Google Dashboard: Nicht schlauer als zuvor

Es klingt spannend: Google will transparenter werden und hat darum eine Seite aufgelegt, auf der jeder User nachschauen kann, welche Daten Google über ihn ganz persönlich erfasst hat. Google Dashboard heißt dieser frisch gelaunchte Dienst. Google selbst erklärt den Dienst so:

Der Mehrwert von Google Dashboard begrenzt: Wer schön säuberlich auf einer Seite sehen möchte, wie viele Mail–Konversationen, Google Docs und Fotos bei Picasa er gespeichert hat, der wird hier interessante statistische Informationen finden. Ein etwas enttäuschendes Ergebnis – denn welche Google–Dienste man selbst nutzt, kann sich jeder User ja in der Regel selbst beantworten. Praktisch ist allerdings, dass man von der Dashboard–Seite aus die Einstellung aller Google–Dienste über einen direkten Link verändern kann.

Doch der ganz große Transparenz– und Datenschutzwurf, so viel ist klar, ist Google mit dieser Seite nicht gelungen. Wer sich erhofft hat, zu erfahren, welche Suchanfragen Google auf den eigenen Namen zurückverfolgen kann und wie weit diese zurückliegen, der wird enttäuscht – und müsste wahrscheinlich an Google History verwiesen werden (das vielen Datenschutzinteressierten aber noch viel gruseliger ist).

Auch die Frage, welche Infos Google aus den Mails plus Suchanfragen für die Schaltung von Werbung herausfiltert – oder welche Verknüpfungen zwischen den Diensten Google überhaupt herstellt, bleibt leider unbeantwortet.

Golem.de weist außerdem darauf hin, dass Google auch Daten sammelt, die im Dashboard nicht ersichtlich sind:

Google nennt explizit Serverlogs, in denen die Requests samt IP-Adresse, Browsertyp, Browsersprache sowie eines oder mehrere Cookies mit eindeutigen Identifizierungscodes gespeichert werden. Diese Daten werden laut Google aus Gründen des Datenschutzes getrennt vom Google-Account gespeichert und stehen daher nicht über das Dashboard bereit. Zudem werden die Logfiles durch Löschen von Teilen der IP-Adresse anonymisiert und die Cookie-Informationen nach 18 Monaten gelöscht. Auch Daten, die Google über seine Werbesysteme Adsense und Doubleclick generiert, fließen nicht in das Dashboard ein.

Kurz: Google Dashboard ist ein praktisches Tool, um einen Überblick über wissentlich eingegebene Informationen online zu bekommen. Über ungewollte Datenerhebung und Verknüpfungen der Infos aus verschiedenen Google–Diensten bietet das Dashboard aber keine Informationen an – und damit eben auch keine wirklichen Kontroll– und Abwehrmöglichkeiten für den User.

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Meike Laaff

Meike Laaff

(www.laaff.net) lebt und arbeitet als Journalistin in Berlin. Sie ist stellvertretende Ressortleiterin bei taz.de, schreibt für überregionale Zeitungen, Onlinemagazine und produziert Radiobeiträge. Sie betreut zudem das taz-Datenschutzblog CTRL.

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