Die Verdammten – ein ungewöhnliches Browserspiel

…Langsam öffne ich die Augen. Die warme Sonne scheint mir ins Gesicht. Ich blicke mich um. Staub und Sand überall. In der flimmernden Luft zeichnen sich einige Umrisse von Gebäuden ab. Ich wanke auf sie zu, mich fragend, warum ich hier bin und was ich hier soll. Plötzlich fasst jemand meine Schulter. “ Bau dir ein Zelt, schnell. Wir brauchen mehr Verteidigung für die kommende Nacht. Die Zombies werden diese Stadt überfallen…” Da fällt es mir wieder ein: ich muss überleben, mit meinen 39 Mitbürgern. Der Kampf beginnt von vorn. Wie viele Tage werden wir diesmal überstehen…

Angekommen in der postapokalyptischen Welt
Die Verdammten ist ein browserbasiertes Zombie-Survivalgame aus der TWIN MOTION Spieleschmiede. Nach eurer Anmeldung werdet ihr in eine wüstenähnliche Welt hineingeworfen, in der ihr Tag für Tag ums überleben kämpfen müsst. Es fängt alles damit an, dass ihr Teil einer zufällig zusammengestellten 40-köpfigen Stadtgemeinschaft werdet. Ab sofort heißt es, die richtige Balance zwischen den eigenen Bedürfnissen und denen der Gemeinschaft zu finden, um möglichst lange durchzuhalten. Wie gut ihr in der Stadt zusammengearbeitet habt, erfahrt ihr jede Nacht am eigenen Leib. Denn um Mitternacht fallen die Zombies über die Stadt her und versuchen eurer schmackhaften Körperteile habhaft zu werden. Eine halbe Stunde zittern und bangen. Danach könnt ihr im Leichsblatt, der renommierten Stadt-Gazette, nachlesen, wie verheerend der Angriff war. Solltet ihr wider Erwarten nicht überlebt haben, so bedeutet dies nicht das Ende. Denn ihr werdet gleich wiedergeboren. So könnt ihr in einer neuen Stadt nochmal ganz von vorn anfangen und es besser machen.


Das tägliche Leben in der Stadt
Wenn ihr in einer Stadt angekommen seit, erhaltet ihr den Status eines einfachen Einwohners bzw. Bürgers. Als Bürger habt ihr jeden Tag 6 Aktionspunkte (AP) zur Verfügung. Mit Nahrung, Wasser oder Drogen ist es möglich, die Aktionspunkte wieder aufzufüllen. Diese Punkte könnt ihr für Bauarbeiten in der Stadt oder an eurer Behausung verwenden. Ihr könnt aber auch einen Ausflug in die Außenwelt machen und dort nützliche Gegenstände finden, die eure Stadtgemeinschaft voranbringen. Wichtig ist erstmal Bekanntschaft mit den anderen Mitbürgern zu schließen. Von ihnen und der Spielhilfe erfährt man allerlei interessante, zum Überleben notwendige Details. Es lohnt sich auch einen Blick ins Anfänger-Wiki zu werfen. Zudem gibt es eine To-Do-Liste auf der ihr sehen könnt, welche Dinge ihr jeden Tag erledigen solltet, damit ihr gut in der Stadt und in der Außenwelt zurechtkommt.


Außenwelt
Wie schon gesagt, könnte ihr Erkundungen der Umgebung vornehmen. Dazu geht ihr zum Stadttor. Dort schaut ihr auf die Karte und erkennt welche Sektoren ihr absuchen könnt oder welche Gebiete von Zombies bevölkert werden. Wer als Erster in die Außenwelt will, wird jedoch mit einer Karte konfrontiert, die keinerlei Hinweise, über die Zombieaktivität enthält. Wer mutig ist, kann auch allein mit der Erkundung anfangen. Mit einem Zombie werdet ihr spielend fertig, wenn mehrere auftauchen, ist es ratsam in einer Gruppe, auch Expedition genannt, das Gelände zu erforschen. Ihr könnt das erforschte Areal auch kennzeichnen, um den anderen Bewohnern der Stadt Hinweise zu geben, was sich dort befindet.


