Interview: Roland Suckow, der Webmaster-4you

screenshot webmaster4you

Roland Suckow ist der Webmaster-4you. Seit einiger Zeit schwirrt der Link zu seiner Website durch’s Netz und wird mal belächelt, mal bestaunt. Dem Stereotypen vom hippen jungen Webdesigner entspricht er so gar nicht. Im Email-Interview beantwortet er einige unserer (und eurer) Fragen.

Blogpiloten (BP): Du bietest Webdesign als Dienstleistung an. Wie bist du dazu gekommen und wie lange bist du schon dabei?

Roland Suckow (RS): Ad 1. Vor 10 Jahren habe ich als Ruheständler mit Microsoft-FrontPage und Flash von Macromedia begonnen, hauptsächlich eigene Websites zu erstellen. Mittlerweile habe ich 16 eigene Seiten. Meine Dienste als Webdesigner für Kunden biete ich seit 3 Jahren an. Anlaufstelle ist www.webmaster-4you.de.

BP: Du bietest einige Dienstleistungen an, die weit über das hinaus gehen, was Webdesigner normalerweise anbieten (Green Screen etc). Wie schaffst du das alles?

RS: Zur Green Screen-Technik. Ich habe mir Adobe Production Studio zugelegt, um mir meinen Lebenstraum zu erfüllen: sämtliche Rollen im Faust persönlich auf einer virtuellen Bühne zu spielen. Dafür brauchte ich vor allem After Effects. Der Ablauf ist folgender: mit einer Videokamera wird jeder Faust-Darsteller vor einem grünen Hintergrund gefilmt. Der Hintergrund wird anschließend in AE transparent gemacht, wodurch der Darsteller freigestellt wird. Er kann nun vor jeden beliebig anderen Hintergrund gesetzt werden. In der Szene Auerbachs Keller zum Beispiel sitze bzw. stehe ich gleichzeitig 6 mal auf der Bühne. Green Screen, eine hervorragende Technik, die auf professionell gestalteten Seiten häufig angewendet wird. Siehe z.B. Volvo.

BP: Da draußen gibt es viele Scharlatane, die Webdesign teuer anbieten, aber eigentlich keine professionellen Designer sind. Was sagst du dazu?

RS: Was soll ich dazu sagen. Meine Erfahrungen sind andere. Ich bin z.B. im Flashforum Sascha Wolter, Matthias Kannengießer und einer Reihe von Flashern begegnet, von denen ich eine Menge gelernt habe. Ob jemand was drauf hat, kriegt man schnell raus, wenn man mit ihm spricht.

BP: Du arbeitest stark mit Flash-Technologie. Flash wird oft vorgeworfen, nicht so zugänglich zu sein wie andere Technologien. Warum setzt du trotzdem auf Flash?

RS: Flash hat sich von einem Animationsprogramm zu dem Standard für Websites entwickelt. Ich möchte Flash nicht missen. Es gibt jede Menge Literatur und Tutorials zu Flash. Etwas zeitaufwändig, aber es lohnt sich. Nur ein Beispiel: das Flash-Videoformat .flv ist für das Web ein Riesenfortschritt. Eine .avi-Datei muss erst ganz geladen werden, um abgespielt werden zu können. Für eine Website oft tödlich. Das Flashvideo ist ein Streamingvideo, das sofort angespielt wird, und im Hintergrund nachlädt. Übrigens: Flash und After Effects ergänzen sich hervorragend. Ich lasse Flash die in After Effects erzeugten Video-avi.Dateien in .flv-Dateien umwandeln und mit einer Flash-Videokonsole mit Unterbuttons – mit denen man einzelne Szenen in dem Film anspringen kann – abspielen. Alles klar? Wenn nicht, siehe Beispiel: www.faust-4you.de. Insgesamt 6 Stunden Flash-Videofilme im .flv-Format.

BP: Auf welche Auftragsarbeit bist du besonders stolz?

RS: Ich könnte mehrere nennen. Z.B. die für einen Arzt, oder die für einen Allgäuer Ferienhof, oder die für einen gemeinnützigen Verein.

BP: Kempten liegt etwas ab vom Schuss. Welche Rolle spielt dein Aufenthaltsort heutzutage als Web-Arbeiter?

RS: Geografisch stimmt das schon. Ich wohne noch weiter vom Schuss, nämlich dort, „wo der Hund verfroren ist“ – wie meine Frau sagt. Aber mit den heutigen Kommunikationsmitteln in einer globalisierten Welt ist das überhaupt kein Problem: E-Mail, Handy, SMS …

BP: Wohin geht die Entwicklung im Webdesign, welche heißen Trends siehst du im Netz?

RS: Was weiß ich? Aber ich meine, vom Inhalt her sind reine Textlangweilerwüsten out. Es wird bestimmt noch bunter mit Bildern und Sounds. Vor allem Videos werden das Web lebendiger gestalten. Den Webdesignern wird es an den Kragen gehen, weil immer mehr erschwinglichere Programme auf den Markt kommen, mit denen sich ein Laie schnell und billig eine eigene Website bauen und selber pflegen kann, um seinen Freunden Fotos und Videos vom Urlaub zu zeigen.

BP: An was arbeitest du gerade, worauf können wir uns freuen?

RS: Cäsar und Hamlet. Links zu diesen zwei eigenen Websites via www.webmaster-4you.de. Ob Ihr Euch darüber freuen könnt, ist Geschmacksache. Ich bin halt auf die Literatur-Klassiker Goethe und Shakespeare abgefahren. Übrigens: mein Faust kommt auch bei jungen Leuten gut in YouTube an. Ich habe dort eine Kurzfassung meines Faustprojekts mit 27 Einzelseiten geparkt.

BP: Wo erfahren wir mehr von Dir?

RS: Geht zu www.faust-4you.de, Seite „private“, oder www.stammbaum-grimm-suckow.de. Oder fragt meine Frau – oder besser doch nicht.

Blogpiloten-Leserfrage (BPL): Wann hast du angefangen zu programmieren und was hast du vorher beruflich gemacht?

RS: Programmieren ist nicht meine Stärke. Meine Kenntnisse in HTML, Java und XML sind eher rudimentär. HTML wende ich für Metatags, Java für Datum und Uhrzeit, XML für ausgelagerte Text-Dateien an. Mit ActionScript, der Programmiersprache von Flash, kenne ich mich etwas besser aus. Was ich vorher gemacht habe? Siehe oben.

BPL: Wieviel hat dir Jimdo für die Werbung gezahlt und gab es noch andere Angebote?

RS: [Keine Antwort, Anm. d. Red.]

BPL: Wie hoch war der Traffic Peak, als der Link zu deiner Seite getwittert wurde? Hat dich das plötzliche Interesse überrascht?

RS: Sorry, mit Statistiken habe ich nicht viel am Hut. Die von wem auch immer plötzlich losgetretene Interesse-Lawine für meine Sites und Person hat sich bereits vor Twitter über mich ergossen und angenehm überrascht-erfrischt. Aber das wird sich wohl bald geben. Ich halte es mit Hans Albers, dem Hamburger Idol und Sänger ohne Stimme: Es geht alles vorüber, es geht alles vorbei …

BP: Vielen Dank für das Interview!

Bildquelle: Screenshot von www.webmaster-4you.de

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Peter Bihr

Peter Bihr

war Netzpiloten-Projektleiter von 2007-2010. Heute hilft er als freier Berater Unternehmen, ihre Strategien erfolgreich ins Netz zu übertragen. Über Social Media und digitale Kultur schreibt und twittert Peter auch privat unter TheWavingCat.com.

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