich ist das iSlate bis dato nur ein Gerücht, bei dem noch keiner weiß, ob es wirklich kommt. Am 7.1. bin ich dann noch über eine ganz nette und zu gleich amüsante Headline beim Abendblatt gestoßen. „Der iSlate kann fast alles außer Kaffee„. Getreu dem Motto, es gibt für alles eine App, wird man das wahrscheinlich auch bei dem iSlate erwarten. Auch beim Abendblatt hat man sich sehr viel Mühe gemacht, und 10 Thesen aufgestellt, warum man das iSlate denn besitzen muss. Doch in meinen Augen gibt es gerade in diesen Thesen auch ein paar Punkte, die gerade gegen ein iSlate sprechen würden. Es ist natürlich ein neues Design, dass irgendwie anziehend wirkt und man doch irgendwie haben möchte.

Doch für mich ist der primäre Punkt bei allen Dingen, ob der Preis gerechtfertigt ist. Denn als ich gestern über den nächsten Artikel von Basic Thinking gestoßen war, kam ich noch mehr ins Grübeln. „Das Apple Tablet soll 347 Dollar in der Herstellung kosten“ Es gibt Unternehmen, die haben wahrscheinlich noch größere Gewinnspannen in ihren Produkten, aber trotzdem finde ich, ist das eine heftige Hausnummer. Denn in Euroland werden wir dann nicht mit den 1000 Dollar auskommen.  Die besagte Summe stammt vom Wall Street Journal, die angeblich erfahren haben, welches Unternehmen als Zulieferer involviert ist, und was die Bestandteile kosten werden. Natürlich kann ich diese ganzen Gerüchte und Diskussionen darüber verstehen, doch stellt sich mir zum Schluss immer noch die Frage, wird das iSlate, oder wie es auch immer heißen wird, seinen Preis wert sein?

Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber wenn es nach mir geht, sieht es so aus, als ob man die Hülle eines iPhones genommen hat, diese etwas vergrößert, und dann einige Bestandteile eines MacBooks und iPhones integriert. Ich bin mit Sicherheit genauso gespannt wie viele von Euch, wenn es denn dann wirklich auf dem Markt ist, aber trotzdem kann ich für mich sagen, dass ich wahrscheinlich erst einmal verzichten werde. Trotzdem würde es mich sehr interessieren, wie ihr es seht und was ihr meint. Würdet ihr es Euch kaufen, oder hat die ganze Sache noch Zeit?


Und woran erkennt man nun einen guten touchscreen?


Moto erklärt es uns:

André Paetzel

André Paetzel

ist 21 Jahre jung und seit 2007 als Blogger unterwegs. Zurzeit macht er eine Ausbildung in der Werbebranche und schreibt auf seinem Blog LogoLook über Logos, ihre kreativen Schöpfer und die Unternehmen, die dahinter stehen.

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