Ressourcen
Wenn ihr etwas gefunden habt, dann müsst ihr entscheiden, ob ihr es der Gemeinschaft spenden wollt, oder lieber für euch behaltet. Überlegt euch gut was ihr mitnehmt, denn der Platz in euren Rucksäcken ist begrenzt. Allzu egoistisches Verhalten kann jedoch möglicherweise mit einer Anzeige von Mitspielern geahndet werden, ebenso wie anderes Fehlverhalten. Doch dazu später mehr. Mit den gefundenen Gegenständen könnt ihr Verteidigungsanlagen oder andere Gebäude bauen. Wenn ihr es geschafft habt z.B. eine Werkstatt zu bauen, könnt ihr neue Gebäude errichten und gefundene Rohstoffe in andere wichtige Baumaterialien umwandeln. Im Wiki gibt es weitere nette „Rezepte“ für verschiedenen Sachen, z.B. aus einer Streichholzschachtel und einem Baumstumpf stellt ihr eine Fackel her, die wenn ihr sie der Stadt spendet, die Verteidigung erhöht. Eine der essenziellen Ressourcen, die ihr zum Überleben braucht und Aktionspunkte zurückbringt, ist Wasser. Jeden Tag solltet ihr euch deshalb aus dem Brunnen der Stadt eine Ration entnehmen. Doch Obacht, Wasser ist ein begrenztes Gut und sollte sparsam verwendet werden. Nahrung, hingegen, ist meistens vorhanden. Schaut nicht so sehr auf die Qualität des Essens. Einfach runter damit, das füllt eure AP’s nochmal auf und gibt ordentlich Kraft für das nervenaufreibende Leben in der Postapokalypse. Nur mit dem Verzehr von Menschenfleisch solltet ihr euch zurückhalten, da könnt ihr euch leicht eine todbringende Infektion einfangen. Apropos nervenaufreibend, wenn der Thrill zu groß werden sollte, könnt ihr mit ein paar Drogen Abhilfe schaffen, dann werdet ihr wieder entspannter. Doch auch hier ist Vorsicht geboten. Manche Substanzen machen abhängig, die braucht ihr dann jeden Tag. Wenn ihr sie nicht bekommt, sterbt ihr. Es lohnt sich also, so lange es geht, clean zu bleiben. Bei Verletzungen und Infektionen hilft eine Behandlung mit Bandagen und Antibiotika. Schafft ihr es nicht in absehbarer Zeit euch zu verarzten, sterbt ihr. Daher: passt gut auf euch auf! Ja, es ist ein durchaus hartes Leben in der Ödnis. Deshalb ist die Zusammenarbeit untereinander vielleicht die wichtigste Ressource, damit ihr und letztendlich auch die Stadt viele Tage überstehen könnt. Die ist allerdings manchmal ganz schön schwierig, wo die Meinungen und Befindlichkeiten von 40 Bürgern aufeinander prallen. Nicht jeder verhält sich immer kooperativ. Oft genug sind Saboteure am Werk. Aber für sie gibt es verschiedene Mittel und Wege der Bestrafung. Entweder ihr verbannt die Bösewichte oder hängt sie auf.



Heldenmodus
Einwohner zu sein ist schön und gut. Aber manchmal fühlt sich der ein oder andere zu höherem berufen. Dann möchte man Held sein. Bei Die Verdammten könnt ihr dann eure Stadt als ‚Buddler‘, ‚Wächter‘ oder ‚Aufklärer‘ unterstützen. Diese Professionen bieten natürlich auch einige Vorteile: Der Buddler kann die Außenwelt schneller erkunden. Er findet auch wesentlich häufiger seltene Gegenstände. Der Aufklärer verfügt über eine Art Tarnumhang, so kann er sich unbeobachtet, weit von der Stadt entfernen und das Gelände sondieren. Als Wächter steuert ihr der Stadt ein paar extra Verteidigungspunkte bei, wenn die Zombiehorden über euch herfallen wollen. Wichtiger ist der Wächter jedoch im Außengelände, denn dort zählt er für zwei Spieler und kann so mehr Zombies in Schach halten. Es gibt noch viele weitere Heldenfeatures. Diese erschließen sich aber erst, wenn ihr längere Zeit als Held unterwegs seit. Einziger Wermutstropfen: Held wird man nicht einfach mal so. Dazu müsst ihr das kostenpflichtige Premiumangebot nutzen. Aber es macht auch riesigen Spaß das Spiel im Einwohnermodus zu erleben.


