Fünf Gründe, warum wir die Klimaforschung der NASA brauchen

Würde Präsident Trump tatsächlich die finanzielle Unterstützung der NASA kürzen? Das Thema wurde bereits angesprochen, jedoch nicht von den führenden Wissenschaftlern. Schuld daran sind die Lobbygruppen der fossilen Brennstoffindustrien und die Politiker, die bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten Zweifel säten, Fakten verschleierten oder mit Lügen argumentierten, dass die Menschen nicht der Grund für die signifikanten Klimaveränderungen seien.

Dieser Umstand wird das Trump-Team, das für PR aus Skeptikerkreisen verantwortlich ist, sicherlich ärgern. NASA-Organisationen wie das Goddard Institute for Space Studies und das Jet Propulsion Laboratory haben grundlegende Beiträge zu unserem Verständnis, wie Menschen das Erdklima verändern, erbracht. Und der US-Steuerzahlern hat es bezahlt. Würde man aufhören, die Forschung der Klimaveränderungen der NASA zu finanzieren, wäre, als würde man sich die Finger in die Ohren stopfen und sich ein Liedchen pfeifen. Dem Klima ist die Politik egal, denn es wird weiterhin auf den Ausstoß von Treibausgasen reagieren. Das Einzige, was sich verändern würde, wäre die führende Position der USA in diesem Forschungsbereich, mit dem Risiko, dass nicht nur Amerika, sondern die gesamte Menschheit am Ende als Verlierer dastünde.

Daher sind hier fünf Gründe, weshalb die Kürzung (oder auch die mutwillige Zerstörung) der Mittel für die Klimaforschung der NASA eine außergewöhnliche Dummheit wäre.

1. NASA-Satelliten sind unsere Augen auf unsere Welt

Zurzeit arbeitet die NASA mit mehr als einem Dutzend Satelliten im Erd-Orbit und überwacht die Veränderungen der Ozeane, des Festlands und der Atmosphäre. Ihre Forschungen umfassen die Solaraktivitäten, den Anstieg des Meeresspiegels, die Temperatur der Atmosphäre und der Ozeane, die Ozonschicht, die Luftverschmutzung und Veränderungen im Meer sowie der Eismassen.

Alle diese Faktoren haben einen direkten Einfluss auf den Klimawandel, aber sie stellen auch wichtige Erkenntnisse der verschiedenen Komponenten der Erde selbst dar. Es wurden Milliarden in diese Programme investiert, die Daten produziert haben, die von einer internationalen Wissenschaftsgemeinschaft genutzt werden, um verschiedene erdbezogene Themen zu studieren.

2. Klimaforschung ist ein Schlüsselbereich der Mission der NASA

Wir können die Satelliten vielleicht nicht abstellen, aber wir können die Regierung dazu bringen, die Daten nicht mehr zu nutzen, um die Forschung um den Klimawandel voranzutreiben. Die NASA wurde mit dem „National Aeronautics and Space Act“ von 1958 mit dem Auftrag gegründet, Technologien für die Weltraumbeobachtung zu entwickeln, nicht jedoch für die Geowissenschaften – das war die Aufgabe anderer Bundesbehörden.

Das Model der querfinanzierten Forschung scheiterte allerdings in den 1970er Jahren aufgrund des Finanzierungsmangels. Die Budgets wurden gekürzt und schließlich konnte die die NASA ein paar wisseschaftliche Untersuchungen anhand der Daten durchführen, die sie vorher erstellt hatten. Außerdem wurde angekündigt, dass die Forschung auf „nationale Bedürfnisse“ wie Energieeffizienz, Umweltverschmutzung, Ozonabbau und, ja, auch den Klimawandel ausgerichtet würde. So ist die Erd- und Klimaforschung zu einer zentralen Aufgabe der Behörde geworden, die auch eine weltweit führende Position innerhalb der Problematik innehat.

