eBay Kollektionen: Der Marktplatz erhält Schaufenster

Mit der Einführung der sogenannten eBay Kollektionen will das Online-Auktionshaus das Einkaufserlebnis nicht nur inspirativer, sondern auch sozialer gestalten. // von Daniel Kuhn

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eBay ist längst kein reines Auktionshaus mehr – seit einigen Jahren versucht das Unternehmen den Status als Marktplatz auszubauen. Nun fügt eBay mit den Kollektionen eine neue, soziale Komponente hinzu. Kollektionen sind Zusammenstellungen von Artikel zu einem Thema oder Motto, die von jedem Nutzer erstellt werden können. Den Kollektionen und Nutzern kann man folgen und seine Entdeckungen über die sozialen Netzwerke teilen. Erinnert irgendwie an Pinterest mit Kauffunktion.


Warum ist das wichtig? Das Einkaufserlebnis bei eBay ist sehr zeitaufwändig und kann sehr frustrierend sein, wenn man nicht findet, was man sucht. Mit den Kollektionen wird das Angebot durch nutzergenerierte virtuelle Schaufenster übersichtlicher gemacht.

  • Artikel können auf eBay durch den Nutzer in Kollektionen zusammengefasst werden.
  • Kollektionen können über Social Media geteilt werden, außerdem kann man Kollektionen und Nutzern folgen.
  • Das eigentliche eBay-Erlebnis wird um eine neue, übersichtliche Einkaufsmöglichkeit ergänzt.

Der Trödelmarkt wird aufgeräumt

eBay glich am Anfang einem großen Trödelladen. Das riesige Angebot verschiedenster Produkte war ziemlich unübersichtlich, was es allerdings wiederum begünstigte, beim Herumstöbern immer wieder über ein paar Schätze zu stolpern. Spannende, praktische und skurrile Artikel, oder aber eine Rarität, die man schon seit Jahren sucht. Irgendwann hat eBay diesen Trödelladen zum Marktplatz ausgebaut und Händlern ermöglicht, Waren zum Festpreis anzubieten. Nun konnte man entweder schnell den gesuchten Gegenstand erwerben, oder aber sich auf Schnäppchenjagd begeben. Mit den neuen Kollektionen spendiert eBay dem Marktplatz ein paar Schaufenster um ihn noch überschaubarer zu machen.

Nutzer können nun Artikel nach verschiedensten Gesichtspunkten zu Kollektionen zusammenfassen und dem potenziellen Kunden ansprechend verpackt präsentieren. Dieser soll dadurch animiert werden, sich auf einem virtuellen Schaufensterbummel inspirieren zu lassen. Um Inspiration geht es bei den Kollektionen ohnehin sehr stark, wie auf der gestrigen Pressekonferenz zum Start des neuen Features mehrmals betont wurde. Aber nicht nur die Käufer sollen sich von dem Angebot inspirieren lassen, auch die Verkäufer sollen sich inspiriert fühlen, Kollektionen zu allen nur erdenklichen Themenbereichen zu erstellen.

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Zu Beginn stehen bereits mehr als 21.000 Kollektionen bereit – 2.000 davon hat eBay von verschiedensten Trendsettern zusammenstellen lassen. Neben Prominenten aus allen möglichen Bereichen haben auch viele Blogger ihre Lieblingsprodukte in den virtuellen Schaufenstern drapiert. In den USA sind die Kollektionen bereits seit Oktober 2013 aktiv und gibt dort bereits über eine Millionen Kollektionen.

Erweiterung statt Umbruch

Optisch hat sich eBay bei den Kollektionen stark von Pinterest inspirieren lassen. Aber auch der soziale Aspekt findet sich nun deutlich stärker bei eBay wieder. Hat man eine Kollektion gefunden, die man unbedingt auch Freunden zeigen möchte, kann man dies über Facebook, Twitter und eben auch Pinterest teilen. Außerdem kann man einer Kollektion folgen und so immer auf dem Laufenden sein, sollten neue Produkte hinzukommen. Oder man folgt Nutzern, deren Geschmack man vertraut.

Die Bemühungen von eBay, das gewaltige Angebot übersichtlicher zu gestalten, erscheinen durchaus sinnvoll. Der eigentliche Reiz von eBay, das Aufspüren von Schnäppchen und Schätzen aller Art wird bei dem gewählten Ansatz aber nicht beschnitten. Im Gegenteil, die bisherige Schatzsuche wird um einen neuen Bereich erweitert und damit optimiert. Für den Nutzer heißt dies allerdings, dass vermutlich noch viel mehr Zeit bei eBay mit Schatzsuche und virtuellem Schaufensterbummel verbracht wird.


Teaser & Image by eBay


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Daniel Kuhn

Daniel Kuhn

ist Wahl-Berliner mit Leib und Seele und arbeitet von dort aus seit 2010 als Tech-Redakteur. Anfangs noch vollkommen Googles Android OS verfallen, geht der Quereinsteiger und notorische Autodidakt immer stärker den Fragen nach, was wir mit den schicken Mobile-Geräten warum anstellen und wie sicher unsere Daten eigentlich sind. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.

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