Erste Spielerfahrung
Auf den ersten Blick, hat sich bei mir eine leichte Überforderung eingestellt. So viele Buttons, so viele Dinge, die zu erledigen sind. Was muss ich der Reihe nach tun, um vorwärts zukommen? Zu Beginn habe ich in ein kleines Tutorial geschaut, um ein Gefühl für das Spiel zu bekommen. Außerdem gibt es noch eine Hilfe, die einen groben Überblick über alles Wichtige vermittelt. Sollten dennoch Fragen auftauchen, so kann man diese im Forum loswerden. Dazu gibt es ein Weltforum, in dem eher allgemeine Dinge diskutiert werden und ein Stadtforum, in dem Dinge, die speziell die Stadt betreffen, beredet werden. Insgesamt herrscht ein entspannter und größtenteils angenehmer Ton im Forum, selbst als wir über das Aufhängen einiger Mitbürger sprachen. Neulinge werden im Allgemeinen nett aufgenommen, also habt keine Scheu etwas zu fragen. Wenn die Spieler jedoch erfahrender werden, kommt es oft zum Kompetenzgerangel, wie im wahren Leben auch. Dann kann es auch schon mal etwas rauer zugehen im Forum.

‚Die Verdammten‘ spielt mit Ambivalenzen. Zum einen habt ihr die Möglichkeit ein braver Bürger zu sein, der sich Tag für Tag in den Dienst der Stadt stellt. Zum Anderen könnt ihr aber auch als Saboteur tätig sein und eher eure eigenen Ziele verfolgen. Dann müsst ihr aber auch mit den Gegenmaßnahmen der Bürger leben. Vorausgesetzt ihr werdet entdeckt. Ich habe das Spiel ca. 14 Tage getestet und bin sehr begeistert. Ich habe gebaut, die Außenwelt abgesucht, mich in die Gemeinschaft eingebracht, Diebe und Saboteure angezeigt usw. Leute zu hängen ist mir jedoch nicht vergönnt gewesen. Die Verdammten ist komplex, aber benötigt nicht Unmengen an Zeit. Mir hat besonders die Beschreibungen verschiedener Aktionen gefallen. Beispielsweise als ich eine Heldentat vollbrachte:

Mit Hilfe seiner übermenschlichen Heldenkräfte hat Butze 2 Zombie(s) lauthals schreiend und mit bloßen Händen umgebracht!“

Ein weiterer Punkt, der mich sehr begeistert hat, war die Möglichkeit durch die Kombination verschiedener Gegenstände, neuen Dinge herstellen zu können. Das gibt nochmal zusätzlich Motivation, Tag für Tag, die unwirtliche Wüste abzusuchen. Am Besten fand ich aber die Teamarbeit. Denn wenn es mal funktioniert hat, das man sich über die geplanten Bauprojekte einig war, dann hat man recht zügig seine Stadt fit machen können, um den Zombieansturm widerstehen zu können.

Menschliche Abgründe sind an der Tagesordnung, Drogen, Sucht, Diebstahl, Sabotage, schädigender Egoismus. Die Verdammten fördern so einiges an abweichenden Verhalten zu Tage. Hineingeworfen ins postapokalyptische Zombieszenario entwickeln sich die Menschen zu richtig tollen Teamspieler oder zu destruktiven Bösewichten. Neben letzteren haben auch Leute, die sich nicht am Bau der strategisch wichtigen Gebäude beteiligen, sondern lieber irgendwas bauen, meine Nerven strapaziert. Weil dadurch der Spielfluss und mein Ziel, nämlich zu Überleben, erheblich gestört wurde. Glücklicherweise kann man immer wieder neu anfangen und vielleicht aus Fehlern lernen.
Die Verdammten ist ein verdammt cooles Spiel. Tolle Idee, kreative Umsetzung, witzige Beschreibungen. Unbedingt auprobieren! Ach, ja dieses Browserspiel ist absolut werbefrei.

Auf der Website gibt es außerdem noch ein witziges Video sowie eine ganz ausführliche Beschreibung des Spiels.

Doreen Butze

Doreen Butze

studierte Soziologie, Psychologie und Betriebswirtschaft an der TU-Chemnitz. Sie ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Social Media. Privat bloggt Doreen unter http://www.finsblog.de über alles Mögliche und Unmögliche.

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