3. Die NASA hat die Besten der Besten

Die NASA kennt man auf der ganzen Welt – besonders wegen Programmen wie Apollo, das Menschen zum Mond gebracht hat. Aber ihr Ruhm geht weit über das generelle Interesse an der Weltraumfahrt hinaus. Die NASA kann einige der besten Erd- und Klimaforschung vorweisen, weil ihre Programme einzigartige Möglichkeiten der Forschung in enormer Bandbreite bieten. Und sagen zu können, dass man für die NASA arbeitet, ist immer noch ziemlich cool.

Die Klimaforschung nicht weiter zu finanzieren, würde bedeuten, dass viele Forscher, von denen manche gerade am Anfang ihrer Karriere stehen, aus ihren Jobs gedrängt werden würden. Manche würden wohl rasch und mit offenen Armen von Einrichtungen in anderen Ländern empfangen werden – tatsächlich bin ich ziemlich sicher, dass einige Jobangebote bereits auf dem Postweg zu den Wissenschaftlern sind. Für die USA wäre das jedoch ein ziemlicher Verlust.

4. Die NASA hat das Image des Klimawandels verändert

Ein Besuch auf der Klima-Homepage der NASA macht sofort klar, wie viel Einfluss die NASA im Forschunsgbereich zum Thema Erde genommen hat. Das Thema Klimaforschung ist komplex. Die NASA hat zusammen mit anderen US-Agenturen wie der National Oceanic and Atmospheric Administration einzigartige Darstellungen des Klimawandels veröffentlicht. Diese werden von anderen Agenturen und Kommunikatoren auf der ganzen Welt genutzt. Auf diese Weise werden das Profil und die Reputation der NASA und den USA als führende Wissenschaftler gestärkt.

5. Die Klimaforschung könnte das nächste große Vermächtnis der NASA werden

Es ist recht leicht, die NASA-Missionen zu verklären. Die Apollo-Mission war definitiv eine beeindruckende Leistung. Doch während US-Astronauten den Mond ‚für die gesamte Menschheit‘ besuchten, sollten wir uns daran erinnern, dass der Wettlauf ins All im Kalten Krieg durch die UdSSR mit vorangetrieben wurde. Die Tatsache, dass die Menschen danach nie wieder zum Mond zurückkehrten, sollte uns verdeutlichen, dass dort bei gelegentlichen Besuchen wohl einfach nicht sonderlich viel zu holen ist.

In Bezug auf das Vermächtnis denke ich, dass Eugene Cernan, der Leiter der Apollo 17-Mission und somit der letzte Mensch, der auf dem Mond war, es am besten zusammenfasste: „Wir sind aufgebrochen, den Mond zu erforschen, und tatsächlich entdeckten wir die Erde.“

Ein Besatzungsmitglied der Apollo 17 war es, das das Foto mit der Kenung AS17-148-22727 machte, als sie am 7. Dezember 1972 den Orbit verließen. Dies war das Foto, das später unter dem Namen „Blue Marble“ bekannt wurde. Das Bild wurde zu einem der meistkopierten Fotos der Geschichte. Seit das Bild aufgenommen wurde, fanden auf der Erde enorme Veränderungen statt. Mittlerweile leben dort doppelt so viele Menschen, die Zahl der Wildtiere hat sich halbiert. Der CO2-Gehalt in der Atmosphäre ist höher als in den tausenden Jahren zuvor. Und tatsächlich haben sich die Erdoberfläche und die Ozeane erwärmt, die Gletscher schmelzen und der Meeresspiegel steigt.

Wie alle anderen Bilder der NASA wurde auch „Blue Marble“ für die Öffentlichkeit zur freien Nutzung herausgegeben. Die Forschungsergebnisse, die die NASA errungen hat, werden auf die selbe Weise weltweit geteilt. Die Ergebnisse der Erd- und Klimaforschung repräsentiert nicht nur die Höhepunkte der US-Geschichte, sondern die der kompletten Menschheit. Wir brauchen sie jetzt mehr denn je.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Comet landing / Kometenlandung“ by DLR German Aerospace Center (CC BY 2.0)


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James Dyke

James Dyke

ist Dozent für Nachhaltigkeitswissenschaft an der Southhampton Universität in England. Er wirkt zudem als Autor und veröffentlicht regelmäßig wissenschaftliche Abhandlungen und Artikel aus den Bereichen Populärwissenschaft und Ökologie.

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