Ein Blick auf Corporate Blogs

Kaum ein Web 2.0-Unternehmen kommt ohne sie aus. eCommerce-Unternehmen entdecken sie als Kommunikationsinstrument. Und Freiberufler nutzen sie zur Darstellung ihrer Fertigkeiten. Corporate Weblogs trifft man vermehrt an. Doch: Warum? Und lohnt sich das eigene Firmen-Blog?

Weblogs sind eine Welt für sich. Wie in der literarischen findet man hier Kontinene und unzählige Inseln.
So gibt es verschiedene Formen – Text, Audio, Video -, Genres und Themen. Bei den Genres unterscheidet man Tagebücher, Event-Blogs, Themen-Blogs und einige mehr. Und Themen –  da gibt es ebenso unendlich viele wie Gesprächsthemen auf der Straße. Vom IT- über eCommerce-, hin zum Entertainment-, Familien- und Strickblog. Themenwelten gibt es derlei viele, dass die Auswahl der lesenswerten Weblogs ab und an schwer fällt.

In den letzten Monaten wächst unter aufmerksamer Beobachtung ein Genre mit Konfliktpotential rasant an: Die „Corporate Blogs“, jene Weblogs also, die von Unternehmen geführt werden. Sie sollen Kompetenz gegenüber Kunden zeigen und Kommunikation mit den Nutzern fördern.
Für Web 2.0-Unternehmen gehört ein Corporate Blog zum guten Ton. Mit kaum einem anderen Tool lassen sich effektiver die „Tugenden“ von Web 2.0 abbilden: Offenheit, Persönlichkeit und Vernetztheit mit den eigenen Nutzern.

Weblogs sind mehr denn nur „Logbücher“. Sie haben sich bei Unternehmen und Freischaffenden als Kommunikationsinstrument bewährt. Nicht nur intern bloggen große US-Unternehmen wie Microsoft, Java oder Google. Auch europäische Unternehmen entdecken die Vorteile, die ein Weblog bietet: Ist es doch eine einfach zu handhabende Kommunikationsschnittstelle. Ein internes Weblog hat beispielsweise Siemens und Mitarbeiter von SAP, BMW oder dem Versandhandel OTTO bloggen ganz offiziell für die Öffentlichkeit.

Dem Mittelstand bieten Weblogs eine Möglichkeit, mit Kunden in einen Dialog zu treten und auf sich aufmerksam zu machen. So gewinnt man nicht nur direktes, wertvolles Feedback sondern baut auch eine persönliche Beziehung oder zumindest Sympathie auf. Und Sympathie ist ein Wert, der im Marketing immer bedeutender wird.

Unternehmensblogs können also funktionieren. Müssen sie allerdings nicht.
Das wichtigste in einem Corporate Blog sind Sympathie und Respekt. Wenn Sie also eines planen: Geben Sie dem Blog ein Gesicht, nehmen Sie Ihre Kunden ernst und schreiben Sie aus Ihrem Unternehmen. Nicht darüber.
Genau das ist, was ein Corporate Blog von Presse- und Marketing-Abteilung unterscheidet. Es verdrängt keinen der bisherigen Kommunikationswege, sondern ergänzt sie. Und: Es ist eine Chance, kein kalkulierbarer Sechser im Kommunikations-Lotto.

Weiterführende Links
Über Corporate Blogs
Ansgar Zerfaß: Corporate Blogs: Einsatzmöglichkeiten und Herausforderungen (PDF, Jan. 2005)

Jörg Petermann: Welche Faktoren machen ein Corporate Weblog erfolgreich? (Nov. 2006)

Julia Amann: Corporate Weblogs – Chance oder Risiko? (Aug. 2005)

Die Top 100 Business Blogs in Deutschland; eine Sammlung deutscher Business- und Corporate Weblogs.

Erfolgreiche Corporate Blogs
Spreadshirt, deutsches Blog
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Payback, Corporate Blog in der Entwicklung
Walther Saftkelterei, Saftblog
Augenmerk, Agenturblog
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OpenBC / Xing, OpenBlog

Thomas Gigold

Thomas Gigold

ist Journalist und Berufsblogger. Blogger ist Gigold bereits seit den letzten Dezembertagen des Jahres 2000, seit 2005 verdient er sein Geld mit Blogs und arbeitete u.a. für BMW, Auto.de und die Leipziger Messe. Selbst bloggt Gigold unter medienrauschen.de über Medienthemen.

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