Die „unfaire“ Apple Distribution

Die Apple Watch könnte vorerst nur in den USA erscheinen, erst nach und nach wird der Rest der Welt beliefert. Es ist ein für Apple typisches Verhalten: Neue Produktkategorien werden zunächst auf dem Heimatmarkt, den USA, getestet und stehen dann, erst Monate später, dem Rest der Welt zur Verfügung. Eine Strategie, die Apple schon beim iPhone und iPad genutzt hat, scheint mit der Apple Watch fortgeführt zu werden. Die Leidtragenden sind die Kunden aus Europa und Asien, schlussendlich sogar alle Konsumenten außerhalb der USA, die noch länger auf das neue Apple Produkt warten müssen.

Erst das iPhone, dann das iPad …

Bereits auf das erste iPhone durfte man in Europa 2007 knapp fünf Monate länger warten als es die amerikanische Bevölkerung tun musste. Am 29. Juni 2007 startete der Verkauf im Land der unbegrenzten Möglichkeiten und warf damit einen großen Schatten auf Europa, wo das erste Smartphone aus dem Hause Apple erst ab dem 9. November des selbigen Jahres verfügbar war. Spätere Produktgenerationen wurden bei Verkaufsstart jedoch immer internationaler vertrieben.

Beim iPad ist Apple ähnlich vorgegangen: Am 3. April 2010 konnte man das neuartige Tablet in den USA erwerben und war Deutschland damit wenigstens eine kurze Zeit voraus. Hierzulande erschien das iPad am 28. Mai 2010, also fast zwei Monate später. Ein Vorgehen, welches zumindest die europäischen Konsumenten nicht wirklich erfreut hat.

… nun die Apple Watch?

Auch bei der Apple Watch deuten erste Gerüchte auf eine Veröffentlichung Anfang 2015 ausschließlich in den USA hin. Der Rest der Welt könnte nach neusten Vermutungen erst Monate später beliefert werden. Ein für Kunden wirklich leidiges Thema, welches aber nicht nur mit dem negativen Aspekt des Wartens verbunden ist.

Apple nutzt die USA als Testmarkt, um die Nachfrage weltweit einschätzen zu können, Produktkapazitäten anzupassen und eventuelle Kindheitsfehler auszumerzen. Letzteres ist bisher noch nie eingetreten, ist aber definitiv einer der Faktoren, den sich Apple für größere Fehler aufrechterhalten möchte.

Dass das Warten nicht angenehm ist, lässt sich mit Sicherheit auch aus persönlicher Erfahrung bestätigen. Jedoch bilden die USA für viele Technologieunternehmen den Heimatmarkt und eignen sich deshalb in Kombination mit der Risikofreudigkeit der Amerikaner perfekt als Testmarkt, um die Nachfrage weltweit einzuschätzen und eventuelle Fehler auszubessern zu können.

Da Deutschland weiterhin einer der wichtigsten Märkte für Apple ist und bleibt, gehören wir zumindest zu den glücklichen Zweiten, die das Produkt nach den Amerikanern in Händen halten dürfen. Nichtsdestotrotz darf man weiterhin gespannt nach Cupertino und auf die Strategien der nächsten Jahre blicken – vor allem im Hinblick auf die zunehmende Kaufkraft der asiatischen Märkte könnte sich dort einiges ändern.

Dieser Artikel ist ein Ergebnis der Kooperation von Netzpiloten.de mit dem renommierten Apple-Watchblog Appleunity.de. Appleunity ist auch auf Facebook, YouTube, Google+ und Twitter zu finden.


Image (adapted) „Watch-Apple“ by charlie 0111 (CC0 Public Domain)

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Philipp Biel

Philipp Biel

war Geschäftsführer vom Apple Online Magazin appleunity.de, ist nun Geschäftsführer einer Videoberatung für klein und mittelständische Unternehmen und schließt gerade seinen Bachelor an der WHU - Otto Beisheim School of Management ab. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.

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