Die Koalition hat abgewrackt

 Fünf Milliarden Euro für den Kauf eines neuen Autos und gleichzeitiger Abgabe (Verschrottung) des alten. Was die einen Abwrack- die andere Umweltprämie nennen ist der Versuch die Schlüsselindustrie Automobil vor dem Untergang zu retten. Eine schwierige Unternehmung. In einem Jahr wird sich die einseitige Begünstigung des Autokaufs rächen: Schon jetzt klagen die Gebrauchtwagenhändler über rückläufige Verkaufszahlen. Fahrzeuge werden vorzeitig zurückgegeben, um in den Genuss einer staatlichen Leistung zu kommen. Welchen CO2-Austoß diese Wagen haben? Egal. Zumeist kommt die staatliche Gabe nicht den deutschen Autobauern zu Hilfe, sondern italienischen, französischen und japanischen, denn in deren Produktpaletten finden sich Autos in der niedrigen Preisklasse. Das Eingreifen für die Automobilindustrie ist eine unzulässige Verzerrung des Marktes. Warum nicht auch eine Abwrackprämie für Kühlschränke? Darauf gibt es erstmal keine plausible und schlüssige Antwort. Autobauer sind in der Krise, weil sie nicht rechtzeitig ihre Produktpalette auf die Bedürfnisse des Marktes umgestellt haben, nicht nur in Deutschland, sondern auch in den USA. Ein Schnitt in Form einer Insolvenz bedeutet in diesem Fall nicht das totale Aus, sondern die Chance auf Neubeginn. Die Koalition sollte gerade deshalb nicht bei Opel einsteigen. Sie hätte sich auch deshalb nicht dazu hinreißen lassen sollen, mit der Abwrackprämie in den Markt einzugreifen. Mehr Infos auf www.cicero.de: — Interview mit Matthias Wissmann: „Das Null-Emissions-Auto kommt in 15 Jahren“Marko Martin: Herrscher im GleichstromlandCicero-Karikaturen: Das Auto, des Deutschen liebstes Spielzeug

Schlagwörter: , , , , ,
Alexander Görlach

Alexander Görlach

ist Chefredakteur und Herausgeber des Online-Debattenmagazins The European (www.theeuropean.de). Für die Netzpiloten schreibt Alexander Kolumnen und kritische Beiträge zur Medienlandschaft und natürlich zu aktuellen politischen Ereignissen.

More Posts - Website - Twitter