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Wie IBM das Internet Of Things voranbringen will

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Doch wie smart ist es eigentlich, per Smartphone einen Taster zu ersetzen? Sollte es nicht intelligentere Lösungen mit innovativeren Funktionen geben? “Ja”, sagt Thorsten Schröer, Director Electronics Industry Leader bei IBM Europe, mit dem Netzpiloten-Autor Jonas Haller am Rand der Messe über aktuelle Entwicklungen und Visionen des Plattform-Partners sprechen konnte.

In Zeiten von schnellen Datennetzen ist smarte Heimelektronik das große Thema der Stunde. Viele Hersteller versuchen ihre Produkte intelligent zu gestalten und an das Internet Of Things (IoT) anzukoppeln. Doch die einfache Heimvernetzung ist nur der erste Schritt. IBM hat sich deshalb bereits 2007 zur Aufgabe gemacht, eine Plattform für Unternehmen in der Cloud bereitzustellen. Dazu haben sich die IT-Experten zuletzt den Chip-Hersteller ARM ins Boot geholt, um insgesamt noch effizienter arbeiten zu können. Elektronikhersteller können so auf die IBM-eigene Entwicklerumgebung IBM BlueMix zugreifen und darauf ihre eigenen Systeme programmieren.

Der Clou dabei ist, dass durch die Standardisierung eine Kompatibilität der Geräte untereinander gegeben ist und so das Prinzip der herstellereigenen Ökosysteme ausgedient hat – IBM selbst spricht von Device Democracy. Die Hersteller müssen also keine Entwicklungskosten in die eigentliche (Vernetzungs-)Technik stecken, sondern können in differenzierende Features und Funktionen investieren, die Kunden anschließend einen größeren Mehrwert bieten – und sie im Endeffekt überzeugen, in neue Geräte zu investieren.

Remote-Wartung: Besserer Service durch die “Economy of Things”

Als Beispiel für clevere IoT-Lösungen sind einfache Remote-Fehlerbehebungen bei Küchenelektronik oder sogenannter “Weißer Ware” zu nennen. Sensoren überwachen in Echtzeit den Zustand des Gerätes und können bei einer Abweichung vom Regelbetrieb schnell die Initiative ergreifen – gegebenenfalls Probleme gar selbst beheben. Helfen die online hinterlegten Daten nicht weiter, können Servicemitarbeiter des Herstellers schnell und unkompliziert eine Fernwartung per App durchführen. Eine neue Form der kostensparenden und sicheren Kundeninteraktion ist so möglich, um gemeinsam mit der Produktivität die Lebensdauer der Geräte zu erhöhen.

IBM selbst spricht dabei von der “Economy of Things”, die neue Märkte erschließen lässt. In einer entsprechenden Studie einiger Wissenschaftler des IBM Research Institute sowie der Oxford Economics New York und London wird deutlich, dass diese neue Form von Dienstleistungen einen Teil der digitalen Transformation darstellen, die die Gesellschaft erwartet. Unternehmen können den Lebenszyklus ihrer Produkte in Zukunft zwar besser nachvollziehen und bei Problemen schnell reagieren, müssen mit diesen Informationen jedoch auch neue Werte schaffen – Stichwort Monetarisierung. Ebenso ist die Frage noch nicht geklärt, wie die Software der Geräte aktualisiert wird und welche Konsequenzen das haben wird. Hier befinden sich ganze Wirtschaftszweige noch am Beginn eines langen Weges.

Sicherheit ist oberste Priorität

Besonders hohen Wert legt IBM dabei auch auf die Sicherheit der Verbindung. Laut Schröer sind die genutzten Server in Deutschland stationiert und unterliegen so komplett der deutschen Gesetzgebung. Der Konzern sieht dabei nicht nur die Netzwerk-Sicherheit als eines seiner Schwerpunktthemen, für das umfassende Security-Konzepte sowie Lösungen entwickelt und angeboten werden. Bei der Lösung von IBM verbleiben die verwendeten Daten zu jedem Zeitpunkt strikt Eigentum des Kunden.

Doch IBM agiert nicht nur als Techniklieferant: Das Unternehmen wagt sich auch selbst in die Gefilde des Smart Home und stellte unlängst seinen persönlichen Assistenten Watson als intelligenten Koch vor. Bei einer Demo mit dem Hersteller Miele wurde eindrücklich veranschaulicht, wie sich unser alltägliches Leben schon bald verändern könnte. Das Zauberwort lautet dabei “Cognitive Computing”: Aus einer amerikanischen Web-Bibliothek werden dem System 10.000 Rezepte angelernt. Daraus erkennt Watson, welche Zutaten und damit Geschmacksrichtungen am besten zueinander passen. Anschließend reicht es die Anwendung mit ein paar Zutaten “zu füttern” und Watson kreiert ein eigenes Rezept. In Verbindung mit neuen smarten Öfen, welche die Daten direkt per Web-Anbindung aufgespielt bekommen, wird Kochen so zum Kinderspiel.

Bald alle elektrischen Geräte miteinander vernetzt?

Und wie sieht IBM das Leben mit dem Internet Of Things in zehn Jahren? Die Zukunftsvision des Konzerns ist ein offenes Netzwerk, in dem alle Geräte dezentral miteinander verbunden sind, die Cloud also nur einen kleinen Teil davon darstellt. Intelligente Produkte können mittels peer-to-peer direkt in Verbindung treten und sich bei Problemen gegenseitig helfen und beispielsweise Firmware-Updates austauschen. Bis dahin sol es auch in Sachen Verschlüsselung, Sicherheits-Protokollen und der Skalierbarkeit des Netzwerkes einiges zu tun geben. Die Entwicklung des Internet Of Things kann auch IBM nur erraten, die Richtung scheint aber immer klarer zu werden: Unser Wohnraum wie wir ihn heute kennen, wird sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten drastischer verändern, als wir es uns heute vorstellen können.


Teaser & Image by Jonas Haller


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Jonas Haller

Jonas Haller

studiert zurzeit Leichtbau an der Technischen Universität in Chemnitz. Die technische Vorschädigung tut dem Interesse zum mobilen Zeitgeschehen und der Liebe zur Sprache jedoch keinen Abbruch – im Gegenteil. Durch die Techsite HTC Inside ist er zum Bloggen gekommen. Zwischendurch war er auch für das Android Magazin aktiv. Privat schreibt er auf jonas-haller.de über die Dinge, die das Leben bunter machen.

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