Die Netzpiloten auf der IFA 2016: Themen, Erwartungen, Highlights

Am Freitag, dem 2. September ist es wieder soweit: Die internationale Funkausstellung IFA 2016 in Berlin öffnet ihre Pforten für das Publikum.

Während zunächst an beiden Tagen vor der Eröffnung einige namhafte Unternehmen auf großen Pressekonferenzen ihre Neuheiten vorstellen, muss sich die Allgemeinheit noch bis zum Wochenende gedulden. Doch was kann man in diesem Jahr eigentlich von der Großveranstaltung erwarten? Mit einigen Ausnahmen sind natürlich wieder alle großen und kleinen Namen aus der Technikwelt vertreten und zeigen ihre brandaktuellen Neuheiten. Besucher und alle Technikbegeisterten können sich bis Mitte der kommenden Woche ansehen, was die Hersteller zum Weihnachtsgeschäft anbieten werden.

Natürlich werden wir auch mit unseren Redakteuren vor Ort sein und Euch mit den Top-Themen der Messe versorgen. Im Vorfeld haben sich unsere Redakteure schon einmal Gedanken über die wichtigsten Themen und persönlichen Highlights der Messe gemacht.


Jonas Haller:In den letzten Jahren ist die Heimvernetzung und das “Internet of Things“ ein wichtiges Thema geworden. Welche Features bringen Hersteller ihren smarten Geräten bei, welche Rolle spielt dabei das Smartphone? Interessant dürfte auch zu sehen sein, ob Hersteller gemeinsame Plattformen nutzen oder lediglich eigene Ökosysteme aufbauen. Unter anderem Prozessorhersteller Qualcomm will zu diesem Thema Antworten geben. In Sachen Unterhaltungselektronik bin ich auf die neuen Drohnen-Generationen gespannt. Hersteller wie DJI, Yuneec oder auch Parrot zeigen ihre neuen oder aktuellen Modelle, die immer einfacher zu fliegen sind und bessere Bildqualitäten liefern. An Popularität gewann in den letzten Monaten auch die virtuelle Realität. Wenn aktuell auch nur eine kleine Nische, dürften auf der Funkausstellung einige interessante Anwendungsgebiete der beeindruckenden VR-Brillen gezeigt werden. Neben HTC Vive und Oculus Rift wird die brandneue Playstation VR von Sony zu den Publikumslieblingen der jüngeren Generation gehören. Nicht zuletzt wird es vom ein oder anderen Elektronikhersteller neue Smartphones und Tablets zu sehen geben. Auch neue Wearables dürften in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Allen voran sind hier Sony, ASUS, Acer, Lenovo und natürlich Samsung zu nennen.


Lars Rehm:Wie jedes Jahr wird mein Hauptaugenmerk bei der IFA auf der Bildverarbeitung und verwandten Themen liegen. Wie gewohnt werden einige der größeren Smartphonehersteller die IFA zur Vorstellung neuer Modelle nutzen. Bahnbrechende Innovationen sind in diesem Bereich kaum zu erwarten, allerdings könnte der von LG eingeläutete Trend zum modularen Smartphone weitergeführt werden. Von Lenovo wird zum Beispiel die Vorstellung eines Kameramoduls mit Zoomobjektiv und Xenon-Blitz für die Moto Z Smartphoneserie erwartet. Man darf gespannt sein, ob andere Hersteller bei der IFA auf den modularen Zug aufspringen werden.


Berti Kolbow-Lehradt:Für mich ist die IFA 2016 in mehrfacher Hinsicht eine Schlüssel-IFA. Jetzt muss sich beweisen, ob die Hersteller wirklich massentaugliche Lösungen für seit Jahren schwelende Trends bringen. Damit meine ich Virtual Reality und Augmented Reality sowie Multicopter. Vor allem aber denke ich an das Smart Home. Alle diese Begriffe geistern seit zwei, drei Jahren oder länger als Buzzwords herum. Die Verbreitung dieser Technologien nimmt ja auch in kleinen Schritten zu. Aber insgesamt sind die Hersteller den Konsumenten um Jahre, wenn nicht gar mehrere Technologie-Generationen vorausgeeilt. Diese Lücke zwischen dem, was technologisch geht, und dem, was die Masse der Menschen im Alltag wirklich nutzt, wird für meinen Geschmack immer größer.

Ich wünsche mir von der IFA daher Produkte und Lösungen, die über den Reiz des Neuen langfristig begeistern. Große Hoffnungen setze ich in Augmented Reality für Smartphones. Lenovo hat groß angekündigt, Googles Referenzdesign für „Project Tango“ umzusetzen und liefert jetzt hoffentlich ab. Gespannt bin ich darauf, was sich bei Virtual-Reality-Anwendungen tut. Es stimmt zwar nicht mehr, dass es überwiegend nur kurzen Demo-Content gibt. Aber dennoch ist das Angebot an Games und anderen Anwendungen, die langfristig fesseln, klein.

Großes Überraschungspotenzial sehe ich bei Haushaltsrobotern. Damit meine ich nicht unbedingt autonome Staubsauger und Fensterputzer. Vielmehr denke ich an persönliche Assistenten. Asus hat vor ein paar Monaten mit Zenbo ein Produkt angekündigt, das für große Aufmerksamkeit gesorgt hat und vielversprechend klingt. Ich hoffe, dass sich andere Hersteller davon inspiriert fühlen.


Image by IFA


Schlagwörter: , , , , ,
Patrick Kiurina

Patrick Kiurina

ist seit 2015 für die Netzpiloten aktiv und studierte vorher Publizistik und Kommunikationswissenschaften an der Uni Wien. Neben Technik interessiert er sich gleichermaßen auch für Sport und Musik.

More Posts