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„Durchgedreht mit…“ – Gina Schad über ihr Crowdfunding-Projekt

Bereits seit Ende August läuft das neue Interview-Projekt „Durchgedreht mit…“ unserer Autorin Gina Schad, das mittels Crowdfunding finanziert werden soll und unter anderem Künstler zu einem unverfälschten Gespräch einlädt. // von Merle Miller

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Zusammen mit soilfilms und Carta.info ist Netzpiloten.de Kooperationspartner des Projekts “Durchgedreht mit…” von Gina Schad. Bereits fünf Folgen der Video-Interviewreihe wurden veröffentlicht und können auch auf Netzpiloten.de angeschaut werden. Hinter dem Projekt steckt medienfische, welches Gina Schad als studentisches Projektmodul an der Humboldt-Universität Berlin gestartet hatte, und die Videos werden von der Produktionsfirma Soilfilms fertiggestellt – also ein besonderes Teamprojekt, das nun auf Crowdfunding angewiesen ist, um die erste Staffel zu Ende drehen zu können. In einem ebenso unverfälschten Gespräch verrät uns Gina, welche Themen in den Video-Interviews angesprochen werden, wie die Idee zu der Webserie entstanden ist und was sie von anderen unterscheidet.

Merle Miller: Worum geht es bei deinem Projekt „Durchgedreht mit…“?

Gina Schad: Bei „Durchgedreht mit…“ geht es um ein Video-Interviewformat mit Schwerpunkt Kultur und Digitalisierung: Es handelt sich also um ein Kulturformat, bei dem Digitalthemen im Vordergrund stehen. Dabei werden die Interviews in einem Take durchgedreht und auch so im Netz veröffentlicht.

Wodurch wurde die Idee der Interviewserie inspiriert? Was ist das Ziel des Projekts?

Für meinen Blog habe ich in den letzten Jahren zahlreiche Autoren, Regisseure, Aktivisten und Journalisten zum Thema Internet und Gesellschaft interviewt. Das Ziel ist, ein neues Video-Kulturformat zu entwickeln, das sich – im Gegensatz zu den etablierten Kulturformaten, die im Fernsehen ausgestrahlt werden – ausschließlich um Netzthemen dreht. Durch den medialen Wandel nutzen ja immer mehr Menschen das Netz, um ziel- und interessengerichtet Inhalte zu konsumieren. Durch Netzmedien wie YouTube haben sich Sehgewohnheiten geändert; die User haben nun selbst die Möglichkeit, die Inhalte, deren Reihenfolge und den Zeitpunkt zu bestimmen. Auch die Länge der Formate spielt eine wichtige Rolle, weshalb ich ein Kulturformat entwickeln wollte, das mit einer maximalen Länge von 10 Minuten den neuen Sehgewohnheiten, kurze Videoinhalte zu konsumieren, entspricht.

Für wen ist „Durchgedreht mit…“ besonders interessant?

„Durchgedreht mit…“ ist für Menschen gedacht, die sich für Kultur interessieren. Aber auch für Menschen, die sich für den (digitalen) Wandel der Gesellschaft interessieren. Da ich meine Interviewpartner auch immer zu ihren aktuellen Projekten befrage, ist die Interview-Reihe am Ende sicher auch für all diejenigen interessant, die sich von ausgewählten Kulturschaffenden einfach nur unterhalten lassen wollen.

Warum hast du ausgerechnet dieses Format gewählt?

Warum ich ein journalistisches Interviewformat gewählt habe? Mhm. Also ich habe zwischen 2012 und 2014 bereits vierzig schriftliche Interviews für mein Blog medienfische geführt und hatte jetzt einfach mal Lust, etwas Neues auszuprobieren. Das „Durchgedreht mit…“-Projekt ist im Gegensatz zu der schriftlichen Interviewreihe ein Teamprojekt: Maren hat nach ihrem Magisterstudium vier Jahre Filmproduktion in Buenos Aires studiert und kümmert sich um die Produktion. Sie wurde von der Produktionsfirma Soilfilms als Producerin für das Projekt beauftragt. Die Crowdfunding-Kampagne haben wir zusammen geplant und möchten jetzt gemeinsam Geld für das Projekt einsammeln. Teamarbeit hat viele Vorteile: Man kann sich die Arbeit teilen, Feedback geben und hat die Chance, sich gemeinsam zu entwickeln. Gemeinsam zu scheitern. Aber auch gemeinsam etwas zu erreichen.

Was unterscheidet „Durchgedreht mit…“ von anderen Interviewreihen?

Gute Frage. Ich habe schon nach rechts und links geschaut, was andere Blogger-KollegInnen so machen. Und natürlich habe ich mich auch inspirieren lassen. Genauso wie ich andere wahrscheinlich mit meinem Projekt inspiriere. Ich hoffe, niemand nimmt es mir krumm, dass ich jetzt auch Video-Interviews mache. Wer sich jedoch für meine Arbeit interessiert, weiß, dass ich seit einigen Jahren für meinen Blog schriftliche Interviews geführt habe, die sich mit der Gesellschaft und der Digitalisierung beschäftigen. Ich habe mich in meiner Masterarbeit mit der Thematik beschäftigt und auch jetzt forsche ich weiter zu diesem Thema. Vielleicht unterscheidet sich diese Interviewreihe gerade durch den wissenschaftlichen Ansatz von anderen Interviewreihen. Ich kenne jedoch, ehrlich gesagt, auch keine Interviewreihe, die sich mit Kultur und Digitalisierung beschäftigt. Wir wollten ja schon etwas auf die Beine stellen, das es so noch nicht gibt.

Welche Personen werden bei dir interviewt? Gibt es da eine Zielgruppe?

Für „Durchgedreht mit…“ möchte ich eine Mischung aus Künstlern, Politikern und Aktivisten interviewen. Das können z.B. sein: Autoren, Journalisten, Regisseure, Schauspieler, Maler, Sänger, Intendanten.

Und zu guter Letzt für alle, die „Durchgedreht mit…“ toll finden: Wie kann man das Projekt unterstützen?

Unser Projekt kann man noch eine Woche bei Startnext unterstützen. Wir freuen uns über jede Spende, weil uns das zeigt, dass unsere Arbeit wichtig ist!


Teaser & Image by José Luis Cortés González


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Merle Miller

Merle Miller

studiert Medieninformatik an der Fachhochschule Flensburg und schnupperte als Praktikantin bei den Netzpiloten erste Redaktionsluft. Nicht nur das Web 2.0 und Online-Medien begeistern sie, auch das Erlernen von Programmiersprachen findet sie faszinierend. Schon bevor das Internet in jedem Haushalt Einzug gefunden hatte, durchforstete sie das World Wide Web auf einem ruckeligen 56k-Modem und lernte früh die spannende Welt der Online-Medien kennen – von Beepworld bis Wordpress.

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