Jörg WittkewitzDie 7. Woche im Web


Mobiles Web ist der Burner. 2011 seien erstmals mehr als 100 Millionen Gigabyte an Daten übertragen worden, heißt es in Branchenkreisen. Wahrscheinlich hat sogar der eine oder andere Politiker mittlerweile verstanden, dass es ganz schlau ist, das Internet immer dabei zu haben. Sogar Marktforscher Gartner hat erkannt, dass der Anteil der Smartphones am Handymarkt unvorstellbare Ausmaße einnimmt und ständig weiter steigt. 5 Milliarden Euro wollen die Firmen mit Smartphones 2012 umsetzen. Aber: Parallel zum Aufstieg von Apples iOS und Googles Android verlieren Nokia und RIM (Blackberry) an Boden. Kennt jemand Windows Phone?

Und wer sein eBook verschenkt, der gehört sowieso verboten; wo kommen wir da hin, wenn das jeder…

Mächtiger Badabum letztes Wochenende in Sachen ACTA. Deutschland sowie mittlerweile auch Bulgarien und die Niederlande legen die Ratifizierung des industrienahen weltweiten Paktes zum Schutz des Geistigen Eigentums auf Eis. Wieviele Nachfolgeabkommen nun unter dem Siegel der völligen Verschwiegenheit weiter verhandelt werden steht in Sternen. Sicher ist nur, dass es jetzt noch geheimniskrämerischer zugehen wird. Wie zu erwarten war, wird die Gegenbewegung zur Transparenz ein verschrecktes Häuflein Lobbyisten sein, dass nur noch in privaten Clubs und unter Vorlage von Non-Disclosure-Vereinbarungen mit empfindlichen Strafen verhandeln wird…

Cisco, der Netzwerkausrüster, will sich Anteile in einem toten Markt sichern und klagt nun gegen die EU-Entscheidung, den Skype-Deal von Microsoft zu genehmigen. Die Begründung der Amis klingt speziell: Man wolle Videokonferenzen zu etwas ähnlich weltumspannenden machen wie die E-Mail. Wenn die wüssten, dass nur 15% der 15-25jährigen überhaupt E-Mail mehr als ein Mal pro Woche nutzen…

Googles Payment-Lösung Wallet hat seinen ersten Skandal fast hinter sich. Die Karten sind wieder freigeschaltet nachdem die Jungs aus Mountain View Anfang der Woche alles sperren mussten, weil bekannt geworden war, dass sich die PIN-Sperre der Wallet-App leicht umgehen ließ (wenn das Smartphone keinen weiteren Passwortschutz hatte). Ein anderes Problem bleibt aber bestehen: Ein Sicherheitsexperte demonstrierte, wie man die vom Anwender selbst gesetzte Wallet-PIN auslesen kann, ohne die App zurückzusetzen – dadurch hätte ein Angreifer Zugriff auf alle mit der App verknüpften Bezahlmittel. Oops.

Anders als Kim Schmitz dürfen seine Mitangeklagten mittlerweile gegen Kautionszahlungen in den Hausarrest. Ob die Neuseeländer langsam einsehen, dass das Bereitstellen einer technische Plattform noch keine Beihilfe ist?

Die Welt der Männer unter 30 wartet weiter sehnsüchtig auf nächste Woche: Da kommt dann die leistungshfähigste mobile Maschine auf den Markt, die PS Vita von Sony.

Weiterhin sollen nicht nur mit Apples neuem Coup fürs iPad2 die Kinder ins Netz und in die digitale Welt gelotst werden. Auch in Deutschland kommt mit der Wummelkiste etwas Niedliches für die Kleinsten… Ähem.


Über den Autor / die Autorin
  ist seit 1999 als Freier Autor und Freier Journalist tätig für nationale und internationale Zeitungen und Magazine, Online-Publikationen sowie Radio- und TV-Sender. (Redaktionsleiter Netzpiloten.de von 2009 bis 2012)

 

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