DFKI Google Tech-Talk mit Ben Gomes, Thomas Range und Hans Uszkoreit (Bild: a+o GmbH)

Die nächste Stufe der Suche im Internet

Beim gemeinsamen Tech-Talk des Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz und Google stand die Zukunft der Suche im Mittelpunkt. // von Tobias Schwarz

Ben Gomes, Vize-Präsident von Google (Bild: a+o GmbH)

Am Donnerstagnachmittag gaben die beiden Redner des Tech-Talk, Googles Vizepräsident Ben Gomes, der seit über 15 Jahren für die Suchmaschine zuständig, sowie Hans Uszkoreit vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), einen Einblick in die zukünftige Entwicklung der Suche im Internet. Diese wird sich grundlegend verändern.

Eine Suche beginnt mit einer Frage.“ Mit diesem Satz beendete Ben Gomes seine kurze Einführung in die Geschichte von Suchmaschinen, bevor sich der seit 1999 um Googles Suche kümmernde Ingenieur dem heutigen Stand der Suchmaschine widmete. Diese verbessern Gomes und sein Team kontinuierlich, ohne dass das die Nutzer mitbekommen. Mehr als 9.000 Tests und 40.000 Auswertungen führen dazu, dass ungefähr 800 Verbesserungen pro Jahr an Googles Suchmaschine implementiert werden. Die meisten Nutzer bekommen davon nichts mit, auch wenn sie vielleicht Teilnehmer in einem von Gomes seinen A/B-Tests ist. Dieses Bemühungen sind notwendig, denn der vom Unternehmen auf Monopol-Kritiken gern geäußerte Satz, „die nächste Suchmaschine ist nur einen Klick entfernt„, hat einen wahren Kern. Deshalb forscht Gomes auch schon an der Zukunft der Suche im Internet, die sich grundlegend ändern wird. Sie wird durch Geräte wie Smartphones und Tablets mobiler, sie wird vor allem kommunikativ.

Bisher bestand eine Suche nach Informationen oder einer Quelle in der Abfrage von durch Suchmaschinen dargestellten Ergebnissen. In einigen Jahren wird die Suche aber eher einer Konversation ähneln. Der Nutzer stellt eine Frage, die Suchmaschine antwortet. Damit eine „Voice Search“-Funktion klappt, müssten Suchmaschinen aber den Umgang mit Synonymen lernen und das gleich in verschiedenen Sprachen. Gelingt das und würde der angekündigte Kurs der Internationalisierung sich wirklich auf Länder der Dritten Welt und mit niedriger Alphabetisierungsrate konzentrieren, könnten Menschen, die weder lesen noch schreiben können, durch die gesprochene Konversation mit Suchmaschinen sich Zugang zu Wissen erschließen. Schon jetzt kann die Voice Search in mehr als 50 Sprachen genutzt werden. Auf die Frage einer Vertreterin des Bundeswirtschaftsministeriums, wie lange es noch dauern wird, bis die Suche als Gespräch zwischen Mensch und Maschine funktionieren kann, sprach Gomes von fünf Jahren. Mitarbeiter aus dem Umfeld von Google gehen aber eher von 15 bis 20 Jahren aus.

Mit an dieser Zukunft der Suche arbeitet das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, vor allem der Computer-Linguist Hans Uszkoreit. Damit eine Suchmaschinen auch mit den unterschiedlichsten Informationen und Quellen umgehen kann, müssen diese strukturiert werden. Die größte Herausforderung ist deshalb eine Qualitätskontrolle und -verbesserung zu entwickeln. Dies ist nicht allein im Interesse von Google. Uszkoreit berichtete auch von der Arbeit an einem vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Forschungsprojekt, dass vor allem traditionelle Industrie die wirtschaftliche Nutzung von Daten ermöglichen soll.


Teaser & Image by a+o GmbH


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Tobias Kremkau

Tobias Kremkau

ist Coworking Manager des St. Oberholz und als Editor-at-Large für Netzpiloten.de tätig. Von 2013 bis 2016 leitete er Netzpiloten.de und unternahm verschiedene Blogger-Reisen. Zusammen mit Ansgar Oberholz hat er den Think Tank "Institut für Neue Arbeit" gegründet und berät Unternehmen zu Fragen der Transformation von Arbeit. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.

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