Flugtaxis sollen kommen – Hebt der Volocopter schon bald ab?

Für ihre Forderung nach Flugtaxis in Großstädten erntete Digitalstaatsministerin Dorothee Bär vor kurzen reichlich Hohn und Spott – doch fliegende Autos und Flugtaxis nehmen für die Zukunft immer mehr Gestalt an. Zahlreiche Unternehmen basteln bereits an der Verkehrsrevolution in Metropolen. Eines dieser Unternehmen ist E-Volo. Verlagerte sich der Verkehr einst noch durch S- und U-Bahnen unter die Erde, will E-Volo mittels des Volocopter nun die Lüfte erobern und den Shuttle-Verkehr damit auf den Kopf stellen.

E-Volo: Testflug schon geglüct

Das junge Unternehmen E-Volo mit Sitz in der Nähe von Karlsruhe gilt als einer der Pioniere auf seinem Gebiet. Durch mehrere Testflüge erzielte es bereits erste Erfolge und erlangte Bekanntheit. So gelang es E-Volo 2011 den weltweit ersten bemannten Testflug eines rein elektrischen Hubschraubers, dem VC1, zu bewerkstelligen. Zu den Investoren der von Alexander Zosel geleiteten Firma gehören unter anderem Tech-Gigant Intel sowie Automobil-Riese Daimler, welche bereits über 25 Millionen Euro in das Projekt investierten.

Intel-Chef Brian Krzanich absolvierte daher auch den ersten Testflug des Models VC200, welches als Flugtaxi zur Massentauglichkeit aufgezogen werden soll. Auch Daimler baut auf das Vorhaben, zumal der Konzern bereits seit Jahren den Taxi-Verker auf den Straßen größtenteils dominiert.

Was die Flugtaxis können (sollen)

Der Volocopter soll als Flugtaxi bereits in den nächsten Jahren etabliert werden. Dementsprechend weit vorangeschritten ist auch seine technische Ausstattung. Der Shuttle-Hubschrauber soll als eine Art bemannte und autonom fliegende Drohne fungieren.

Angetrieben wird er dabei nicht von einem einzigen großen Rotor, sondern von 18 kleinen Rotoren. Dies macht den Volocopter zu einem Multikopter und im Vergleich zu herkömmlichen Hubschraubern auch noch leiser, effizienter und vor allem sicherer. Zudem soll VC200 eine Geschwindigkeit von 100 km/h, eine Flugdauer von einer Stunde, sowie eine Flughöhe von 2.000 Metern erreichen. Gesteuert wird der Multikopter dabei per Elektroantrieb und Joystick. Auf- und Vortrieb werden durch die Motordrehzahl reguliert, während Lage- und Richtungsregelung automatisch von selbstregulierenden Computern übernommen werden.

Das Flugtaxi hält sich im mittleren Flugraum auf und bietet Platz für zwei Passagiere, wovon einer bis zum autonomen Fliegen allerdings der Pilot sein wird. Dieser wird zudem einen Pilotenschein benötigen, weshalb E-Volo den 450 Kilogramm leichten Volocopter als eine eigene Klasse für Ultraleichtflugzeuge eintragen lassen will. Dies bedeutet eine leichter zu erwerbene Fluglizenz, erfordert allerdings auch eine Genehmigung durch das Luftfahrt-Bundesamt.

Zukunftaussichten für Flugtaxis

Den Wunsch nach fliegenden Autos haben neben Sciene-Fiction-Fans und Pendlern sicherlich einige Menschen. Ein Wunsch wird dies allerdings wohl auch erstmal bleiben. Alexander Zosel glaubt zwar, dass Regierungen und Behörden alleine aus Kostengründen den Weg ebnen werden, dennoch sind durch die Luftfahrt-Ämter noch einige Regularien zu klären.

Flugtaxis dagegen sind eine ernstzunehmende Option für die nähere Zukunft. Dies beweisen nicht zuletzt millionenschwere Investments in der Branche von Google, Uber, Airbus, Skype oder eben Daimler und Intel. Auch E-Volo selber bestätigte bereits konkrete Anfragen mehrerer Metropolen wie beispielsweise Dubai, wo autonomer Verkehr bis 2030 ein Viertel ausmachen soll. Für dieses Vorhaben testet man mittels des Volocopters auch den Luftverkehr. Volocopter hofft dabei auf ein erfolgreiches Langzeitprojekt, welches auch für andere Metropolen zum Beispiel in Deutschland in Frage kommen soll. Die Flugtaxis sind also auf bestem Wege, unsere Mobilität zu revolutionieren und auch bei uns schon bald abzuheben.


sergeysan1 / adobe.stock.com


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Tim Hölger

Tim Hölger

Sein Traumberuf ist Sportkommentator für Fußball, Football, WWE, oder Darts. Als großer HSV-Fan widmet er den Großteil seiner Freizeit Sportmedien von Apps, über Youtube-Kanäle, bis hin zu Zeitungen. Interessiert sich zudem für Musik, Videospiele sowie Spiele-Apps.

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