The Digital Eatery (Image by Tobias Schwarz/Netzpiloten [CC BY 4.0])

Microsoft meets Fashion Week: Eröffnung der IT Couture in Berlin

In seiner Berliner Digital Eatery zeigt Microsoft mit der Ausstellung “IT Couture” neue Trends und Exponate an der Schnittstelle von Mode und Technologie. // von Tobias Schwarz

The Digital Eatery (Image by Tobias Schwarz/Netzpiloten [CC BY 4.0])

Mode kann nicht mehr ohne IT”, erklärt Microsofts Kommunikationsmanagerin Astrid Aupperle zur Eröffnung der Ausstellung “IT Couture”. Im Rahmen der Berlin Fashion Week präsentieren sich bis zum 9. Juli Unternehmen und Startups aus dem Bereich Fashion Tech sowie Jung-Designer in Microsofts eigener Digital Eatery. Neben den Absolventen der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, die hier ihre digital veredelten Kollektionen zeigen, werden auch IT-basierte Retaillösungen vorgesetllt.

Microsoft sucht Anschluss an die digitale Fashionszene

Christoph Seitz ist Leiter der Abteilung “Innovation und Marketing” bei Microsoft Berlin. Mit der Ausstellung möchte das Unternehmen am Standort Berlin als Förderer von Innovationen auftreten, unabhängig ob dafür auch Microsoft-Produkte verwendet wurden, und somit noch intensiver ein Teil der hiesigen Startup-Szene werden. Denn es sind vor allem die Startups, die den nach Innovation dürstenden Modeunternehmen die nötige Dosis an Veränderungen und neuen Ideen verpassen.

Die Modebranche, die wie auch jeder andere Wirtschaftszweig zunehmend von der Digitalisierung betroffen ist, eignet sich dafür hervorragend. Digitalisierung ist für die Mode ein weiterer Kanal, Kreativität auszudrücken und nicht Symptom von Disruption. Mit Smart Wearables, Sensoren und Beacons oder Virtual Shopping Assistants eröffnen sich neue Geschäftsmodelle, ohne das die bisherige Infrastruktur verloren geht.

Analoge Läden werden smarter

Mit Lösungen wie der von AVA Retail, die Harshak Patel vorstellte, können Läden den Wissensvorsprung gegenüber Online-Shops verkürzen. Kunden bekommen beim Betreten des Ladens die Opt-in-Möglichkeit, sich von den Sensoren des Ladens erfassen zu lassen. Damit kann dann analysiert werden, wie sich Kunden an bestimmten Orten im Geschäft verhalten. Steht jemand zum Beispiel vor einem bestimmten Regal, kann auf den nächsten Displays passende Werbung gezeigt werden oder durch einen Videochat eine Hilfestellung angeboten werden.

Intelligente IT-Lösungen im Retail-Geschäft werden sehr bald Standard in der Modebranche sein”, erklärt Christoph Seitz. Anwendungen wie die Laufwegeanalyse der Kunden mit Kinect Sensoren oder dem WiFi ist ein ausgewähltes Beispiel dieser Entwicklung. Manche Kunden werden die aus dem gesammelten Wissen entstehende Service-Angebote zu schätzen wissen, andere werden sich an der Überwachung, diplomatisch ausgedrückt Monitoring, der Kunden stören. Wie smart das Einkaufen werden darf, muss langsam gesellschaftlich diskutiert werden. Die technologischen Möglichkeiten sind schon da.

Verbindung von Fashion und Technologie

Neben den zu Microsoft natürlicher passenden IT-Lösungen sind auf der “IT Couture” auch rund 20 Exponate ausgestellt, wie zum Beispiel das “Lucy In The Sky With Diamonds” genannte LED-Ballkleid des Berliner Fashion Tech Startups ElektroCouture, das Verena Schoch in dem von uns getwitterten Video vorstellte. Die Designerin Esther Zahn stellte ein Kinderkleid mit Sound-Sensoren aus, das per Berührung Musik abspielt. Das Unternehmen kontor.apart demonstriert den Entwurf und die Herstellung von Schmuck und Kleidung mit 3D-Druck-Technologien.

Auf dem von der Modebloggerin Kiki Albrecht moderierten Panel “IT Couture? Fashion goes digital!” betonte Dr. Stefan Franzke, Sprecher der Geschäftsführung von Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie, den Standortvorteil Berlins für die Fashion-Industrie, die schon jetzt über 3.500 und über 500 Neugründungen jährlich verzeichnet: “Fashion funktioniert nicht ohne IT: Digitalisierung ist für Mode-Unternehmen inzwischen noch wichtiger als eine Nähmaschine.” Lisa Lang von ElektroCouture und Karoline Grosse von DaWanda betonten den aus der Technik-Ecke kommenden Maker-Geist, mit dem man die Entwicklung für sich nutzen kann und sich mit einem eigenen Geschäftsmodell auf dem Markt positionieren kann.

Panel (Image by Tobias Schwarz/Netzpiloten [CC BY 4.0])
Panelgäste: Karoline Grosse (DaWanda), Lisa Lang (ElektroCouture), Hartmut Walter (Walter & Partner), Kiki Albrecht (Fashion Bloggerin), Xenia Giese (Microsoft) und Dr. Stefan Franzke (Berlin Partners)

Die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung vergibt im Rahmen der Ausstellung am 8. Juli den Berlin Award Wearable IT / Fashion Tech durch Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer. Als Teil der “IT COUTURE – The Fashion & Technology Exhibition” werden die Wearables der Nominierten im Anschluss auf der Ausstellungsfläche präsentiert. Am 9. Juli findet das Berlin Wearable Technology Meetup in Zusammenarbeit mit dem Wear IT Festival Berlin in der Digital Eatery von Microsoft Berlin statt.

Die IT COUTURE – The Fashion & Technology Exhibition ist vom 7. bis 9. Juli täglich von 9.00 bis 19.00 Uhr geöffnet. Ausstellungsort ist Microsoft Berlin, Unter den Linden 17, 10117 Berlin. Der Eintritt ist frei. Fashion Week Besucher haben die Möglichkeit, sich per Bike-Taxis vom Brandenburger Tor direkt zu Microsoft Berlin fahren zu lassen.


Teaser & Images “The Digital Eatery” and “IT Couture Panel” by Tobias Schwarz/Netzpiloten (CC BY 4.0)


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Tobias Schwarz

ist Coworking Manager des St. Oberholz und als Editor-at-Large für Netzpiloten.de tätig. Von 2013 bis 2016 leitete er Netzpiloten.de und unternahm verschiedene Blogger-Reisen. Zusammen mit Ansgar Oberholz hat er den Think Tank "Institut für Neue Arbeit" gegründet und berät Unternehmen zu Fragen der Transformation von Arbeit.

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